Eidgenös­si­sche Zollver­wal­tung bewilligt Import von Billig­milch im Veredelungsverkehr

Import
10.03.2021 von Markus Eberhard
ein Bild des Gebäudes der Eidgenössischen Zollverwaltung der Schweiz

Die Eidgenössische Zollverwaltung hat überraschend das Gesuch einer Käserei genehmigt, Milch aus Deutschland im Veredelungsverkehr zu importieren, hierzulande zu Käse zu verarbeiten und dann wieder zu exportieren. Bei den hiesigen Bauern sorgte das für rote Köpfe, denn sie fürchten Preisschwankungen und einen Einbruch der Nachfrage nach Schweizer Milch.
Die Käserei Imlig aus Oberriet (SG) hatte im Dezember 2020 ein Gesuch bei der EZV deponiert, damit sie drei Millionen Liter Milch zu Halbhartkäse für den deutschen Markt verarbeiten kann. Dieses hat die EZV nun überraschend bewilligt. Wie die Behörde zu diesem Urteil kam, will die Zollverwaltung auf Anfrage des “BLICK” nicht bekannt geben. Für den Geschäftsführer der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (VMMO), Markus Berner, ist es inakzeptabel, wenn eine Schweizer Käserei durch die Verarbeitung von Importmilch die Käseexporte direkt konkurrenziert. Es würde bestimmt genügend Schweizer Milchbauern geben, welche diese Milchmenge gerne liefern würden.
Mittlerweile hat sich auch die Politik des Falls angenommen. SVP-Nationalrat Marcel Dettling (40, SZ) reichte am Montag im Nationalrat die Motion “Stop dem Milchchaos” ein. Demnach sollen Gesuche zum Import von Milch zur Produktion von Billigkäse künftig nicht mehr angenommen werden dürfen.
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Quellenangaben

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