EUR.1

25.05.2020 | Präferenzieller Warenursprung | Elin Meier |

Die Warenverkehrsbescheinigung (WVB) EUR.1 ist ein Präferenznachweis und kommt nur für grenzüberschreitende Warenlieferungen unter bestimmten Bedingungen zur Anwendung.

Sie bemächtigt den Importeur zur zollfreien oder zollbegünstigten Einfuhr. Die EUR.1 ist nur anwendbar für den Warenverkehr mit Ländern, mit denen die Schweiz / EFTA ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat. Zudem müssen die entsprechenden Kriterien des jeweiligen Freihandelsabkommens erfüllt werden.

Wir erklären Ihnen nachfolgend im Detail alles rund um die EUR.1 aus Schweizer Sicht mit Beispielen. Und was der Unterschied zu anderen Ursprungsnachweisen ist.

Was ist eine EUR.1?

Die Warenverkehrsbescheinigung (WVB) EUR.1:

  • ist ein Präferenznachweis in Form eines Formulars
  • dient dazu, im Bestimmungsland der Ware von Zollvorteilen zu profitieren
  • ist ein Wertpapier und bemächtigt den Importeur zur zollfreien oder zollbegünstigten Einfuhr


Für Sie als exportierendes Unternehmen ist es wichtig zu wissen, dass die EUR.1 nur anwendbar ist für den Warenverkehr mit Ländern, mit denen die Schweiz/EFTA ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat. Dazu müssen die entsprechenden Kriterien des jeweiligen Freihandelsabkommens erfüllt werden.

In welchen Freihandelsabkommen die EUR.1 zur Anwendung kommt und welche weiteren Ursprungsnachweise bestehen, finden Sie unter unserem Fachbegriff Präferenznachweis.

Wenn Sie als importierendes Unternehmen für Ihre Waren Zölle zahlen, lohnt es sich zu prüfen, ob Ihr Lieferant aus dem Ausland eine EUR.1 ausstellen könnte. Denn Ursprungswaren aus Staaten, mit denen ein Freihandelsabkommen besteht, können meist zollfrei oder zu reduzierten Zollansätzen eingeführt werden. So können Sie womöglich beim Import Ihrer Waren Zoll sparen. Die reduzierten Zollansätze sind im Zolltarif – Tares für jedes Land ersichtlich.

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finesolutions Praxisbeispiel

Sie bestellen Kugellager der Tarifnummer 8482.1020 von Ihrem Lieferanten aus Deutschland.

  • Das Bruttogewicht der Sendung beträgt 400 kg
  • Der Zollansatz für die Kugellager liegt gemäss Tares bei
    CHF 225.00 / je 100 kg brutto
  • Sie zahlen also für diese eine Sendung
    CHF 900.00 Zollabgaben
    (400 kg : 100 = 4 kg x CHF 225.00)


Im Tares ist für diese Ware aus der EU jedoch auch ein reduzierter Zollansatz vorgesehen, nämlich:

  • CHF 0.00 / je 100 kg brutto


Das heisst, wenn Ihr Lieferant aus Deutschland eine EUR.1 ausstellen würde, müssten Sie keine Zollabgaben bezahlen.

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finesolutions Tipp

Wenn Ihnen Ihr Lieferant aus der EU Waren liefert, die er in einem Land eingekauft hat, mit dem die EU kein Freihandelsabkommen hat, zahlen Sie beim Import in die Schweiz Zoll.
Wenn die Schweiz mit diesem Land jedoch ein Abkommen hat und die Güter würden direkt zu Ihnen geliefert werden, würden Sie vom Abkommen profitieren und die Ware könnte zollfrei importiert werden.

Lesenswert ist dazu unser Blogbeitrag «Zölle im Import sparen»

Die Präferenzbelege sind aber nicht nur dafür da, dass Sie bei der Einfuhr Zollabgaben sparen.

Wenn Sie die aus dem Ausland eingeführten Vormaterialien für Ihre Produktion weiterverwenden, sind Vorursprungsbelege im Einkauf wesentlich, da Sie diese Vormaterialien in Ihrer Präferenzkalkulation für den Export positiv rechnen können.

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Wie finesolutions Ihnen beim Thema Import helfen kann?

Wir prüfen Ihre Ursprungsbelege und Veranlagungsverfügungen auf Richtigkeit. Zudem zeigen wir Ihnen im Rahmen einer Zollkostenanalyse, wie Sie langfristig Zollabgaben einsparen und welche Lieferanten Ihnen falsche Zollpapiere und Daten liefern.

Was wird mit einer EUR.1 bestätigt?

Sie als Ausführer einer Ware bestätigen mit der EUR.1 den präferenziellen Ursprung der Güter, also dass die Produkte z. B. in der Schweiz vollständig hergestellt oder genügend bearbeitet wurden. Der Nachweis belegt auch, dass das Listenkriterium des Freihandelsabkommens erfüllt wurde und Sie im Besitz der Präferenzkalkulation und der entsprechenden Vorursprungsnachweise sind.

