• Markus Eberhard Markus Eberhard 20.02.2019 | Compliance

    Was passiert mit dem AEO-Status im Brexit?

    Gestern war es wieder einmal soweit: Vor vollen Rängen konnten wir unsere gut besuchte Seminarveranstaltung zum Thema AEO in Zürich-Flughafen durchführen. Dieses Seminar führen wir als Berater der ersten Stunde seit 2012 zweimal pro Jahr durch. In den ersten drei Jahren war jeweils noch der AEO-Verantwortliche der Eidg. Zollverwaltung dabei und seit 2015 führen wir es in Eigenregie durch.
    Für diese erste Seminar im 2019 berücksichtigten wir vor allem folgende Änderungen:
    – Organisatorische Umstrukturierung bei der EZV und damit einhergehend neue Verantwortlichkeiten im AEO-Bereich
    – Geplante Aufwertung des AEO-Status ab 2026 im Zusammenhang mit dem Mega-Projekt „DaziT“ der EZV
    – Auswirkungen des BrexiT auf den AEO-Status zwischen den beiden Ländern

    Vor allem der letzte Punkt gab zu reden, denn einige Teilnehmer waren der Meinung, dass die Sache klar sei, nachdem der Bundesrat vor wenigen Tagen den Abschluss des Handelsabkommens mit Grossbritannien bekanntgegeben hatte. Was viele jedoch nicht wussten: Grundsätzlich handelt es sich dabei um ein Rahmenabkommen, bei dem bisherige Regelungen (7 Bereiche) mit der EU mutatis mutandis auf GB angewendet werden. Bei «harmonisierten» Bereichen (3), z.B. im Sicherheitsbereich (ZESA), geht dies jedoch nicht. Dennoch wurden diese Regelungen aufgenommen; Sie werden aber nur im Falle einer vorherigen Einigung zwischen EU und GB zur Anwendung kommen.
    Tritt diese nicht ein („no-deal“), wäre GB aus Sicht EU/CH/NO bezüglich Sicherheit ein sogenanntes Drittland! Demzufolge wären unter anderem «Vorausanmeldungen» nötig und der AEO wäre nicht mehr gegenseitig anerkannt.

    Deckblatt Wirtschaftsbeziehungen CH - GB vom 11.02.19
    Deckblatt Wirtschaftsbeziehungen CH - GB vom 11.02.19 (für AEO)