• Markus Eberhard Markus Eberhard 29.01.2020 | Export, Import

    CH Handelsbilanz 2019: Es werden immer mehr Vorleistungen importiert. Auswirkungen auf die Präferenzkalkulation?

    Die Schweizer Handelsbilanz schliesst erfreulicherweise auch im 2019 erneut im Plus und die Zahlen zu den Ein- und Ausfuhren erreichen ein Rekordhoch. Die Importe sind von 201.8 auf 205 Milliarden Franken gestiegen (Plus 1.6 Prozent) und erreichen somit einen neuen Höchststand.
    Der Branchenverband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (Swissmem), hat sich Gedanken gemacht, weshalb ihre Mitgliedsfirmen immer mehr Vorleistungen aus dem Ausland beziehen. Vorleistungen sind bereits teilweise verarbeitete Güter, welche in der Schweiz zum Verkauf fertiggestellt werden. Swissmem ist der Meinung, dass immer mehr importiert wird wegen des erstarkenden Schweizer Frankens. Das Importieren dieser Güter helfe, den negativen Effekt des Euro-Franken-Kurses auf den Export abzudämpfen, könne diesen aber nicht vollständig kompensieren. Die Güter dieser Branche werden zu knapp 80 Prozent exportiert.
    In unserer Beraterpraxis stellen wir oftmals fest, dass die Firmen organisatorisch aber nicht so weit sind, dass sie sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen können. Wir haben schon einige Male festgestellt, dass die Präferenzkalkulation nicht an die neuen Gegebenheiten angepasst wurde. Teile oder eben Vorleistungen werden nach wie vor selbstverständlich als Schweizer Vorwaren mit Präferenzberechtigung in der Kalkulation geführt, anstatt dass der Status aufgrund der rechtsgültigen eVV Import berücksichtigt und in der Kalkulation berücksichtigt wird.
    Wenn Sie in Ihrer Firma auch immer mehr importieren, empfehlen wir Ihnen das Seminar Importabwicklung für die korrekte Importverzollung sowie zusätzlich das Seminar Präferenzieller Warenursprung zur Bestimmung, ob Ihr Exportprodukt auch mit den aus dem Ausland bezogenen Gütern nach wie vor als präferenzberechtigte Schweizer Ware exportiert werden darf.