Markus Eberhard Markus Eberhard 19.04.2019 | Allgemein

Kommentar der NZZ: Wie sich die Schweiz gegen Handelskonflikte schützen muss

Gerald Hosp, Wirtschaftsredaktor der NZZ, macht sich Gedanken, wie sich die Schweiz gegen drohende Handelskriege schützen muss. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die ungelöste Situation in den Handelsgesprächen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten, wo die Spannung stetig steigt. Eine Eskalation des Streits würde beide zu Verlierern machen und mittendrin ist die Schweiz. Die sollte seiner Meinung nach die Fühler nach allen Richtungen ausstrecken, da dies für eine kleine offene Volkswirtschaft, die zwischen Handelsblöcken eingezwängt ist, unabdingbar ist.
Am letzten Donnerstag konnte Bundesrat Guy Parmelin endlich den US-Handelsbeauftragten Lighthizer treffen, wo vereinbart wurde, die exploratorischen Gespräche über ein mögliches Freihandelsabkommen weiterführen zu wollen. Sosehr es auch bei diesen Gesprächen zahlreiche Stolpersteine gibt und sosehr die Sprunghaftigkeit der Regierung von Donald Trump zur Vorsicht mahnt, eine Handelsvereinbarung mit den USA ist eine Absicherung, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Unabhängig davon, wie die Gespräche zwischen Washington und Brüssel ausgehen. Falls es zu einer Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und der EU kommen sollte, wäre ein erleichterter Zugang mittels eines Freihandelsabkommens ein Beitrag, um die negativen Folgen eines Konflikts zu mildern. Und wenn ein Abkommen zwischen der EU und den USA vereinbart wird, ist ein bilaterales Übereinkommen umso nötiger, um gegenüber Exporteuren aus der EU nicht ins Hintertreffen zu geraten.