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finesolutions Hinweis

Die Person, welche die EUR.1 unterzeichnet, haftet für die Richtigkeit der Angaben. Die Präferenzeigenschaft der Güter muss dabei belegbar sein.

Was ist der Unterschied zwischen einer EUR.1 und der Ursprungs­er­klä­rung in der Rechnung?

Anstelle einer EUR.1 können Sie als Exporteur der Waren auch eine Ursprungserklärung in der Rechnung ausstellen, sofern der Warenwert unterhalb der jeweiligen Wertgrenzen des Freihandelsabkommens liegt.

Diese Ursprungserklärung (umgangssprachlich auch Präferenztext, Rechnungserklärung (RE), Ursprungstext, Präferenzsatz oder auch Ursprungssatz genannt), welche auf einer Rechnung oder einem Handelspapier angedruckt wird, ist ein weiterer Präferenznachweis im Sinne der Freihandelsabkommen. Wie dieser Text genau lauten soll, ist wiederum in den einzelnen Freihandelsabkommen festgehalten.

Wann wird eine EUR.1 ausgestellt?

Grundsätzlich gilt, dass das Ausstellen eines Präferenznachweises und somit die Nutzung von Freihandelsabkommen für Sie immer freiwillig ist. Sie müssen keine EUR.1 ausfüllen, sondern können die Ware auch ohne EUR.1 versenden. Die Güter werden dann zum normalen Zollansatz im Bestimmungsland verzollt.

Fallen im Bestimmungsland hohe Zollabgaben an, lohnt es sich einen Präferenznachweis auszustellen, sofern Sie geprüft haben, ob die Güter auch wirklich präferenzbegünstigt sind.

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Wie finesolutions Ihnen beim Thema Präferenznachweis helfen kann?

Bevor Sie mit dem Ausstellen von Präferenznachweisen beginnen, müssen Sie Ihr Unternehmen darauf vorbereiten. Besorgen Sie sich das dazu benötigte Wissen am Seminar & Webinar Präferenzieller Warenursprung – an einer öffentlichen Veranstaltung oder als Inhouse Seminar / Webinar für Ihre Firma.

Im Moment sind keine passende Seminare buchbar

Was sind die Voraus­set­zun­gen, um eine EUR.1 auszustellen?

Bevor Sie eine EUR.1 ausstellen, sollten Sie sich unbedingt folgende Fragen stellen:

  • Welche Zolltarifnummer hat mein Produkt?
  • Bezahlen wir oder unser Kunde im Bestimmungsland Zölle auf unseren Waren?
  • Hat die Schweiz/EFTA ein Freihandelsabkommen mit dem Bestimmungsland?
  • Muss zwingend eine EUR.1 ausgestellt werden oder reicht eine Ursprungserklärung auf der Rechnung?
  • Ist die EUR.1 im entsprechenden Freihandelsabkommen als Ursprungsnachweis vorgesehen?

Nach diesen ersten Schritten können Sie prüfen, ob Ihre Ware auch wirklich präferenzbegünstigt ist.
Dafür müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Als Bearbeitung wurde mehr als nur eine Minimalbehandlung durchgeführt
  • Für die gefertigte Ware wurde eine Präferenzkalkulation erstellt
  • Die Vorursprungsbelege (für Vormaterialien aus der Schweiz: Lieferantenerklärungen – bei solchen aus dem Ausland: eVV Import und Präferenznachweis der ausländischen Lieferanten) sind vorhanden
  • Die Listenregel wird erfüllt


Sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind, können Sie einen Ursprungsnachweis ausstellen.

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finesolutions Tipp

Eine präferenzielle Ursprungskalkulation zu erstellen ist immer mit viel Aufwand verbunden. Ob sich dieser Aufwand für Sie wirklich lohnt, können Sie in unserem Blog «Ursprungskalkulation: Betreiben Sie den Aufwand nur, wenn es sich «lohnt»»nachlesen.

Für welche Länder kann eine EUR.1 ausgestellt werden?

In den Bestimmungen der jeweiligen Freihandelsabkommen ist definiert, welcher Präferenznachweis in welchem Abkommen gültig ist. In dieser Übersicht sehen Sie, für welche Länder eine EUR.1 ausgestellt werden kann und welche formellen Vorschriften inklusive Fristen eingehalten werden müssen:

Eine Übersicht der Freihandelsabkommen, in denen die EUR.1 zur Anwendung kommt, erhalten Sie im Fachbegriff Präferenznachweis.

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finesolutions Hinweis

In fast allen Freihandelsabkommen sind Vereinfachungen für Ermächtigte Ausführer vorgesehen. So können Sie als Ermächtigter Ausführer anstelle einer EUR.1 eine Ursprungserklärung ausstellen. Für gewisse Länder ist bei einer gewünschten Präferenzbestätigung jedoch zwingend eine EUR.1 zu erstellen, da die Rechnungserklärung nicht anerkannt wird (Bsp.: GCC-Staaten wie Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate).

