• Markus Eberhard Markus Eberhard 22.05.2020 | Export

    Exporte von Schweizer Werkzeugmaschinen sanken im April 2020 um 29% gegenüber dem Vorjahr

    Bis anhin ist die Industrie relativ glimpflich durch die Corona-Krise gekommen – zumindest bei uns und in Deutschland, da die Betriebe nicht gezwungen wurden, vorübergehend zu schliessen. Doch nun wurden ganz miese Zahlen für den April publiziert: Die Exporte von Werkzeugmaschinen, einem wichtigen Teilbereich des Maschinenbausektors aus dem auch zahlreiche von unseren Kunden stammen, sanken um 29% gegenüber dem Vorjahr.
    Das ist ein veritabler Nachfrageschock und da hilft es auch nicht, dass die Produktion weiterlaufen darf, da es die Unternehmen schafften, die Behörden davon zu überzeugen, dass sie ihre Mitarbeiter ausreichend vor Ansteckungen zu schützen imstande sind. So wie das Beispiel der VAT Vakuumventile AG, die wir in diesem Beitrag beleuchteten: Wie ein gewichtiger Exporteur im Rheintal in Coronazeiten seine Produktion sicherstellt. Nun aber berichten Deutsche und Schweizer Verbände von ganz schlechten Nachfragezahlen im April, wobei der Maschinenbau besonders hart vom Abschwung in der Industrie getroffen worden ist. Laut einer jüngst erfolgten Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagebau (VDMA) erwarten fast zwei Drittel der Unternehmen in diesem Sektor einen Umsatzrückgang im laufenden Jahr von 10 bis 30%. Zu Beginn dieses Monats gaben 85% von über 700 befragten Firmen an, von «merklichen oder gravierenden Auftragseinbussen bzw. Stornierungen» betroffen zu sein.
    Das Bild in der Schweiz ist leider ähnlich düster: Der Verband der Schweizer Maschinen-, Metall- und Elektroindustrie Swissmem berichtete vor kurzem, dass die Branche im April von einem «massiven Einbruch» heimgesucht worden sei. Zu schaffen macht der Branche, dass zahlreiche Kunden ihre Investitionsbudgets zusammengestrichen haben. Besonders ausgeprägt ist die Sparneigung in der Automobilbranche. Dort droht gemäss Marktbeobachtern im laufenden Jahr ein weltweiter Absatzrückgang von über 20%.  Das wird auch Auswirkungen auf die Beschäftigungslage haben, denn verschiedene Unternehmen haben bereits erste Entlassungen angekündigt.