Markus Eberhard Markus Eberhard 26.04.2021 | Compliance

Vertiefte Studie zur Nutzung von Freihandelsabkommen durch Schweizer Firmen

Im Jahre 2019 veröffentliche das SECO die Ergebnisse einer Studie wo Freihandelsabkommen den Schweizer Firmen etwas bringen und wo weniger. Darin wurde festgestellt, dass Schweizer Unternehmen die Zollpräferenzen nur teilweise nutzen und deshalb mehr Zölle / Zollabgaben bezahlen müssen, als notwendig. Deshalb sind Forscher der Universität in einer 2. Stufe der Frage nachgegangen, weshalb das so ist und welche Firmen von Freihandelsabkommen profitieren.
In vertieften Auswertungen sind Stefan Legge und Piotr Lukaszuk von der Universität St. Gallen dieser Frage nachgegangen. Anhand von detaillierten Daten der Importe Schweiz der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) untersuchten sie für den Zeitraum von 2016 bis 2019, ob grosse Unternehmen die präferenziellen Zölle stärker nutzen als kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Sie verknüpften dazu die EZV-Daten mit Informationen aus dem Unternehmensregister des Bundesamtes für Statistik (BFS). Die beiden Autoren werteten so über 45 Millionen Meldungen von rund 180’000 Importeuren aus. Die vielleicht interessantere Exportrichtung wurde nicht berücksichtigt, da dazu detailliertere Daten von den Importländern zur Verfügung stehen müssten.
Wie die Auswertungen zeigen, nutzt knapp die Hälfte der Firmen die Freihandelsabkommen zumindest teilweise, und rund ein Drittel der Firmen greift bei all ihren Importsendungen darauf zurück. Demgegenüber verzichtet ein Fünftel der Firmen komplett auf präferenzielle Zölle – wobei diese Firmen lediglich für 1 Prozent des Transaktionsvolumens verantwortlich sind. Somit kommen die Verfasser zum Schluss, dass mittlerweile grundsätzlich die meisten Unternehmen die Freihandelsabkommen nutzen. Und das erfreulicherweise von KMU’s genauso wie von grossen Unternehmen!
Mit unserem Angebot der Zollkosten-Analyse geht es für Importeure übrigens ganz einfach, an diese Zahlen zu kommen und bei der Umfrage mitzumachen.

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