Welche Präferenzlösung hätten Sie denn gerne?

31.07.2017 | Allgemein, Präferenzieller Warenursprung | Markus Eberhard

Zugegeben, schon der Titel dieses Beitrages ist stark abgekürzt. Aber die Beantwortung dieser Frage war das Ziel einer Dreiviertelstunde «IT-Battle» anlässlich des diesjährigen Exportmarktplatzes in Schaan. Dieser jährlich stattfindende Regionalanlass zu aktuellen Aussenhandelsthemen wird vom «Verein Exportmarktlatz» organisiert. Er ermöglicht interessierten Firmen einen kompakten Einblick in aktuelle Themen und Trends in den Bereichen Zoll, Logistik und Aussenhandel.

Vergleich von Softwarelösungen als Aufhänger

Die Schwerpunktthemen werden jährlich festgelegt und der Vereinspräsident hatte die Idee, das Thema Warenursprung mit der Präferenzkalkulation einmal anders anzugehen: Nämlich mit einem Vergleich von Werkzeugen dazu – und dies live vor den Augen der Zuschauer. Und damit es nicht zum üblichen «Ich bin besser als Du» kommt, hat er den Anbietern die auf der Bühne zu zeigende Aufgabe vorgegeben. Somit wurde also eine Art Wettbewerbssituation geschaffen innerhalb von knapp 20 Minuten je Anbieter.

Einer ruft – und fast keiner kommt

Der Veranstalter Bernhard Mähr hat die Zeit je Anbieter auch deshalb kurzgefasst, weil er mit drei bis vier Anbietern rechnete. Doch auf seinen Aufruf an acht Anbieter, die eine solche Lösung gemäss eigenen Angaben für den Schweizer Markt anbieten, hatte sich bis auf zwei keiner gemeldet. Als teilnehmende Firma fragten wir uns, ob dieser Entscheid wohl eine gute Idee war? Wir wurden den Eindruck nicht los, dass bei vielen Firmen die Broschüren vermutlich besser aussehen als eine Livepräsentation. Nebst uns, die mit der SAP-basierenden Lösung PCALC4ERPins Rennen stiegen, war die Firma AEB mit ihrer Lösung dabei.

Einer ruft – und 100 Teilnehmer kommen

Wesentlich erfolgreicher war der Veranstalter bei der Einladung: Gegen 100 Besucher fanden sich an diesem heissen Tag in Schaan ein. Dies ist eine sehr ansprechende Anzahl, denn Fachveranstaltungen leiden heutzutage immer mehr unter den stetig zurückgehenden Besucherzahlen. Entsprechend gut war dann auch unser Stand an der Begleitausstellung besucht, was uns sehr gefreut hat.

Viele Besucher am FineSolutions Begleitstand.

Wie erkläre ich Präferenzkalkulation in 20 Minuten?

Als Corinne Müller und ich uns im Vorfeld Gedanken zum möglichen Ablauf auf der Bühne gemacht hatten, waren wir plötzlich froh, dass nur noch ein zweiter Mitbewerber zugesagt hatte. Wir hatten somit immerhin 20 Minuten zugesprochen erhalten. Gleichwohl drehten wir uns immer wieder um die Frage: Wie erklären wir den Leuten in 20 Minuten ein so kompliziertes und umfangreiches Thema und lassen dabei auch unsere Software in gutem Licht erscheinen? Auch wenn es sich bei unserem Einsatz nicht um eine Modeveranstaltung auf dem Laufsteg handelt, so wollten wir natürlich trotzdem im Rampenlicht stehen. Wir entschieden uns, die 20 Minuten aufzuteilen: Während 5 Minuten eine Kurzeinführung und eine Viertelstunde Live-Präsentation. Dafür hatten wir uns für das einigen aus den Ermächtige Ausführer (EA)-Schulungen bekannte «Kaffeemaschinen»-Beispiel entschieden.

Und los geht’s

Bei unseren zahlreichen Präsentationen zum Thema «Softwareunterstützte Präferenzabwicklung» haben wir oft festgestellt, dass die Teilnehmer den gezeigten Funktionalitäten nicht folgen konnten. Zu unklar ist den meisten das Thema und vor allem auch die systematische Vorgehensweise bei einer Präferenzkalkulation.

