Markus Eberhard Markus Eberhard 10.02.2020 | Export

    Ungleichgewicht bei den Schweizer Exporten wegen Pharmabranche

    So erfreulich die Feststellung eigentlich ist, dass die Pharmaindustrie das Zugpferd der Schweizer Wirtschaft, insbesondere der Exportwirtschaft ist, so problematisch ist sie auch. Denn nun haben wir, und das hast sich schon vor Jahren abgezeichnet, ein Ungleichgewicht: So richtig rund läuft es nur noch im Pharma­sektor, während andere Exportbranchen kaum noch wachsen.
    Das kann man sehr gut auch in unseren aufbereiteten Aussenhandelsstatistiken erkennen, weshalb manche Öko­nomen von der „Holländischen Krankheit“ sprechen. Damit ist die einseitige Abhängigkeit einer Volkswirtschaft von einem Exportsektor mit negativen Folgen für andere Branchen gemeint.
    Die dahinterstehende Sorge ist: Die Exportstärke der Pharmaindustrie hätte eine aufwertende Wirkung auf den Franken und schade anderen Branchen, die weniger produktiv und abhängiger vom Wechselkurs sind, wie etwa die Maschinen- und ­Metallindustrie.
    Letztere verliert an Wettbewerbsfähigkeit und damit län­gerfristig an Bedeutung für die hiesige Volkswirtschaft – bis hin zur Deindustrialisierung, weil sie die Produktion an günstigere Standorte im Ausland verlagert. Selbst Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff sagte unlängst in einem Interview, dass es zwar ein Segen sei, dass wir die Pharmabranche als Exportzugpferd haben, aber sie würde das Bild der gesamtwirtschaftlichen Lage in der Schweiz verzerren. Es gebe wenige Länder auf der Welt, die so einseitig von einer Branche abhängig seien wie die Schweiz.
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