Markus Eberhard Markus Eberhard 07.02.2020 | Allgemein, Export

    Zu den Verlierern des Phase-eins-Abkommens zwischen USA-China dürfte auch die Schweiz gehören

    Sofern China seine Zusagen des Phase-eins-Deals einhalten will, muss es in anderen Staaten weniger einkaufen. Das ist die simple arithmetische Logik, die nur in ganz seltenen Fällen ausser Kraft gesetzt ist. Die NZZ ist auf die Suche nach möglichen Verlierern gegangen und ist fündig geworden: Leider zählt sie auch die Schweiz und weitere europäischen Länder zu den möglichen Verlierern.
    Das Phase-eins-Abkommen zur Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China wurde am 15. Januar unterschrieben zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Chefunterhändler Liu He in Washington. Allerdings wird schnell klar: Die meisten der tiefer liegenden Ursachen der amerikanisch-chinesischen Konfrontation werden mit keinem Wort erwähnt. Die Subventionen für bestimmte Branchen sind so wenig Teil der Vereinbarung wie die gezielte Unterstützung von Staatsbetrieben. Dies sind beides absolut marktverzerrende Praktiken.
    In unserem Zusammenhang ist Kapitel 6 interessant: In diesem verpflichtet sich China, die Einfuhren von US-Gütern und -Dienstleistungen in diesem Jahr im Vergleich zum Basisjahr 2017 von 134,2 Mrd. $ auf 210,9 Mrd. $ und bis 2021 auf 257,5 Mrd. $ zu steigern – satte 92% mehr.
    Doch zulasten von welcher Partei? Hierzu wird gemäss Recherchen der NZZ wahrscheinlich auch die Schweiz gehören: Gemäss Berechnungen des Peterson Institute of International Economies (PIIE) waren wir im Jahr 2017 mit einem Anteil von 6% Chinas drittwichtigster Lieferant von pharmazeutischen Produkten. Sofern China mehr in den USA einkaufen wird in diesen Bereichen, bekämen das Firmen wie Novartis und Roche zu spüren. Doch könnte es die Schweiz aber auch treffen bei Dienstleistungen, etwa im Tourismus oder bei Finanzdienstleistungen, da derzeit 13% der Schweizer Exporte von Dienstleistungen nach China gehen. Wobei auch hier China seine US-Käufe stark steigern muss, wenn es die Handelsübereinkunft einhalten will!