Markus Eberhard Markus Eberhard 07.05.2020 | Export

    Exportierende Industriefirmen bleiben wegen der Coronavirus-Reisebeschränkungen auf ihren Maschinen sitzen

    Die Schweizer Exportindustrie kämpft mit den wirtschaftlichen Folgen wegen des Coronavirus. Diese sind unterschiedlicher Art und der Blick zeigt in einem aktuellen Beitrag auf, wie Firmen leiden. Journalisten haben einen Besuch gemacht in der Industriefirma Willemin-Macodel in Delsberg JU, die wegen den Reisebeschränkungen ihre fixfertigen Maschinen nicht exportieren kann.
    Dabei geht es um eine Lieferung von fünf Hightech-Maschinen an einen chinesischen Kunden. Zwar verrät der Co-Direktor, Olivier Hägeli, den Namen nicht, aber es sei eine bekannte Firma, wie so viele Kunden der Firma, die hauptsächlich aus der Medizinaltechnik- und Uhrenbranche stammen. Die betroffenen Maschinen stehen seit Wochen für die Exportabwicklung bereit. Sie bleiben es bis auf Weiteres auch, denn die drei Kundentechniker können nicht in die Schweiz kommen, um sie abzunehmen. Solche Abnahmevorgänge sind klar geregelt und werden minutiös protokolliert.
    Doch selbst wenn dieser erste Schritt geschafft ist, müssen die Maschinen als Nächstes exportiert werden und im Zielland ankommen. Und dann von Willemin-Macodel Spezialisten vor Ort installiert und in Betrieb genommen werden. Doch auch das ist auf absehbare Zeit absolut unmöglich. Somit gibt es auch bis auf Weiteres keine Möglichkeit, die Rechnung zu stellen und im Anschluss hoffentlich das Geld zu bekommen. Eine bedrohliche Situation für viele Firmen, auch wenn im Falle des Familienunternehmens Willemin-Macodel finanzielle Reserven da sind.
    Trotzdem hat die Firma vier Wochen lang alles komplett stillgelegt und die 340 Angestellten mussten zu Hause bleiben. Seit Mitte April ist die Produktion wieder ganz langsam hochgefahren worden. Inzwischen laufen die Maschinen der Willemin-Macodel mit halber Kraft, obwohl die Auftragsbücher gefüllt sind.
    Dabei ist die Firma beileibe kein Einzelfall, sagt Swissmem-Präsident Hans Hess. Er kenne viele weitere solcher Beispiele in seinem Industrieverband.