Wie sich Bosch als Industrie­kon­zern auf den Brexit vorbereitet und die erwarteten Mehrkosten wegen Zöllen

Compliance
08.12.2020 von Markus Eberhard

Gelegentlich hat man in der einschlägigen Presse Berichte gelesen, wie sich Dienstleister (Spediteure, Verzollungsagenturen, Kuriere, etc.) auf den kommenden Brexit vorbereiten. Doch ganz selten habe ich einen Bericht gesehen, wie Industriebetriebe dies tun. Nun ist im Handelsblatt ein Artikel über den deutschen Bosch-Konzern erschienen, wie dieser sich vorbereitet auf den Brexit. Und welche Mehrkosten wegen Zöllen / Zollabgaben Bosch deswegen erwartet.
Nur wenige (deutsche) Grosskonzerne in der Automobilindustrie dürften mehr Erfahrung in Grossbritannien haben als Bosch, da die erste Niederlassung auf der Insel schon vor mehr als 200 Jahren gegründet wurde. Mit fast 4 Milliarden Euro Umsatz ist dieses Land nach Deutschland der zweitgrösste europäische Markt für Bosch. Die Geschäfte liefen allerdings schon im 2019 nicht mehr so gut und die Pandemie dürfte inzwischen weiteren Druck ausgeübt haben. In sieben Werken an insgesamt 40 Standorten beschäftigt Bosch UK mehr als 5000 Mitarbeiter, wobei vorwiegend für den lokalen Markt produziert wird.
Die Verantwortlichen bereiten sich seit dem Volksentscheid im Jahr 2016 auf den Ernstfall vor, d.h. einen Brexit ohne Deal. Zu den Bereichen, in denen Vorbereitungen getroffen werden, gehören:

  • Zölle / Zollabgaben
  • Recht
  • Finanzen
  • Personal

Bei Bosch UK war die Kostenkontrolle schon immer ein wichtiges Thema, um auch in Märkten ohne Freihandelsabkommen wettbewerbsfähig zu sein. Gemäss einer Sprecherin bereitet sich Bosch beispielsweise auf automatisierte Zollabfertigungsverfahren vor. Zudem rechnen die Verantwortlichen wegen der Wiedereinführung von Zöllen auf beiden Seiten mit Mehrkosten von einem mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag jährlich.
Wie sich Schweizer Unternehmen auf den Brexit vorbereiten können, zeigen wir im Blogbeitrag BREXIT – welche Folgen hat der Brexit für Unterneh­men in der Schweiz? inklusive eines abrufbaren Merkblatts auf.

Quellenangaben

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