Haben Sie den Status als Ermächtigter Ausführer nicht, können Sie mit gewissen Einschränkungen trotzdem eine Ursprungserklärung erstellen. Sie müssen die klar definierten Wertgrenzen einhalten und die Erklärung muss im Original unterschrieben werden. Auch der Wortlaut ist je nach Land genau vorgeschrieben. Übersteigt der Sendungswert die Wertgrenze, dürfen Sie keine Rechnungserklärung ausstellen.

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finesolutions Hinweis

Im Abkommen mit Japan und China dürfen nur Ermächtigte Ausführer eine Rechnungserklärung ausstellen. Alle anderen Firmen ohne diesen Status müssen die papiergestützten Präferenznachweise erstellen, um von Zollvorteilen zu profitieren:

  • CH-Japan:
    EUR.1 in englischer Sprache, für nicht Ermächtigte Ausführer
  • CH-China:
    EUR.1 CN (spezielles Formular) in englischer Sprache, für nicht Ermächtigte Ausführer

Denken Sie daran: falls im Bestimmungsland keine Zölle erhoben werden, oder wenn die Zollabgaben minimal sind, lohnt sich das Ausstellen eines Präferenznachweises nicht. Es kann aber sein, dass Ihr Kunde auf die Präferenzeigenschaft der Güter angewiesen ist, da er diese in sein Produkt verbaut oder reexportiert.

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Wie finesolutions Ihnen beim Thema Ermächtigter Ausführer helfen kann?

Sie denken darüber nach, den Status als Ermächtigter Ausführer zu beantragen? Die Bewilligung für den Erhalt dieses Status wird nicht ohne Weiteres erteilt und es müssen gewisse Vorbereitungen innerhalb der Firma getroffen werden. Gerne beraten wir Sie, ob sich der Aufwand für Sie lohnt und falls ja, unterstützen wir Sie gerne bei der Beantragung.

Für welche Länder kann keine EUR.1 ausgestellt werden?

Es gibt Länder, in welchen die EUR.1 nicht anerkannt wird. Für diese Lieferungen sind nur Ursprungserklärungen auf der Rechnung als Präferenznachweis vorgesehen (Bsp.: Hongkong, Südkorea, Philippinen, Kanada, Singapur).

Zudem gibt es zahlreiche Länder, mit denen die Schweiz / EFTA kein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat (Bsp.: USA). Für diese können Sie natürlich keinen Präferenznachweis ausstellen. Eine EUR.1 für eine Lieferung in die USA würde von der Zollverwaltung auch nicht beglaubigt/gestempelt werden.

Darf ein Ermäch­tig­ter Ausführer eine EUR.1 ausstellen?

Grundsätzlich sollten Sie als Ermächtigter Ausführer keine EUR.1 ausstellen, da dies zusätzlichen administrativen Aufwand für Ihr Unternehmen und auch für die Zollbehörden generiert.

Sie besitzen als Ermächtigter Ausführer eine Bewilligung und müssen sich an die vorgeschriebenen Pflichten im Zusammenhang mit dem EA-Status halten. Sie erhalten von der Zollverwaltung eine Vereinfachung mit dieser Bewilligungsnummer und falls Sie diese Vereinfachung oftmals nicht nutzen, kann Ihnen die Bewilligung wieder entzogen werden. Die Vereinfachung ist nämlich, dass Sie keine EUR.1 erstellen müssen, sondern die Rechnungserklärung anwenden dürfen, egal bei welchem Warenwert.

  • Nur in einem Freihandelsabkommen ist die Rechnungserklärung nicht vorgesehen:
    Abkommen EFTA-GCC-Staaten
    (Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate)

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finesolutions Praxishinweis

Einige Länder, wie z. B. die Türkei, verlangen immer wieder eine EUR.1 und akzeptieren die Rechnungserklärung nicht als Präferenznachweis. Im Abkommen EFTA-Türkei ist aber klar festgehalten, dass Ermächtigte Ausführer die Ursprungserklärung auf der Rechnung andrucken dürfen und keine EUR.1 erstellen müssen.

Wer darf eine EUR.1 ausstellen?

Grundsätzlich wird die EUR.1 durch den Exporteur der Ware ausgestellt. Sie können aber auch einen Vertreter (Bsp. Spediteur) beauftragen, in Ihrem Namen die EUR.1 auszustellen.

Dafür müssen Sie dem Vertreter eine entsprechende Vollmacht zusenden. Diese ist sendungsbezogen und wird dem Schweizer Zoll mit der EUR.1 zur Beglaubigung (abstempeln) vorgelegt. Die Verantwortung für die Richtigkeit der EUR.1 tragen jedoch immer Sie als Ausführer.

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finesolutions Hinweis

Sie als Ausführer müssen auf Verlangen der Zollbehörde jederzeit alle zweckdienlichen Unterlagen zum Nachweis der Ursprungseigenschaft der Ware, sowie der Erfüllung der Voraussetzungen des entsprechenden Freihandelsabkommens, vorlegen können. Dazu gehören unter anderem Vor-Ursprungsnachweise von ausländischen Lieferanten oder Lieferantenerklärungen für aus der Schweiz bezogene Ware.

