• Markus Eberhard Markus Eberhard 30.01.2019 | Export

    Die meisten Schweizer Exporteure fahren immer noch besser mit dem Freihandelsabkommen China - Schweiz

    In China gelten seit anfangs Jahr allgemein tiefere Importzölle. Die chinesische Regierung hat für insgesamt 706 Produkte die Einfuhrabgaben deutlich gesenkt, oftmals auf null. Diese Reduktion oder sogar Eliminierung der regulären Zölle kommt allen Firmen aus allen Ländern zugute, welche Produkte nach China exportieren.
    Die Schweiz ist in der komfortablen Lage, weil sie seit Juli 2014 ein aktives Freihandelsabkommen mit China unterhält. Die Schätzungen gehen davon aus, dass schweizerische Firmen rund 100 Millionen Franken an Zollabgaben in China sparen. Zudem geniessen sie aufgrund der tieferen Zölle einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Firmen aus der EU oder den Vereinigten Staaten. Es stellt sich nun die Frage, ob es sich für Schweizer Firmen überhaupt noch lohnt, das doch aufwändige Freihandelsabkommen anzuwenden.
    Eine genaue Analyse der Universität St. Gallen zeigt indes, dass die chinesischen Zollsenkungen zum 1. Januar 2019 den Wert des bilateralen Freihandelsabkommens kaum reduziert haben: Die relevanten Zollsenkungen erfolgten nicht für Produkte, welche die grossen Zolleinsparungen durch das Freihandelsabkommen erzeugen. Insbesondere die Schweizer Uhrenindustrie wird weiter stark vom bilateralen Abkommen profitieren. Lediglich einzelne Industrien, die insgesamt relativ wenig nach China exportieren, profitieren nun deutlich weniger. Ein Beispiel hierfür sind die Schweizer Käseproduzenten. Ob diese derzeit regulär Einfuhrabgaben leisten oder gemäss dem Abkommen bevorzugt verzollt werden, macht nur noch einen geringen Unterschied.