Markus Eberhard Markus Eberhard 26.07.2020 | Export

    Entlassungswelle am Anrollen bei Exportfirmen?

    Die Hoffnungen, dass die Geschäfte nach dem Ende des Lockdowns wegen der Coronakrise, schnell wieder besser werden, scheinen sich nicht zu erfüllen. Diese Woche haben gleich fünf grosse Schweizer Unternehmen angekündigt, Stellen in grösserem Stile abzubauen und damit stellt sich die Frage, ob das erst der Anfang ist?
    Natürlich musste man sich darauf einstellen, dass es zu Stellenstreichungen kommen wird. Der Wirtschaftsmotor läuft zwar wieder schneller seit dem Ende des Lockdowns und wir sehen auch wieder mehr Volumen bei den für den Export zwingenden Ausfuhrlisten. Doch von der vollen Leistung ist die Schweizer- und auch die Weltwirtschaft, weit entfernt. Das sieht man leider auch sehr gut an den Aussenhandelsstatistiken, die wir monatlich nachführen, sobald die Zahlen vom Bundesamt publiziert wurden. Es scheint, als würde die alte Normalität bis auf Weiteres, wenn überhaupt, nicht zurückkehren.
    Vielmehr wird in der Wirtschaft von einer neuen Normalität gesprochen. Einer Normalität, in der das Geschäften von Unsicherheit geprägt ist und Exportgeschäfte schwieriger sind. Oftmals wird dann gespart, was vielerorts bedeutet, dass Stellen abgebaut werden. Gerade auch bei wichtigen Exportkunden läuft es gar nicht gut, wie etwa das Beispiel von Daimler zeigt, wo 30’000 Stellen auf dem Prüfstand stehen. Gerade Daimler wird auch von zahlreichen unserer Kunden beliefert.
    In unserem Land blieben solche Hiobsbotschaften bisher weitgehend aus. Dazu beigetragen haben sicher die enormen Hilfen des Bundes, aber Kurzarbeit und Hilfskredite sind keine langfristige Lösung. Das zeigt sich jetzt mit dem ersten Auslaufen dieser Hilfspakete immer mehr. Kein Wunder, häufen sich auch bei uns die Stellenabbau-Meldungen. So wurde anfangs Woche bekannt, dass es bei den flugnahen Betrieben SR Technics, Gate Group und Swissport zu einem Abbau kommen soll. Zwei Tage später künden die beiden Industriekonzerne und exportlastigen Firmen Schindler und Sulzer an, Stellen streichen zu wollen. Sie werden – leider – voraussichtlich nicht die Letzten sein mit solchen Plänen.