Muss die EUR.1 vom Schweizer Zoll beglau­bigt werden?

Ja. Beim Export müssen Sie oder Ihr Frachtführer/Spediteur die EUR.1 grundsätzlich beim Grenzübertritt der Ausfuhrzollstelle zusammen mit der Ausfuhrzollanmeldung zur Beglaubigung (stempeln) vorlegen. Ist Ihr Spediteur «Zugelassener Versender» kann er die EUR.1 für Sie auch bei einer Inlandzollstelle beglaubigen lassen.

Beim Import in die Schweiz wird die von Ihrem Lieferanten ausgestellte EUR.1 durch den Zolldeklaranten auf formelle Richtigkeit überprüft. Wenn Sie einen Spediteur oder Verzollungsdienstleister für die Importverzollung beauftragt haben, ist dies die Aufgabe des Zolldeklaranten.

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finesolutions Tipp

Es kommt oft vor, dass wir bei unserer Zollkosten-Analyse feststellen, dass ein Präferenznachweis eines Lieferanten immer wieder formelle Fehler aufweist und Sie als Importeur regelmässig Zölle für diese Produkte bezahlen.

Oftmals genügt ein Telefonat an den Lieferanten, dass er zukünftig die EUR.1 anders ausstellen muss, damit die Zollvergünstigungen auch gewährt werden. Werfen Sie also einen Blick auf die jeweiligen EUR.1 oder Rechnungserklärungen, damit Sie solche Unstimmigkeiten aufdecken können.

Wo kann ich ein EUR.1 Formular bestellen?

Das Bundesamt für Bauten und Logistik ist die zentrale Vertriebsstelle für Bundespublikationen. Im Shop Bundespublikationen können Sie das EUR.1 Formular für die Ausfuhr bestellen. Die EUR.1 Formulare haben eine eindeutige Nummerierung und Sie können die EUR.1 mit einer Vorlage am PC und einem Laserdrucker erstellen.
Es gibt drei Blätter in einem Formular-Satz:

  1. Blatt: Original EUR.1 (begleitet die Ware bis ins Bestimmungsland)
  2. Blatt: Kopie für den Exporteur (muss der Zollstelle nicht vorgelegt werden)
  3. Blatt: Kopie für die Ausfuhrzollstelle (wird bei der Ausfuhrzollstelle bei der Beglaubigung entfernt und verbleibt beim Zoll)

Wie fülle ich eine EUR.1 aus?

Hier finden Sie die Erklärung zu den einzelnen Feldern:

Vorderseite
Feld 1 Ausführer
Name, vollständige Anschrift und Staat des Ausführers
Feld 2 Bescheinigung für den Präferenzverkehr zwischen der Schweiz und siehe Feld 5 Hier muss nichts ausgefüllt werden.
Feld 3 Empfänger (optional)
Name, vollständige Anschrift und Staat des Empfängers
Feld 4 Ursprungsstaat

Ursprungsstaat der Ware (Staat, Staatengruppe oder das Gebiet, als dessen bzw. deren Ursprungswaren die Waren gelten)

Achtung: Der Ursprung verändert sich durch den Import in die Schweiz NICHT. Wenn die Ware beispielsweise in China produziert wurde, bleibt der Warenursprung China.

Feld 5 Bestimmungsstaat
Bestimmungsstaat der Ware (Bestimmungsstaat, -staatengruppe oder -gebiete)

Hier ist der entsprechende Vertragspartner anzugeben.

Für Lieferungen in ein EU-Land ist die Abkürzungen EU oder CE zu verwenden.
Feld 6 Angaben über die Berförderung (optional)
Angaben zur Beförderung der Ware.
Feld 7 Bemerkungen Nur auszufüllen im Freihandelsabkommen EFTA-Mexiko.
Feld 8 Laufende Nummer; Zeichen, Nummer, Anzahl der Packstücke; Warenbezeichnung

Die Waren sind so genau zu bezeichnen, dass ihre Nämlichkeit festgestellt werden kann.

Bei unverpackten Waren ist die Anzahl der Gegenstände oder 
«lose geschüttet» anzugeben.

Unter der letzten Eintragung ist ein waagrechter Strich zu ziehen.

Feld 9 Rohgewicht
Bruttogewicht (Rohmasse, Rohgewicht) der Ware in kg, l, etc.
Feld 10 Rechnungen (optional)
Rechnungsnummer
Feld 11 Sichtvermerk der Zollbehörde Wird durch die Zollbehörde ausgefüllt.
Feld 12 Erklärung des Ausführers
Ort, Datum und Originalunterschrift (Der Unterzeichner erklärt, dass die vorgenannten Waren die Voraussetzungen erfüllen, um diese Bescheinigung zu erlangen)
Rückseite (Blatt 2 + 3): Die Rückseite enthält die Erklärung des Ausführers, worin er die Richtigkeit der ausgestellten WVB erklärt)
Erstes Leerfeld (Beschreibung des Sachverhalts)
Aus dieser Angabe muss ersichtlich sein, dass die Waren die vorgesehenen Ursprungsregeln des Freihandelsabkommens erfüllen.

