Passar

Import & Export 11.11.2022 von Markus Eberhard
Lesezeit 16 min Kommentare 0

«Passar» ist der Name des neuen Verzollungssystems des Schweizer Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG), das im Rahmen des Transformationsprojekts DaziT die bestehenden Warenverkehrssysteme NCTS (Transit und Ausfuhr) und e-dec (Import / e-dec Export) ab Mitte 2023 schrittweise ablösen soll. Mittels Passar Zoll will das BAZG die Digitalisierung im gewichtigen Handelswarenverkehr vorantreiben. Damit ist dieses Vorhaben für die Behörde eines der wichtigsten Teilprojekte und ein Schlüsselelement des im Gang befindlichen Umbaus der Zollbehörde.

Aber nicht nur für das BAZG ist es ein Schlüsselelement, sondern auch für unsere Kunden und uns. Da Passar vier Hauptprozesse abdecken wird (ehemals NTCS Ausfuhr und Transit sowie e-dec Export und Import) und schnell unübersichtlich wird, beschränken wir uns bis auf Weiteres auf den für unsere aktuellen und potenziellen Kunden wichtigsten Prozess: Den Exportprozess (Passar Export ohne NCTS-Anbindung). Interessant sind unsere Ausführungen somit v.a. für Industriefirmen mit einem gewichtigen Exportanteil, die für ihre Warenanmeldungen auf die Dienste von professioneller Zollsoftware zurückgreifen und sie schätzen. Der Zoll verwendet dafür den Begriff «Verzollungssoftware (B2B)». Wie im bisherigen e-dec Exportsystem wird es für alle anderen wiederum eine von der Zollbehörde kostenlos zur Verfügung gestellte Web-Anwendung geben.

finesolutions Hinweis

Ebenfalls möchten wir Sie darauf hinweisen, dass das BAZG die neuen IT-Systeme iterativ (Prozess des mehrfachen Wiederholens gleicher / ähnlicher Handlungen zur Annäherung an die Lösung) entwickelt, was zur Folge hat, dass die Dokumentationen und Spezifikationen fortlaufend aktualisiert werden. Deshalb sind alle noch im «Entwurfsstadium». Aktuell ist zurzeit die «Technische Dokumentation Passar» in der Version 0.7 vom September 2022. Wir bemühen uns, allfällige Änderungen und Erweiterungen in den Fachbeitrag zeitnah einzupflegen und diesen damit stets aktuell zu halten. Aber wir können keine Garantie dafür übernehmen und auch nicht, dass die von uns wiedergegebenen Informationen so umgesetzt werden in der kommenden Version 1.0.

1. Was ist das Fundament von Passar?

Die Informations- und Kommunikationstechnik-Landschaft des BAZG umfasste zum Projektstart von DaziT mehr als 400 Applikationen. Diese waren über Jahre ohne durchgängige und einheitliche Architekturprinzipien entstanden. Es bestand (und besteht immer noch) eine grosse Heterogenität mit zahlreichen Abhängigkeiten und anfälligen Schnittstellen. Verschiedene Anwendungen sind jetzt schon am Ende ihres Lebenszyklus oder treten bald ein.

Dazu gehören auch die «Fracht»-Anwendungen NCTS und e-dec. Schon im Jahre 2010 war geplant, NCTS (das Neue Computerisiertes Transit System, wobei «neu» aus heutiger Sicht eine sehr unglückliche Wahl war für so einen Systemnamen) abzulösen und vollständig durch e-dec zu ersetzen. Dieses war anno dazumal wesentlich moderner und auch flexibler. Die damalige EZV liess dann aber ihre Pläne durch ein externes Gutachten untersuchen. Das Ergebnis war, dass die Gutachter der Verwaltung empfahlen, auf diese Ablösung zu verzichten und den Weg einer «nachhaltig orientierten Neugestaltung der Fracht-Anwendungen» einzuschlagen.

