• Markus Eberhard Markus Eberhard 30.01.2020 | Allgemein, Export

    Rieter verabschiedet sich von «Swiss made» und stellt bis Ende 2020 die gesamte Produktion am Hauptsitz ein

    Der Winterthurer Textilmaschinenhersteller Rieter mit langer Tradition stellt bis Ende Jahr die gesamte Produktion am Hauptsitz in Winterthur ein. In der Montage fallen dadurch die restlichen 87 Stellen weg. Die Schweizer Fertigung sei in seinem Geschäft kein Differenzierungsmerkmal mehr, sagt der Konzernchef.
    Weil die Fertigung der Endprodukte in Form von Garnen und Textilien zunehmend in Asien stattfindet, mussten auch die westlichen Maschinenbauer ihre Produktion vermehrt in diese Region verlagern. Hohe Zölle gewisser asiatischer Länder haben diesen strukturellen Prozess noch beschleunigt. Auch Rieter musste sich auf die geänderten Anforderungen einstellen und hat vor Jahren begonnen, mehr und mehr Maschinen an seinen asiatischen Standorten herzustellen.
    Für die anspruchsvollste Kundschaft blieb bisher das «Swiss made»-Label jedoch wichtig. Sie waren gewillt, dafür auch mehr zu bezahlen. Diese Zeiten sind jetzt endgültig vorbei. Die Kunden seien gewohnt, von ihren Herstellern auch aus den asiatischen Fabriken die qualitativ besten Maschinen zu bekommen, erklärte der Konzernchef. In diesem Umfeld zieht «Swiss made» nicht mehr.
    Damit naht für den geschichtsträchtigen Industriebetrieb das Ende der Fabrikation. Derzeit werden dort noch drei Maschinentypen hergestellt. Die Montage wird nun geschlossen und die Tätigkeiten werden an Standorte in China und in Indien verlagert. Dadurch fallen in Winterthur die letzten 87 Industriearbeitsplätze weg.
    Obwohl wir Rieter im Gegensatz zu einigen seiner Mitbewerber leider nie zu unseren Kunden zählen durften, trauern wir dem Verlust dieses Industriestandorts nach.