Statt einer detaillierten Umschreibung kann der Vermerk «Alle Kriterien erfüllt, um einen Ursprungsnachweis auszustellen» angegeben werden.
Zweites Leerfeld (Beweismittel)
Hier wird bestätigt, dass alle Unterlagen vorliegen, welche den Präferenzursprung belegen/nachweisen. «Belege liegen beim Exporteur»
Unten rechts
  • Ort, Datum und Originalunterschrift
  • Firmenstempel oder Angabe der kompletten Firmenangaben

Eine Übersicht über die besonderen Ausfüllvorschriften für die EUR.1 je Land und Freihandelsabkommen sehen Sie hier:

Gibt es eine Vorlage für die EUR.1?

Ja. Gerne stellen wir Ihnen unsere PDF-Vorlage für die Erstellung einer Schweizer EUR.1 (Vorder- und Rückseite) mit einer Ausfüllhilfe per E-Mail zu.

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Sind Sie interessiert an unserer EUR.1-Vorlage?

Wir stellen sie Ihnen mit einer Ausfüllhilfe gerne per E-Mail zu.

  • Mit dem Absenden des Formulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihre Daten zur Bearbeitung der Anfrage verwenden dürfen. Ihre Anfrage wird verschlüsselt an den Webserver übermittelt. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
* Pflichtfeld

Hier finden Sie ein Muster (Vorderseite) einer EUR.1 im Verkehr zwischen der Schweiz und der EU:

In der folgenden Abbildung können Sie sehen, wie die Rückseite einer EUR.1 Schweiz-EU korrekt ausgefüllt wird:

Muss die EUR.1 in der Zollan­mel­dung erfasst werden?

Ja. In der Ausfuhrzollanmeldung ist die EUR.1 mit der Nummer zu vermerken, damit sie in der Ausfuhrliste e-dec Export in den Kopfdaten als «Vorpapier» erscheint.

Auch bei importierten Gütern muss der Präferenznachweis in der Einfuhrliste erfasst werden und ist danach in der eVV Import im Feld «Unterlagen» für den Importeur zu erkennen.

EUR.1 CN für den Export nach China – was ist speziell zu beachten?

Wenn Sie nicht Ermächtigter Ausführer sind, können Sie für Exporte nach China die spezielle Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 CN ausstellen. Die formellen Anforderungen dafür finden Sie hier:

  • EUR.1 CN Vorderseite muss in englischer Sprache ausgefüllt werden
  • In der Rubrik 8 benötigt es eine Angabe der sechsstelligen Zolltarifnummer je Position
  • Die Positionen müssen nummeriert sein und dürfen nicht mehr als 20 Positionen enthalten
  • Jede Position muss das Ursprungskriterium enthalten (WO, WP oder PSR):
    • WO = wholly obtained (gewonnen)
    • WP = wholly produced (hergestellt)
    • PSR = product specific rules (bearbeitet gemäss Liste)
  • Es ist eine Abschlusslinie unter die Auflistung der Positionen in Rubrik 8 zu ziehen
  • Rubrik 3 und Rubrik 10 sind zwingend auszufüllen (obwohl optional im Formular steht)

Sind Sie Ermächtigter Ausführer, dürfen Sie die Rechnungserklärung mit dem speziellen Wortlaut und der Serialnummer ausstellen. Im Warenverkehr nach China, müssen Sie sich als Ermächtigter Ausführer jedoch vorher für den «EACN-Datenaustausch» registrieren.

Muss die EUR.1 bei der Einfuhr­ab­fer­ti­gung dem Zoll im Bestim­mungs­land vorgelegt werden?

Ja. Die EUR.1 wird bei der Einfuhrabfertigung im Bestimmungsland vom Zolldeklaranten auf formelle Richtigkeit geprüft, bevor eine Präferenzveranlagung erfolgt. Sobald der Zolldeklarant die Präferenzveranlagung vorgenommen hat, muss die Original EUR.1 der Einfuhrzollstelle vorgelegt werden.

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Falls eine EUR.1 auf dem Transportweg verloren geht, gibt es die Möglichkeit ein «Duplikat» erstellen zu lassen. In der Rubrik 7 ist folgender Vermerk anzubringen: DUPLICATE. Das neu ausgefüllte EUR.1 ist mit einem Gesuch für ein Duplikat bei der zuständigen Zollkreisdirektion einzureichen. Folgende Unterlagen müssen mitgeschickt werden:

  • Das ausgefüllte EUR.1 mit Vermerk «Duplikat»
  • Der Ausfuhrnachweis (eVV Export und Frachtbriefdoppel)
  • Angabe der ZAZ-Kontonummer, auf welche die Gebühren verrechnet werden

Kann eine EUR.1 nachträg­lich ausgestellt werden?

Wenn Sie bei der Ausfuhr irrtümlicherweise keine EUR.1 ausgestellt haben, können Sie diese nachträglich erstellen. Dies kann auch erfolgen, wenn die EUR.1 aus formellen Gründen von den Zollbehörden des Bestimmungslandes nicht anerkannt worden ist.