Die Zollverwaltung hatte im Anschluss an das Gutachten im Jahr 2013 die Durchführung der Studie Redesign Fracht gestartet, deren Ergebnisse dann unter anderem dazu führten, dass das Gesamt-Transformationsprojekt ins Leben gerufen wurde und seit Anfang 2018 umgesetzt wird. Der Ersatz dieser Frachtanwendungen ist eines der sieben Hauptprojektteile

2. Wann wird Passar Export eingeführt (Zeitplan)?

In Sinne des Transformationsprojekts DaziT wird unter anderem das e-dec Export System durch die neue Anwendung Passar abgelöst. Diese Ablösung soll stufenweise erfolgen und im Fokus steht zurzeit die Version 1.0 von Passar Zoll, welche folgende Prozesse abdecken soll:

  • den Transit mit Passar
  • die Ausfuhr / den Export mit Passar oder e-dec
  • die Einfuhr mit e-dec

Nach 2023 werden mit Passar 2.0 & 3.0 schrittweise alle Funktionen von e-dec auf dieses neue Verfahren abgelöst, insbesondere die Einfuhr. Zudem soll die Aktivierung im Luftverkehr eingeführt werden.
Die Ablösung von e-dec auf Passar 1.0 soll mittels einer Übergangsphase / einem Parallelbetrieb erfolgen. Ab 01.06.2023 kann das neue Warenverkehrssystem Passar 1.0 für Exportzollanmeldungen genutzt werden.

Ursprünglich war geplant, e-dec Export innerhalb von nur sechs Monaten per 1.12.2023 zu ersetzen. Diesen unrealistischen Plan hat die Zollbehörde mittlerweile aufgegeben. Gemäss aktuellem BAZG-Plan (vom Juni 2022) soll die Übergangphase neu 12 Monate dauern und das bisherige e-dec System ab dem 01.07.2024 nicht mehr zur Verfügung stehen.

Da auch das System NCTS Ausfuhr abgelöst wird, werden Spediteure ab dem 01.12.2023 für Exporteure keine papiergestützten Ausfuhrzollanmeldungen im NCTS mehr vornehmen. Für unsere Exporteure hat dies aber sonst keine Auswirkungen.

Newsletter-Icon
Bleiben Sie informiert mit unserem Newsletter!

Wir berichten immer dann über den Passar-Projektfortschritt, wenn es etwas Wichtiges und Interessantes zu berichten gibt, damit Sie die richtigen Entscheidungen treffen können.

Mit einem Newsletter-Abo halten wir Sie stets auf dem aktuellen Stand.

* Pflichtfeld

3. Was soll Passar für Verbes­se­rungen / Vorteile bringen?

Die aus dem Jahr 2017 stammende «Botschaft zur Finanzierung der Modernisierung und Digitalisierung der Eidgenössischen Zollverwaltung (Programm DaziT)» verspricht jährliche Einsparungen von 125 Millionen Franken im grenzüberschreitenden Warenverkehr sowie eine Produktivitätssteigerung von 20 %.

Für das Teilprojekt Passar werden zurzeit folgende Vereinfachungen in Aussicht gestellt:

3.1 Export

  • Vereinfachung der Tarifstruktur und damit Anpassungen bei den Zolltarifnummern (per 1.1.24)

3.2 Import

  • Keine sendungsbezogenen Deklarationen mehr
  • Verlagerung der Mehrwertsteuer beim Import ins Inland
    Damit einhergehend ist die Möglichkeit einer periodischen 2-stufigen monatlichen Sammelverzollung vorgesehen, da die Zölle / Zollabgaben wegfallen sollen.
  • Anpassung der Zolltarifstruktur (per 1.1.24)
  • Aufhebung der Industriezölle (per 1.1.24), wobei wir in diesem Zusammenhang auf unseren Newsbeitrag aufmerksam machen wollen: «Späteres Inkrafttreten der Abschaffung Industriezölle?»

Es würde den Umfang dieses Beitrags sprengen, wenn wir zu diesen Punkten unsere detaillierte Einschätzung abgeben, doch halten wir die bis jetzt in Aussicht gestellten oder beschlossenen Änderungen für unsere Kundschaft als irrelevant. Dass das Versprechen des BAZG auf «prozessuale Verbesserungen und Einsparungen» für die Wirtschaft (noch) nicht erkennbar ist, haben im Frühling 2022 auch schon einige Verbände bemerkt und sind entsprechend vorstellig geworden: Ungewöhnliche Kritik von Wirtschaftsverbänden am Projekt DaziT des BAZG.

Lediglich im technischen Bereich bei der Integration unserer Softwarelösungen mit dem Behördensystem sehen wir gewisse Fortschritte, weil die Behörden auf eine zeitgemässere Kommunikationstechnologie wechseln. So entfällt z.B. der mühsame und fehleranfällige E-Mail Kommunikationskanal zum Empfang der Statusmeldungen des Zollcomputers. Auch im Bereich der IT-Architektur der neuen Systeme sehen wir Verbesserungen, aber das ist unseres Erachtens selbstverständlich bei der Erneuerung bzw. Ablösung von gewachsenen IT-Landschaften.