Typischer Ablauf zur Bestimmung des Warenursprungs

Wir hatten uns deshalb entschieden, dass ich in der fünfminütigen Einführung kurz auf die verschiedenen Prozessschritte eingehe unter Zuhilfenahme eines Schaubildes von uns. Diese zeigt bildlich auf, wo unsere Live-Präsentation beginnt und 10 Minuten später enden wird. Selbst dafür war die Zeit äusserst knapp und die Einführung erfolgte im Schnellzugstempo:

Einführung in das Vorgehen zur Warenursprungsbestimmung

Nach der Kurzeinführung war es soweit und Corinne Müller übernahm denjenigen Teil, der bei den Teilnehmern sicher am meisten Interesse weckte: Die softwareunterstützte Präferenzabwicklung. In unserem Beitrag geschah dies anhand der SAP-basierenden Lösung PCALC4ERP; der Mitbewerber AEB zeigte seine Windows-/browserbasierte Anwendung.

Wir führten folgende Schritte vor: Prüfung Kundenauftrag, Neukalkulation unter Bezug auf die im SAP-Materialstamm vorhandene Zolltarifnummer, Zugriff auf die Fertigungs-Stückliste, Präferenzzonen-Festlegung sowie die Ausführung der Kalkulation.
Als Ergebnis wurde im Anschluss der präferenzielle Schwellenwert je Präferenzzone angezeigt. Natürlich unter Berücksichtigung der korrekten Listenregeln.
Im Kundenauftrag konnte im nächsten Schritt die Preisfindung angestossen werden, wo der zuvor kalkulierte PREF-Wert in das Kalkulationsschema übernommen wurde. Die Präferenzprüfung geschah unmittelbar mittels Abgleich des PREF-Wertes mit dem Ab-Werk-Preis (GRWR-Grenzübergangswert).

Unsere Lösung hat danach – wen wundert es – ein positives Präferenzergebnis ausgewiesen. So wie übrigens die Software von AEB auch.

Positives Ergebnis bei der Präferenzermittlung des Kaffeemaschinen-Beispiels.

Fazit

Auch wenn die Zeit nie und nimmer gereicht hat für die Thematik an sich und den Vergleich der beiden Systeme sowieso, waren die Teilnehmer zufrieden. Auf Rückfragen haben mir Teilnehmer gesagt, dass es interessant war überhaupt einmal eine Unterstützung in diesem aufwändigen und schwierigen Thema zu sehen. Ein anderer Teilnehmer war angetan davon, dass die komplizierten Listenregeln so in einem IT-System abgebildet werden konnten, dass schlussendlich auch ein nachvollziehbares Ergebnis zustande kam.
Von daher gebührt dem Veranstalter ein dickes Lob für die gute Idee und die Organisation.
Gerne zeigen wir Ihnen das «Kaffeemaschinen»-Beispiel oder ein anderes auch in mehr als 20 Minuten. Denn eigentlich wollen wir nicht um die zur Verfügung stehende Zeit kämpfen.

Markus Eberhard

Markus Eberhard hat die FineSolutions AG gegründet und ist nebst der Geschäftsführung verantwortlich für das Marketing der Firma. Zudem gibt er selbst Seminare und führt Beratungen zu speziellen Themen durch.

Kommentare

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2 Kommentare zu «Welche Präferenzlösung hätten Sie denn gerne?»

  • Andres Steinemann

    Vielen Dank für diesen Bericht!
    Gibt es diese Möglichkeit auch einmal im Raum Basel?
    Wir würden dann sehr gerne teilnehmen. Das Fürstentum ist zu weit weg für uns.

    • Markus Eberhard – finesolutions

      Sehr geehrter Herr Steinemann
      Gerne geschehen! Nach unserer Kenntnis war dieser Anlass bisher einzigartig. Sollten wir etwas hören oder wieder eingeladen werden, erfahren Sie es auf jeden Fall auf der Website.
      Mit besten Grüssen
      Markus Eberhard

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