Definitiv keine Sonder­be­hand­lung für die Schweiz bei EU-Stahlzöllen

Allgemein, Export
02.02.2019 von Markus Eberhard

Der Streit um die EU-Schutzzölle auch für Schweizer Exporteure ist schon länger am Schwellen. Wir hatten in unseren Beiträgen vom 19.10.2018, 26.11.2018 und 09.01.2019 bereits darüber berichtet. Alle Bemühungen des Schweizer Bundesrates, diese noch in letzter Minute abzuwenden, haben aber nichts gefruchtet.
Ab Samstag gelten die definitiven Schutzzölle der EU auf Stahlimporte. Davon betroffen ist auch die Schweizer Stahlindustrie. Sie muss jetzt lernen, mit den Kontingenten zu leben. Hiesige Exporteure können seit letztem Jahr gewisse Stahlprodukte nicht mehr in die EU exportieren, weil ihnen sonst Zölle in der Höhe von 25 Prozent drohen. Betroffen sind die beiden Schweizer Stahlkocher Swiss Steel in Emmenbrücke und Stahl Gerlafingen sowie Dutzende Verarbeiter.
Immerhin erhält die Schweiz im Unterschied zu den vorübergehenden Schutzmassnahmen in den wichtigsten Kategorien länderspezifische Kontingente. Für die betroffenen Unternehmen in der Stahlindustrie ist das Problem aber trotzdem von existenzieller Bedeutung. Der Vizedirektor des Industrieverbands Swissmem, Jean-Philippe Kohl, sprach von «Gift für den Standort in Bezug auf Investitionen.» Weiter führte er aus, dass die Stahlexporteure in den vergangenen Monaten Aufträge verloren haben und meinte: «25 Prozent Zoll ist ein Geschäftskiller».

Quellenangaben

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