Präferen­zi­eller Warenursprung

25.01.2018 | Präferenzieller Warenursprung | Olcay Erden

Das Thema «Präferenzieller Warenursprung» fasziniert und verwirrt unsere Kunden gleichermassen. Es sorgt bei exportierenden Industrieunternehmen immer wieder für Stirnrunzeln. Hier haben wir als Zollberater entsprechend alle Hände voll zu tun. Nachdem klar ist, dass der präferenzielle Warenursprung immer auf freiwilliger Basis eruiert wird und die Einkäufer innerhalb eines Unternehmens dabei «mitmachen» müssen, stellen sich Exporteure bereits die ersten Fragen:

  • Was ist der Unterschied zwischen einer Lieferantenerklärung und einer Ursprungserklärung?
  • Lohnt sich der interne, administrative Aufwand überhaupt?
  • Was ist der Unterschied zwischen dem nicht-präferenziellen und präferenziellen Warenursprung?
  • Wie sieht eine Präferenzkalkulation überhaupt aus?

Im Folgenden gehen wir dieser Thematik auf den Grund und erklären Ihnen verständlich, worauf es wirklich ankommt.

Inhalt:

1. Lieferan­ten­er­klä­rung

Nehmen wir mal an, Ihr Unternehmen bezieht Vormaterialien und Ersatzteile aus dem EU-Raum zur weiteren Verarbeitung in Ihrem Haus. Damit Sie bei der Wiederausfuhr den präferenziellen Warenursprung weitergeben können, fordern Sie von Ihren EU-Lieferanten ganz einfach «Generelle Lieferantenerklärungen» ein und speichern diese in Ihrer Ablage ab. Bei einer Ursprungsüberprüfung durch den Schweizer Zoll hätten Sie jetzt aber ein Problem.

2. Präferenz­nach­weis

Die Begriffe «Präferenz», «Präferenznachweis» oder «präferenzieller Warenursprung» sorgen immer wieder für Verwirrung. Der Duden beschreibt das Wort «Präferenz» unter anderem wie folgt: «bestimmten Ländern gewährte Vergünstigung». Hier geht es konkret um die Vergünstigung auf Zollabgaben, welche sich Länder gegenseitig im Rahmen eines gemeinsam abgeschlossenen Freihandelsabkommens gewähren.

3. EUR.1

Das EUR.1 Dokument ist eine Warenverkehrsbescheinigung, ein Präferenznachweis für grenzüberschreitende Warenlieferungen und nur anwendbar für den Warenverkehr mit Ländern, mit denen die Schweiz / EFTA ein Freihandelsabkommen abgeschlossen haben. Dafür müssen die entsprechenden Kriterien des jeweiligen Abkommens erfüllt werden.

  • Weiter zum Kapitel “EUR.1

4. Listen­re­geln

Der Begriff «Listenregeln» steht für die Kriterien, die eine Produktionsware erfüllen muss, um gemäss einem bestimmten Freihandelsabkommen zollbegünstigt oder gar zollfrei in ein Vertragsland importiert werden zu können. Diese Kriterien werden bei Ausarbeitung eines neuen Abkommens immer wieder neu festgelegt und können deshalb zwischen den einzelnen Freihandelsabkommen unterschiedlich sein.

5. Freihan­dels­ab­kommen

CETA, NAFTA und TTIP: Freihandelsabkommen sind in aller Munde und bewegen die Gemüter. Kaum wird ein neues Freihandelsabkommen abgeschlossen, wenden es Unternehmen natürlich sofort an. So auch geschehen beim Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China.

6. Ermäch­tigter Ausführer

Das Ausstellen von Präferenznachweisen kann sehr zeitraubend sein, wenn Ihr Unternehmen nicht eben den Status eines «Ermächtigten Ausführers» besitzt. Als Ermächtigter Ausführer hat eine Firma verschiedene Privilegien, die den Warenverkehr in Bezug auf die Anwendung der Freihandelsabkommen beschleunigen. Wie diese Privilegien aussehen und wie Sie diese Bewilligung erhalten, erfahren Sie im folgenden Artikel.

7. Präferenz­kal­ku­la­tion

Oft gehen Firmen automatisch davon aus, dass ein Artikel den (präferenziellen) Warenursprung Schweiz erlangt, sobald sie physisch in der Schweiz hergestellt wird – ganz egal, wie hoch der ausländische Anteil an Vormaterialien ist. Beim präferenziellen Warenursprung jedoch, welcher auf den Bestimmungen der einzelnen Freihandelsabkommen basiert, muss dieser gemäss den Listenregeln des jeweiligen Freihandelsabkommens berechnet werden. Diese Berechnung nennt man Präferenzkalkulation. Erfahren Sie im folgenden Artikel mehr dazu.

8. Wertgrenzen

Besitzt Ihre Firma nicht den Status des «Ermächtigten Ausführers» (EA), so muss sie bei der Ausstellung von Präferenznachweisen besonders darauf achten, in welcher Währung die Rechnung ausgestellt wird und wie hoch der Rechnungswert dabei sein darf. Was viele Unternehmen nicht wissen: Damit eine «Ursprungserklärung auf der Rechnung» aufgedruckt werden darf, gilt es die von einzelnen Freihandelsabkommen festgelegte Wertgrenzen zu beachten. Mehr dazu erfahren Sie in dieser Fachbegriffserklärung.

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30.11.2021 | Präferenzieller Warenursprung Lea Derendinger | Zürich
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