In der Erklärung des Ausführers auf der Rückseite müssen Sie Ort und Zeitpunkt der Warenausfuhr sowie den Grund der nachträglichen Ausstellung angeben.
In Rubrik 7 ist der Vermerk «NACHTRÄGLICH AUSGESTELLT» in entsprechender Sprache anzugeben.

Gesuche um nachträgliche Ausstellung müssen Sie mit folgenden Belegen bei Ihrer zuständigen Zollkreisdirektion einreichen:

  • Der ausgefüllten EUR.1 mit Vermerk «ISSUED RETROSPECTIVELY»
  • Dem Ausfuhrnachweis (eVV Export und Frachtbriefdoppel)
  • Kopie der Exportrechnung
  • allen Beweismitteln zum Nachweis der Präferenzeigenschaft der ausgeführten Waren (Präferenzkalkulation bei gefertigten Erzeugnissen und dazugehörige Vorursprungsnachweise wie z. B. gültige Lieferantenerklärungen im Inland oder eVV Import und Präferenznachweis der ausländischen Lieferanten / Für Handelswaren müssen die gültigen Vorursprungsnachweise eingereicht werden)

Die oben genannten Unterlagen werden auch bei einer Ursprungsüberprüfung durch die Zollkreisdirektion eingefordert. Dies bedeutet also, dass Sie für eine nachträgliche EUR.1-Beantragung alle Unterlagen einreichen müssen, wie bei einer Ursprungsüberprüfung.

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finesolutions Tipp

Prüfen Sie zuerst, ob sich der Aufwand für eine nachträgliche EUR.1 wirklich lohnt, oder ob Sie lieber die Zollabgaben im Bestimmungsland für Ihren Kunden rückvergüten. Wir sehen sehr oft Anträge an Zollkreisdirektionen für eine nachträgliche EUR.1 Erstellung, bei welchen der Aufwand nicht im Verhältnis zu den Einsparungen der Zollabgaben steht. Oftmals wird auch vom Spediteur verlangt, dass eine solche erstellt wird. Denken Sie daran: Die Präferenzdeklaration ist freiwillig und Sie müssen dies nicht tun, damit die Sendung verzollt werden kann. Es fallen dann einfach Zollabgaben seitens Ihres Kunden an.

Falls zum Zeitpunkt der Einfuhr in die Schweiz keine EUR.1 vorliegt, können Sie die Sendung provisorisch abfertigen lassen. Mit der provisorischen Veranlagung werden die Abgaben sichergestellt und gleichzeitig wird eine Frist gesetzt. Innerhalb dieser Frist kann Ihr Lieferant den Präferenznachweis nachträglich liefern. Die Sendung wird bei Vorlage des Präferenznachweises, innerhalb der festgelegten Frist, zum Präferenzzollansatz verzollt.

Wenn eine an sich mögliche Präferenzveranlagung unterblieb (z. B. aus Versehen oder weil noch kein formell gültiger Ursprungsnachweis vorlag und auf eine provisorische Veranlagung verzichtet wurde), kann Ihnen Ihr Lieferant trotzdem nachträglich einen Präferenznachweis im Original ausstellen. Zwar zahlen Sie dann für den Import dieser Sendung die Zollabgaben zum Normalansatz, aber Sie haben für Ihre Ware, die unverändert wieder ausgeführt wird oder als Vormaterial für eine Ursprungsware dienen soll, den notwendigen Vorursprungsbeleg. Achtung: dieser muss durch Sie auf formelle Gültigkeit geprüft werden!

Was ist der Unterschied zwischen EUR.1 und EUR-MED?

Die EUR-MED Warenverkehrsbescheinigung (WVB EUR-MED) als Präferenznachweis wird nur im Zusammenhang mit Lieferungen innerhalb der PAN-EURO-MED Freihandelszone verwendet.

  • EURO-MED Länder (Mittelmeerländer und Westbalkanländer):
    Ägypten, Albanien, Algerien, Bosnien und Herzegowina, Färöer Inseln, Georgien, Israel, Jordanien, Kosovo, Libanon, Marokko, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, Syrien, Tunesien, Ukraine, Westjordanland und Gazastreifen
  • PAN-Zone (Paneuropäische Freihandelszone):
    EU, EFTA (Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein), Türkei

Zusammen bilden die EURO-MED Länder und die PAN-Zone die PAN-EURO-MED Freihandelszone. Die Präferenzeigenschaft der Güter kann jedoch nicht in jedem Land uneingeschränkt weiterverwendet werden (Kumulierung oder Kumulation), und somit ist bei einer Ausstellung des EUR-MED Formulars immer die EURO-MED Matrix zu beachten:

Wenn alle beteiligten Länder und Gebiete untereinander das EURO-MED Ursprungsprotokoll bzw. das PEM-Übereinkommen anwenden, ist eine Kumulation möglich.

