Markus Eberhard Markus Eberhard 15.04.2019 | Export

Immer grössere Anteile am Exportvolumen werden bei der Exportrisikoversicherung (Serv) abgesichert

Schweizer Exportfirmen lassen deutlich mehr Ausfuhren in autokratisch regierte Länder z.B. die Türkei durch den Bund absichern – obwohl die Verkäufe dorthin nicht zunehmen. Dafür gibt es die Schweizerische Exportrisikoversicherung des Bundes (Serv). Sie versichert Firmen gegen Zahlungsausfälle bei Exportgeschäften und gehört zum Staatssekretariat für Wirtschaft SECO.
Vermutlich wegen dieser Versicherung ist das Exportvolumen in die Türkei konstant geblieben in den letzten Jahren, obwohl die Risiken stetig gestiegen sind. Dazu zählen politische als auch wirtschaftliche wie z.B. die konstante Abwertung der türkischen Währung. Neu weist die Organisation mit mehr als 1 Milliarde Franken in der Türkei ihr höchstes Engagement aller Länder aus. Es hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Insgesamt entspricht es 14 Prozent des gesamten Risikos der Serv. Mittlerweile werden fast die Hälfte aller Türkei-Geschäfte bei der SERV abgesichert, wogegen dieser Wert vor fünf Jahren noch bei 5 Prozent war.
In Anbetracht dieser Grössenordnungen kommen nun Befürchtungen auf, dass der SERV allfällige Schäden gar nicht vollumfänglich decken könnte und wiederum der Steuerzahler einspringen müsste. So wie er das ja auch schon bei anderen Gelegenheiten tun musste, etwa bei der Rettung der UBS.

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