Zusammengefasst müssen wir feststellen, dass wir aktuell nicht erkennen können, wo und wie importierende und exportierende Industriefirmen mit Passar 1.0 profitieren können. Im Gegenteil, sie müssen investieren, damit sie weiterhin Exportzollanmeldungen selbständig vornehmen können.

4. Welches Zollge­setz gilt für Passar?

Als eines der Risiken des übergeordneten Projekts führen wir die laufende Zollgesetzrevision auf. Denn auch diese verläuft harzig und die Zollbehörde musste im Jahr 2022 kräftig nachbessern, nachdem im 2021 der Entwurf harsch kritisiert und als schlicht nicht verfassungskonform bezeichnet wurde.


Seit Oktober 2022 ist das neue Zollgesetz in parlamentarischer Beratung: Die Wirtschaftskommission WAK des Nationalrats befasst sich mit dieser nachgebesserten Variante und hört betroffene Wirtschaftskreise an.

Somit ist klar, dass das neue Zollgesetz nicht rechtzeitig zum geplanten Start von Passar 1.0 eingeführt sein wird. Damit stellt sich die Frage, welches Zollgesetz (ZG) dann gilt.


Gemäss unseren Abklärungen mit der Verwaltung werden die Rechtsgrundlagen aus dem geltenden Zollgesetz (ZG) bestehen bleiben, bis das neue Zollrecht (BAZG-VG, ZoG) in Kraft ist. Das heutige Zollgesetz sieht die Möglichkeit von Pilotversuchen vor. Passar wird daher im Rahmen eines Pilotversuchs nach dem aktuell geltenden Gesetz eingeführt werden.

Der «Pilotversuch Passar» vor dem Inkrafttreten des neuen Zollrechts wird also auf der Grundlage des Zollgesetzes laufen. Die zu erwartenden Änderungen, z.B. betreffend Aktivierung, seien marginal und vom bestehenden Recht weitgehend abgedeckt. Als weitere Rechtsgrundlage gilt das Übereinkommen über ein gemeinsames Versandverfahren: SR 0.631.242.04 vom 20. Mai 1987 (mit Anlagen und Zusatzprotokoll).

Nach dem Inkrafttreten des neuen Zollrechts ist die Ausgangslage dann eine andere: Damit würden tatsächlich «auf einen Schlag» die Regeln ändern. Pilotversuche und Parallelbetrieb werden aber gemäss Entwurf des neuen Zollrechts weiterhin enthalten bleiben, damit Übergänge gestaffelt werden können.

5. Was sind die Unterschiede zwischen e‑dec Export und Passar?

Wie schon in der Einleitung erwähnt, gehen wir nur auf die für unsere Kundschaft relevanten Änderungen zwischen dem jetzigen e-dec Export System und dem neuen Passar Export in der geplanten Version 1.0 ein. Zudem möchten wir darauf hinweisen, dass diese Fakten auf der aktuellen «technischen Dokumentation Passar Version 0.7» vom September 2022 beruhen.
Diese Unterschiede können in fachliche und technische Aspekte unterteilt werden.