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finesolutions Hinweis

Die Kumulation innerhalb der PAN-EURO-MED Zone ist die komplexeste Ursprungsermittlung überhaupt. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie kumulieren können oder dürfen, fragen Sie bei uns nach. Wir unterstützen Sie gerne und effizient bei der Erstellung einer Präferenzkalkulation im Sinne der EURO-MED. Diese ist nicht gleich zu erstellen wie eine Präferenzkalkulation für ein bilaterales Freihandelsabkommen, da es diverse Eigenheiten zu beachten gilt. Bei Unsicherheit empfehlen wir, eher keine WVB EUR-MED zu erstellen, da jeder Präferenznachweis auch von den Zollbehörden überprüft werden kann. Sie müssen als Exporteur in der Lage sein, die EURO-MED Präferenz zu belegen und müssen die Kumulation verstanden haben.

Finesolutions Praxisbeispiel 1

Diagonale Kumulation/Eigenfertigung
Sie stellen eine Dampfturbine der Tarifnummer 8406 her und möchten diese nach Marokko exportieren. Ihr Kunde in Marokko verlangt von Ihnen einen EUR-MED Präferenznachweis.

Dampfturbine Stückliste:

Kondensator Import aus Deutschland mit EUR.1 CHF 350 35 %
Pumpe Einkauf von CH-Lieferanten mit Lieferantenerklärung (mit Kumulationsvermerk) CHF 150 15 %
Turbine Import aus China mit Präferenznachweis CHF 150 15 %
Weitere Teile Ohne Präferenznachweis CHF 100 10 %
Herstellkosten & Gewinn CH CHF 250 25 %
Ab-Werk-Preis  CHF 1'000 100 %

Dampfturbine Kalkulation

Das Listenkriterium gemäss Freihandelsabkommen EFTA-Marokko lautet:

  • Herstellen, bei dem der Wert aller verwendeten Vormaterialien 40 % des Ab-Werk-Preises des Erzeugnisses nicht überschreitet.
  • Es dürfen also maximal 40 % Drittland-Waren in der Stückliste enthalten sein.


In dieser Kalkulation ist der Kondensator aus der EU, die Turbine aus China und die «weiteren Teile» als Drittland-Anteil zu werten, was ein Gesamtanteil von Drittland-Waren von 60 % bedeutet. Sofern der Kondensator aus der EU mit einem Präferenznachweis EUR-MED importiert wird, kann dieser Anteil als Präferenzwaren im Sinne von einer EURO-MED Kalkulation verwendet werden. Die Kumulation innerhalb der PAN-EURO-MED Zone wird angewendet und bei einem EUR-MED Vorursprungsnachweis vom deutschen Lieferanten sind nur noch 25 % Drittland-Anteil vorhanden. Der Exporteur kalkuliert also nicht mehr nur im Abkommen EFTA-Marokko, sondern er nutzt die diagonale Kumulationsmöglichkeit in der PAN-EURO-MED Zone. Ob zwischen Marokko, der EU und der Schweiz kumuliert werden darf ist zuerst gemäss der EURO-MED Matrix zu prüfen. In diesem Beispiel ist dies möglich.

Resultat Praxisbeispiel 1

Sofern vom deutschen Lieferanten eine EUR-MED für den Import in die Schweiz erstellt wird, ist das Listenkriterium erfüllt, und das Produkt kann als Schweizer Ursprungsware nach Marokko exportiert werden. Für den Export darf eine EUR-MED (Vermerk «cumulation applied with EU») erstellt werden.

Ob überhaupt beim Export nach Marokko mit EU-Vormaterialien kumuliert werden kann, hängt somit von drei wichtigen Punkten ab:

  • Muss überhaupt kumuliert werden oder wird die Listenregel schon durch die Wertschöpfung in der Schweiz erfüllt?
  • Wurde das Vormaterial schon mit EUR-MED Nachweis eingekauft?
  • Ist eine Kumulation der beteiligten Staaten überhaupt erlaubt (in diesem Beispiel Marokko/EU/CH)? Dies ist in der EURO-MED Matrix zu prüfen.

Finesolutions Praxisbeispiel 2

Handelsware mit EUR-MED Nachweis

Ihr Lieferant in der EU liefert Ihnen Ware mit EU-Ursprung. Ihr Lieferant hat Ihnen eine EUR-MED mit der Angabe «no cumulation applied» ausgestellt. Danach verkaufen Sie die unveränderten Güter nach Marokko. Der Ursprung der Ware bleibt EU.

Resultat Praxisbeispiel 2

Für den Export nach Marokko erstellen Sie eine EUR.1 oder EUR-MED (Vermerk «no cumulation applied»), falls vom Käufer in Marokko gewünscht.

Icon Tipp Glühbirne

finesolutions Praxishinweis

Wir sehen sehr oft, dass von EU-Lieferanten keine EUR-MED für Lieferungen in die Schweiz erstellt werden. Um exportseitig überhaupt EUR-MED Nachweise zu erstellen, benötigen Sie schon von Ihren Lieferanten EUR-MED Nachweise und dies umzustellen ist sehr zeitintensiv. Die Lieferanten verstehen oft nicht, wieso ein anderer Nachweis gefordert wird als eine EUR.1. Beginnen Sie also erst EUR-MED Nachweise zu erstellen, nachdem Sie überprüft haben, ob Sie wirklich alle nötigen EUR-MED Nachweise Ihrer Lieferanten besitzen.

