• Markus Eberhard Markus Eberhard 04.02.2020 | Export, Import

    Auch Schweizer Chemie- und Pharmafirmen durch Coronavirus herausgefordert

    Schweizer Chemie- und Pharmafirmen haben in den letzten Jahren kräftig ausgebaut in China, indem sie ganze Produktionsstätten in diesem aufstrebenden Land hochgezogen haben. Nun aber müssen Tausende von diesen Angestellten zu Hause bleiben.
    Betroffen ist auch eine Kunde von uns: Die Zofinger Chemiefirma Siegfried ist auf dem falschen Fuss erwischt worden: Im neuen Werk in Nantong nördlich von Schanghai ist alles bereit, um westliche Länder kostengünstig mit Pharmawirkstoffen zu beliefern. Inzwischen verfügt die 2016 eingeweihte Fabrik auch über die langersehnte Bewilligung der US-Gesundheitsbehörde FDA, die es ihr erlauben würde, den amerikanischen Markt direkt zu bedienen.
    Aber seit dem chinesischen Neujahr am 25. Januar geht nichts mehr an diesem Standort, auf dem so grosse Hoffnungen liegen. Alle etwa 300 Beschäftigten, die nach der Feiertagspause normalerweise diesen Montag an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt wären, müssen auf Geheiss der Regierung in Peking zu Hause bleiben.
    Siegfried ist dabei beileibe kein Einzelfall: So ergeht es zurzeit unzähligen einheimischen und internationalen Unternehmen in China. Dieser Sektor ist zwar nur einer von vielen betroffenen Branchen, doch mit Blick auf unser Land stimmen die Unterbrüche in dieser Industriesparte sehr nachdenklich. China hat sich in den vergangenen Jahren nämlich nicht nur zu einem bedeutenden Exportmarkt schweizerischer Chemie- und Pharmaprodukte entwickelt, sondern auch zu einem gewichtigen Importeur: Im vergangenen Jahr führte die Schweiz 50 % mehr chemische und pharmazeutische Erzeugnisse ein. Damit war das Reich der Mitte das viertwichtigste Herkunftsland in dieser Warenkategorie. Als Empfänger von Schweizer Exporten brachte es China auf Rang fünf.