• Markus Eberhard Markus Eberhard 02.02.2020 | Compliance

    Der US-Handelskrieg mit China trifft die Schweizer Wissenschaft: ETH darf mit Huawei nur noch unter strengsten Auflagen kooperieren

    Viele hierzulande glauben, dass wir nicht oder kaum betroffen sind vom Handelskrieg zwischen den USA und China. Recherchen des Magazins „Republik“ aber zeigen, dass dem gar nicht so ist. Denn an einer Wirkungs­stätte des chinesischen Giganten Huawei kriegt man nun kalte Füsse: an den Eidgenössischen Technischen Hoch­schulen in Zürich und Lausanne.
    Die chinesische Firma ist ein wichtiger Financier von Forschungs­projekten hierzulande. Doch seit Juni 2019 werden ihr an der ETH Zürich keine Patent­rechte mehr auf Erfindungen zugestanden.
    ForscherInnen werden ausserdem intern aufgefordert, bei Projekten mit Beteiligung einer US-Firma kein Wort mit Huawei-Angestellten zu reden und keine Kooperationen mehr einzugehen. Hintergrund dafür sind die Export­sanktionen im Rahmen der Exportkontrolle gegen Huawei, welche die USA vergangenes Jahr beschlossen haben.
    Die neue Praxis birgt politische Spreng­kraft. Denn sie zeigt auf, dass US-Recht in der Schweiz direkt angewandt wird – obwohl es dazu keine Weisung aus dem Bundeshaus gibt. Und sie macht klar, dass der Handels­krieg zwischen den USA und China auch die Schweizer Wissenschaft in Mitleidenschaft zieht. Besonders betroffen sind Forschungs­projekte, die in kommerzialisierbare Produkte wie etwa Mikro­prozessoren oder Chip­bausteine münden.
    Denn Huawei taucht bei einer Sanktionslistenprüfung ist auf einer „schwarzen Liste“ der USA auf: Das chinesische Unternehmen darf ohne Genehmigung der US-Regierung keine Technologien oder Hardware­bauteile mehr von amerikanischen Lieferanten einkaufen.
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