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Wie finesolutions Ihnen beim Thema Freihandelsabkommen helfen kann?

Vielen Unternehmen fehlt beim Thema Ursprungsnachweise oder Präferenzkalkulation das nötige Wissen. Wir zeigen Ihnen wann eine EURO-MED Kumulation sinnvoll ist und ob sich der Aufwand für Sie lohnt. Mit der Wahl der richtigen Freihandelsabkommen und Freihandelszonen können Sie als Unternehmen hohe Kosten einsparen und unnötigen administrativen Aufwand reduzieren. Gerne unterstützen wir Sie im Rahmen einer Nutzenanalyse Freihandelsabkommen.

Was ist der Unterschied zwischen einer EUR.1 und einer Lieferantenerklärung?

Die EUR.1 kommt nur zur Anwendung, wenn die Präferenzeigenschaft des Produktes erfüllt ist und die Lieferung der Güter zwischen zwei Freihandelspartnern stattfindet, also grenzüberschreitend bei Import oder Export.

Die Lieferantenerklärung ist ein Präferenznachweis, welcher nur für Warenlieferungen innerhalb der Schweiz zur Anwendung kommt.

Lesen Sie unseren Blogbeitrag «Brauchen Sie für alle Vormaterialien eine Lieferantenerklärung Inland?». So erkennen Sie, wann Sie als Unternehmen eine Lieferantenerklärung ausstellen können oder von Ihrem Lieferanten sinnvollerweise einholen sollten.

Was ist der Unterschied zwischen einer EUR.1 und einem Ursprungszeugnis?

Das Ursprungszeugnis bezieht sich auf den nichtpräferenziellen Ursprung und bestätigt den autonomen oder handelspolitischen Ursprung einer Ware. Es ist jedoch kein präferenzieller Ursprungsnachweis (Bsp. EUR.1) und bietet keine Grundlage für eine zollfreie oder ermässigte Einfuhr im Bestimmungsland. Oftmals wird in den Importvorschriften eines Bestimmungslandes vorgeschrieben, dass mit den Waren ein Ursprungszeugnis benötigt wird. Meistens ist es für Ihren Kunden nicht möglich, die Güter zu importieren, sofern er kein Ursprungszeugnis von Ihnen erhält. Dieses ist also wie ein «Eintrittsticket» in ein Bestimmungsland zu betrachten und bietet sonst keine Zollvorteile.

Die Ursprungszeugnisse (nichtpräferenziell) werden grundsätzlich von der Industrie- und Handelskammer ausgestellt. Die Ausstellung von Ursprungszeugnissen sollte nur dann beantragt werden, wenn die Kriterien des nichtpräferenziellen Ursprungs erfüllt wurden. Falls dies nicht der Fall ist, darf auch kein Ursprungszeugnis erstellt werden.

Die Ausstellung der Ursprungszeugnisse wird mit dem Beglaubigungsgesuch bei Ihrer Handelskammer durch Sie als Exporteur beantragt. Für den Export in gewisse Länder benötigen Sie zusätzlich eine beglaubigte Handelsrechnung in mehreren Exemplaren.

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Wie finesolutions Ihnen beim Thema Ursprungszeugnis helfen kann?

Überlassen Sie uns die Abklärung, welche Importformalitäten im Empfängerland Ihrer Ware erforderlich sind. Teilen Sie uns Ihre Zolltarifnummer sowie das Bestimmungsland mit und wir können Ihnen aufzeigen, welche Formalitäten Sie für den erfolgreichen Export sowie Import im Empfangsland brauchen und ob Sie für diese Lieferung ein Ursprungszeugnis erstellen müssen.

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Falls diese den geschäftlichen Warenverkehr betreffen, nehmen wir Ihre Anregungen gerne auf!

Wir prüfen Ihre Eingabe zuerst, bevor wir sie freischalten. Eine Freischaltung erfolgt nur, sofern Ihr Kommentar oder Ihre Frage einen geschäftlichen Hintergrund hat. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

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Definition EUR.1Definition EUR.1

Das EUR.1 Dokument ist

  • eine Warenverkehrsbescheinigung
  • ein Präferenznachweis für grenzüberschreitende Warenlieferungen
  • nur anwendbar für den Warenverkehr mit Ländern, mit denen die Schweiz / EFTA ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat. Dafür müssen die entsprechenden Kriterien des jeweiligen Abkommens erfüllt werden.

Über die Autorin

Elin Meier

In meiner Vergangenheit habe ich als gelernte Zollfachfrau bei der Eidg. Zollverwaltung in verschiedenen Funktionen gearbeitet sowie danach als Zoll- und Mehrwertsteuerberaterin bei einer Wirtschafts-Prüfungsgesellschaft. Gerne helfe ich Ihnen bei Ihren Anliegen zielgerichtet weiter.

Dieser Beitrag wurde von Lea Derendinger überprüft
Präferenzieller Warenursprung