• Markus Eberhard Markus Eberhard 13.05.2019 | Compliance

    Trotz umfassenden Produktionsvorschriften in der Medizinbranche keine Herkunftsangaben

    Die Ursprungs- oder Herkunftsangabe von Produkten gehört zu den  „heissen“ Themen in der Wirtschaft. Dies trifft nicht nur auf unser Steckenpferd zu, den präferenziellen Warenursprung, sondern auch auf die Herkunftsangabe im markenrechtlichen Sinne. Umso unverständlicher, dass gerade im sensiblen Bereich der Medikamentenprodukte, wo sonst ja alles bis ins Detail reglementiert ist und kontrolliert wird, darauf verzichtet wird.
    Dabei haben Skandale um verunreinigte Medikamente das Vertrauen in die Qualität und Kontrollen erschüttert. Zuletzt im Jahr 2018 der Fall Valsartan. Es stellte sich heraus, dass der Wirkstoff, der in vielen Blutdrucksenkern steckt, verschmutzt und potenziell krebserregend ist. Hergestellt wurde der Inhaltsstoff in China. Und dabei wurde auch wieder einmal publik, woher viele Zutaten unserer Medikamente stammen: Aus Billigproduktionsländern wie China oder Indien. Vor allem Generika sind «zum Grossteil» dort produziert, wie der Branchenverband «Intergenerika» gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» offen zugibt.
    Der Grund, weshalb denn nicht auch «Made in China» oder «Made in India» auf der Verpackung steht, ist, dass es nicht vorgeschrieben ist. Der Gesetzgeber hat die Medikamentenproduktion umfassend reguliert, aber eine Herkunftsdeklaration ist darin nicht vorgesehen. Dafür müssen seit dem 1. Januar 2019 alle Inhaltsstoffe aufgelistet sein, neben diversen Informationen zu Wirkung, Nebenwirkungen, Anwendung oder Haltbarkeit.