Markus Eberhard Markus Eberhard 12.03.2020 | Export

    Interview mit Martin Naville zu den möglichen Auswirkungen der Einreisesperre nach Amerika

    Überraschend hat US-Präsident Donald Trump als Reaktion auf die Corona-Krise eine Einreisesperre verhängt: Ab Freitag können Menschen aus Schengen-Ländern nicht mehr in die USA reisen. Als Mitglied des Schengen-Raums sind auch Schweizer betroffen. Das SRF hat dazu den Direktor der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer, Martin Naville, interviewt.
    Insgesamt wertet er diesen Schritt zuerst einmal als drastisch und unerwartet.  Was die mittel- bis langfristigen wirtschaftlichen Folgen angeht, kann er im Moment noch nicht in der ganzen Breite beurteilen. Für ein paar Sektoren, etwa für den Tourismus, sei es in herber Schlag. Für andere Sektoren sei der einmonatige Einreisestopp wie Atem anhalten und mit der Zeit schmerzhaft. Wenn das Verbot in einem Monat aufgehoben wird, kann man wieder aufholen und diese Zwangspause vermutlich einigermassen wegstecken. Dauert es länger, hätte das aber radikale Konsequenzen.
    Als besonders von diesem Entscheid betroffene Branchen sieht er nebst dem Tourismus vor allem exportierende Branchen. Es wird Firmen treffen, die schwerpunktmässig in den USA geschäften, wobei die Schweizer Firmen einer der grössten Investoren sind. Für diejenigen Firmen allerdings, die in den USA Lager haben, wird es weniger schwierig. Ob sich längerfristig im Verhältnis Schweiz-USA etwas ändern wird, muss er und sein Team sich überlegen. Denn diese Beziehung ist mit einem Wachstum des Handelsvolumens von zehn Prozent pro Jahr eine der erfolgreichsten Wirtschaftsbeziehungen der letzten fünf Jahre. Ob dieses Wachstum weiterhin stattfindet, ist nun die grosse Frage.
    Das Exportieren wird auf jeden Fall anspruchsvoller. Wir können Sie dabei tatkräftig unterstützen und bieten Ihnen in Form des Seminars Exportabwicklung die richtigen Grundlagen dazu oder helfen Ihnen im Rahmen unserer Zollberatung individuell weiter.