Markus Eberhard Markus Eberhard 16.05.2020 | Export

    Coronakrise trifft auch das Exportgeschäft der Schweizer Schokoladen- und Biscuitproduzenten

    Fast kein Bereich wird von der seit mittlerweile mehr als 2 Monate dauernden Coronakrise verschont. Nun trifft es auch die Branche der Schweizer Schokoladen- und Biscuitproduzenten, die deutliche Rückgänge im 1. Quartal 2020 bei den Ausfuhren hinnehmen mussten.
    Und das, obwohl wir vor kurzem noch freudig berichten konnten Schokoladenproduktion im 2019 zum 1. Mal seit 10 Jahren vor allem wegen Exporten wieder gestiegen. Doch lag bereits im März der Exportumsatz der Schweizer Schokoladenindustrie rund 15 Prozent tiefer als im Vorjahresmonat. Urs Furrer, der Geschäftsführer von Chocosuisse und Biscosuisse, den Branchenverbänden der Schokoladen- und Dauerbackwarenproduzenten, schätzt, dass sich im April der Rückgang des Inland- und Exportumsatzes der einzelnen Unternehmen weiter akzentuieren und sich in einer Bandbreite von 10 bis 50 Prozent bewegen wird. Auch im positivsten Fall werde Corona «deutliche Bremsspuren» hinterlassen und diese Verluste können auch bis Ende Jahr nicht mehr wettgemacht werden. Einige Branchenmitglieder hätten bereits Kurzarbeit eingeführt.
    Von der Krise betroffen sind laut Furrer praktisch alle Absatzkanäle im Export, darunter auch das wichtige Geschäft im Travel-Retail Bereich: In rund 150 Ländern wird Schweizer Schokolade an Flughafenshops verkauft. Dieses Geschäft ist komplett eingebrochen. Ebenso der Gastro­kanal, der mit der Schliessung von Restaurants in vielen Ländern «von heute auf morgen» weitgehend weggefallen sei. Ob Halbfabrikate zur Verwendung in der Gastronomie oder Fertigfabrikate, beides ist während dieser Lockdownphase nicht gefragt. Es geht zum Teil so weit, dass Gastrokunden Container mit bestellter Ware nicht mehr angenommen haben.