Markus Eberhard Markus Eberhard 26.04.2020 | Allgemein

Wie ein Rückgang der Globalisierung die Schweiz treffen würde

Unser Land zählt gemäss der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich KOF zu den globalisiertesten Ländern der Welt. Eine Deglobalisierung, wie sie als Folge der Coronakrise denkbar ist, würde die Schweiz deshalb gemäss KOF stark treffen.
Die seit Ausbruch der Coronakrise entstandenen Schäden für die Schweizer Wirtschaft während des sechswöchigen Lockdowns schätzt die KOF auf 18 Milliarden Franken. Zwei Drittel davon dürften gemäss KOF auf den Einbruch des weltweiten Wirtschaftssystems zurückzuführen sein. Das ist heftig und zeigt die Kehrseite der Medaille: Die enge Vernetzung birgt systemische Risiken, wie sich schon in der Finanzkrise gezeigt hat. Fällt nämlich ein Glied in der langen Lieferkette aus, gerät der ganze Produktionsprozess ins Stocken.
Das zeigt sich auch in den Aussenhandelsstatistiken, welche von der Eidgenössischen Zollverwaltung jeweils publiziert werden.
Die Schweizer Exporte verzeichneten Ende März zwar ein Plus, aber nur wegen des starken Wachstums der Pharmaindustrie, welche die rückläufigen Entwicklungen in den übrigen Industriezweigen überdeckte. Im ersten Quartal litten besonders die Ausfuhren von Fahrzeugen, Metallen, Maschinen und Elektronik sowie Uhren.
Bereits nach der Finanzkrise im Jahre 2008 / 2009 hat sich die Zunahme der Globalisierung nach Aussagen des KOF-Globalisierungsforschers Florian Hälg stark abgeschwächt. Das ist vor allem für kleine Volkswirtschaften wie die Schweiz gefährlich. Denn diese seien stärker auf den Austausch von Gütern angewiesen. Laut Hälg trifft es deshalb auch die Schweiz, welche den KOF-Globalisierungsindex anführt. Gemäss diesem Index ist unser Land das am stärksten globalisierte Land der Welt.