Markus Eberhard Markus Eberhard 09.01.2019 | Export

    Etwas Entlastung für Schweizer Stahlexporteure im EU-Stahlstreit

    Wie bereits berichtet, geht die EU seit Mitte 2018 mit temporären Schutzzöllen auf gewisse Stahlimporte vor. Ziel dieser Schutzzölle war vor allem die Flutung mit chinesischen Billigprodukten einzudämmen, hat aber auch Schweizer Exporteure betroffen. Diese zeitlich auf 200 Tage beschränkte Massnahme dauert noch bis zum 4. Februar. Nun hat die EU die nötigen Vorbereitungen getroffen, um die temporären Massnahmen zumindest bis Mitte 2021 permanent einzuführen.
    Für Schweizer Unternehmen, die Stahlprodukte in die EU exportieren, ist das von der EU ab dem 4. Februar geplante, permanente Regime etwas vorteilhafter als das temporäre. Bisher galten Globalkontingente für gewisse Produkte. Wurden diese überschritten, wandte die EU einen Schutzzoll von zusätzlich 25 % an. Die Grösse der noch nicht mit zusätzlichen Zöllen bestraften Importmengen orientierte sich dabei am Durchschnitt der in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich in zwölf Monaten importierten Quantität. Dabei wurde allerdings nicht nach Herkunft unterschieden. Wer also zuerst lieferte, sicherte sich die entsprechenden vorteilhafteren Importquoten. Jedoch wurden die EWR-Länder Norwegen, Island und Liechtenstein im Gegensatz zur Schweiz von der Regelung ausgenommen.
    Einen Ausnahmestatus erhält die Schweiz auch im permanenten Modell nicht. Allerdings sind nun länderspezifische Quoten bei einzelnen der Stahlprodukte vorgesehen. Das Ziel der EU ist nämlich, die «traditionellen» Handelsströme möglichst wenig zu beeinträchtigen, gleichzeitig aber den quasi von den USA weitergeleiteten Importen entgegenzuwirken. Vom Streit um den Stahlhandel ist auch das Schweizer Unternehmen Schmolz + Bickenbach betroffen. Dank dem neuen Regime werde die Situation planbarer und sei mit weniger Unsicherheiten behaftet, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.