Schweizer Zoll fängt so viele Pillen ab beim Import wie noch nie

Import
08.07.2019 von Markus Eberhard
Lkw, der in die Schweiz reinfährt am Zoll

Seit Anfang 2019 haben Swissmedic und die Eidgenössische Zollverwaltung eine neue Praxis eingeführt: Sobald bei der illegalen Einfuhr von Medikamenten etwa eine Verletzung des Mehrwertsteuergesetzes vorliegt, ist neu die Zollverwaltung zuständig – und nicht mehr die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte. Deshalb werden jetzt viel mehr illegale Importe in die Schweiz entdeckt und geahndet.
Dies betrifft vor allem auch Sendungen mit Viagra: Rund 95 Prozent aller illegalen Importe von Medikamenten in die Schweiz sind Potenzmittel. Schweizer Konsumenten bestellen diese meistens in ausländischen Online-Shops. Doch das Gesetz beschränkt die maximale Menge, die jemand einführen kann: Eine Privatperson darf lediglich Medikamente bis zu maximal einem Monatsbedarf importieren. Wer mehr bestellt, macht sich strafbar.
In den ersten sechs Monaten haben die Behörden bereits 4000 illegale Sendungen abgefangen. Swissmedic geht pro Paket im Durchschnitt von 100 Pillen aus. Schätzungsweise wurden also mindestens 400 000 Potenzpillen illegal eingeführt. Die Dunkelziffer dürfte um ein Mehrfaches höher sein.

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