Markus Eberhard Markus Eberhard 20.07.2020 | Allgemein

    Erste Vorstellung von Kandidaten für den Chefposten bei der Welthandelsorganisation (WTO)

    Über die Welthandelsorganisation WTO haben wir in den letzten Monaten schon einige Beiträge verfasst. Zuerst wegen den verschiedenen Herausforderungen der Organisation und zuletzt wegen den Personalproblemen Nun braucht die Welthandelsorganisation (WTO) auch noch einen neuen Chef. Nun haben sich mögliche Kandidaten für den Chefposten zum ersten Mal öffentlich vorgestellt in Genf.
    Es ist bedauerlich, dass die Krise bei dieser bedeutenden Organisation weiterzugehen scheint, da keiner der Kandidaten beim ersten öffentlichen Auftritt überzeugen konnte. Dabei ist die WTO sehr wichtig im Hinblick auf einen weiteren koordinierten Abbau von Zöllen und dem Abschluss von Freihandelsabkommen.
    Bei den Kandidaten handelt es sich um ein überschaubares Feld von fünf Männern und drei Frauen, die sich für den Posten des WTO-Generaldirektors bewerben. Der seit der Bekanntgabe des Rücktritts des jetzigen Direktors Roberto Azevêdo gehandelte Top-Favorit Phil Hogan ist allerdings nicht dabei. Er hat sich kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist zurückgezogen. Auch die Schweiz schickt niemanden ins Rennen.
    Die Wahl des Generaldirektors sollte im Konsensverfahren erfolgen, so sieht es das Reglement vor. Nachdem keiner der Bewerber sich bei der Präsentation hervorgetan hat, müssen die 164 WTO-Botschafter einen Kandidaten nach dem anderen aussortieren in den nächsten Monaten. Spätestens am 7. November soll die Nachfolge geregelt sein. Doch nicht nur die Querelen innerhalb der WTO, auch der Wahlkampf in den USA könnten das Prozedere in die Länge ziehen. Vorher müssen sich die Mitgliedsstaaten allerdings noch auf einen Interimschef einigen müssen, denn Amtsinhaber Azevêdo räumt bereits Ende August sein Büro. Zur Auswahl stehen vier Vize-Generaldirektoren: ein US-Amerikaner, ein Chinese und ein Deutscher. Es ist abzusehen, dass der WTO bereits die nächste Blockade droht.