Kommt die Schweiz dank des Freihan­dels­ab­kom­mens mit China relativ gut durch die Krise?

Compliance, Export
26.02.2021 von Markus Eberhard

Die Schweiz ist im Vergleich zu den Nachbarstaaten bisher relativ glimpflich durch diese Krise gekommen, weshalb sich Marktbeobachter fragen, was die Gründe dafür sein mögen. Für den Branchenverband Swissmem ist klar, dass einer der Gründe das Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China ist.
Dieses Riesenland ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Partner der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (sog. “MEM-Industrie”) geworden. Die Mitglieder exportieren aktuell viermal mehr nach China als noch vor 20 Jahren. Insgesamt machen die Exporte nach China sieben Prozent aller Schweizer MEM-Exporte aus, wie man das auch auf unserer Seite Aussenhandelsstatistiken sehr gut einsehen kann. Einige werden einwenden, dass sieben Prozent nicht gerade viel sind vor dem Hintergrund, dass mehr als die Hälfte aller Schweizer Industrie-Exporte in die EU verkauft werden.
Doch sind diese sieben Prozent wichtig, weil sich die Wirtschaft in China nach dem ersten Shutdown vor einem Jahr schneller wieder erholt hat als die unserer Nachbarn. Und davon profitieren gemäss Swissmem unsere Schweizer Industrieunternehmen. Primär natürlich vor allem diejenigen, die vor Ort oder mit Exporten im Geschäft sind. Nun zahlt sich aus, dass viele Unternehmen ihre Beziehungen zu China ausgebaut haben. Denn Industrieprodukte made in Switzerland sind gefragt, weil sie oftmals Nischenmärkte bedienen, wo die einheimische chinesische Konkurrenz noch nicht mithalten kann.
Zu diesem Erfolg trägt auch das Freihandelsabkommen bei, das die Schweiz vor Jahren als erstes europäisches Land mit China abgeschlossen hat. Das langfristige Ziel des Abkommens ist, dass in Zukunft 95 Prozent aller Produkte der Schweizer MEM-Industrie ohne Zölle / Zollabgaben nach China geliefert werden können.

Quellenangaben

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