Zoo Zürich unterstützt Eidgenös­si­sche Zollver­wal­tung mit Geruchsproben

Zootiergerüche für Zollspürhunde

Allgemein
15.07.2021 von Markus Eberhard
ein Bild des Gebäudes der Eidgenössischen Zollverwaltung der Schweiz

Der Zoo Zürich unterstützt die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) bei ihrer Arbeit zur Artenschutzkontrolle, indem sie ihr Geruchsproben von über dreissig Tierarten zur Verfügung stellt. Diese werden dann in der Ausbildung der Zollspürhunde eingesetzt.

Dafür haben die Tierpflegerinnen in den vergangenen Wochen bei über dreissig Tierarten im Zoo Geruchsproben gesammelt. Und zwar in Form von

  • Haaren
  • Federn
  • Schuppen
  • Stacheln
  • Reptilienhäuten
  • Eiern
  • Abrieben

Unter letzterem ist ein Tuch mit dem Geruch des Tieres zu verstehen. Der Abrieb entsteht entweder, indem die Tierpflegenden das Tier mit dem Tuch berühren (z.B. die Giraffen), oder indem sie den Tieren das Tuch für kurze Zeit zum Spielen geben (z.B. Raubkatzen und Menschenaffen).

Die Ausbilder der Zollverwaltung verwenden die Proben zur Ausbildung ihrer Spürhunde. Dank ihres hoch entwickelten Geruchssinns können die Hunde nach der Grundausbildung mit den Proben nicht nur die erlernten Tierarten erkennen, sondern auch artenähnliche Gerüche davon. Wenn ein Spürhund zum Beispiel auf den Geruch von Antilopenhaaren trainiert ist, erschnüffelt er auch ein Halstuch, das aus Shahtoosh gefertigt ist – also aus den Haaren der geschützten Tibetantilope. Solche speziell trainierten Hunde ermöglichen dann Erfolge in der Ermittlung von Fällen, wie wir sie in diesem Beitrag dokumentiert haben: Traurige Bilanz: 41 beschlag­nahmte Shahtoosh-Schals im Jahr 2018.

Die Hunde kommen nach ihrer Ausbildung dann am Flughafen, an Frachtterminals aber auch bei der Post und bei grossen Speditionsfirmen zum Einsatz. Dort überwachen sie die Einhaltung des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES. Dieses reglementiert, ob und wie geschützte Tier- und Pflanzenarten oder Produkte davon international gehandelt werden dürfen. Entdecken sie CITES-relevante Tiere, Pflanzen oder Produkte davon, kontrolliert die EZV, ob die nötigen Dokumente und Bewilligungen vorhanden sind. Andernfalls beschlagnahmt sie die Funde und meldet diese dem grenztierärztlichen Dienst, der dann entscheidet, wie es weitergeht.

Quellenangaben

Ähnliche Newsbei­träge