5.1 Fachliche Abspekte

Thema e-dec Export (heute) Passar Export (zukünftig)
Berichtigungs-
verfahren
Berichtigungsanträge sind innerhalb 30 Tagen seit Ende des Zollgewahrsams möglich Das Berichtigungsverfahren wird es in dieser Form nicht mehr geben. Sie können gegen Verfügungen des Zolls Einsprache erheben und die Einsprachefrist wird im Entwurf des neuen Zollgesetzes auf ein Jahr definiert.
Deklaranten-Verwaltung In der Zollkundenverwaltung (ZKV) werden pro Zollkunden die Deklaranten (inkl. deren Nummern) geführt und verwaltet, welche Zollanmeldungen vornehmen dürfen. Für jede eingereichte Warenanmeldung wird geprüft, ob die Nummer des Deklaranten gültig ist. Die Deklaranten müssen zukünftig nicht mehr verwaltet werden. Es wird auf der Warenanmeldung auch nicht mehr geprüft, ob der Deklarant berechtigt ist.
Elektronischer Bezug von Dokumenten Jedes Behördensystem, das Dokumente zur Verfügung stellt, tut dies aktuell auf unterschiedliche Weise. Am prominentesten ist sicherlich der Bezug der Veranlagungsverfügungen und Bordereau der Abgaben aus e-dec, der über folgende Arten erfolgen kann.
Sämtliche Dokumente werden über das zentrale DaziT Output Management System "Chartera Output" zur Verfügung gestellt. Es stehen sinngemäss die gleichen Kanäle zur Verfügung wie im IST-System bei e-dec. D.h.:
  • Chartera Output B2B (diesen werden wir nutzen für unsere Softwarelösungen)
  • Chartera Output Benutzeroberfläche (User Interface UI) . Der Zugang erfolgt über das E-Portal oder ggf. über einen eingebauten Link in der Fachanwendung, die das Dokument ausstellt.
  • Access Code
Name der Schweizer Zollbehörde Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG)
Neue Anforderungen an Sicherheitsdaten Bisher gab es das Security Amendment (SA) nur im Luftverkehr. Im Rahmen von ZESA (Abkommen mit der EU über Zollerleichterungen und Zollsicherheit) werden die Anforderungen an die Sicherheitsdaten auf alle Verkehrsarten ausgeweitet (ICS).
Provisorische Veranlagung (nur Import) Waren, über welche der Zollanmelder verfügen will, deren definitive Überführung in das gewünschte Zollverfahren jedoch aus stichhaltigen Gründen nicht sofort möglich ist, können provisorisch veranlagt werden.

Dem Verfahrensbeteiligten steht anstelle der provisorischen Veranlagung das Instrument der Einsprache zur Verfügung.

Auch im Bereich des Rechtsschutzes hinsichtlich Veranlagungsverfügungen (VV) wird eine Vereinheitlichung und weitgehende Vereinfachungen erzielt. So ist insbesondere nur noch ein einziges Rechtsmittelverfahren in Bezug auf VV vorgesehen. Die Bündelung auf die Einsprachemöglichkeit klärt das Verhältnis zwischen der bisherigen «Berichtigung» (Art. 34 ZG) und dem ersten verwaltungsinternen Rechtsmittel, ohne dabei die Korrekturmöglichkeiten zeitlich oder sachlich einzuschränken.

Die Frist für die Einsprache ist mit einem Jahr bewusst lange angesetzt. Der Weg über das ordentliche Rechtsmittelverfahren bietet den Beteiligten den Vorteil, dass hier alle im Verwaltungsverfahren üblichen Rügegründe (Art. 49 VwVG) vorgebracht und – bei entsprechendem Nachweis – korrigiert werden können. Zudem ist das erstinstanzliche Einspracheverfahren in der Regel kostenlos.

Die Einsprache ist innerhalb eines Jahres ab Beginn der Rechtsmittelfrist elektronisch auf der Plattform der Zollbehörde zu erheben.

Zollkunden-
verwaltung → Geschäftspartner der Bundesverwaltung
Die Kunden der EZV wurden bisher in der Zollkundenverwaltung (ZKV) gepflegt und gehalten. Einen Geschäftspartner wird es zukünftig in der gesamten Bundesverwaltung nur noch einmal geben und von allen Verwaltungseinheiten bzw. Ämtern verwendet (u.a. vom BAZG). Jeder Geschäftspartner wird eindeutig über die Geschäftspartner-ID identifiziert.

5.2 Techni­sche Aspekte

Thema e-dec Export (heute) Passar Export 1.0 (zukünftig)
Verteilte Architektur Für die Zollanmeldung gibt es zwei monolithische (nicht trennbare) Verzollungssysteme:
  • e-dec
  • NCTS
Zudem erfolgen Zollanmeldungen teilweise auch immer noch in Papierform (Ausfuhr NCTS).
In der neuen Architektur ist die Funktionalität verteilt:
  • Waren- und Transportanmeldungen erfolgen elektronisch über Passar.
  • Dokumente werden in Chartera abrufbar sein.
  • Bewilligungen werden in «Autorisaziun» verwaltet und geprüft.
  • Garantien werden in «Garanzia» verwaltet.
Zertifikate versus Token Heute werden für die sichere Kommunikation und Identifikation Zertifikate verwendet. Es werden «JSON Web Token (JWT)» eingesetzt.

In der Folge gehen wir auf einige Fragen der Unterschiede / Änderungen etwas tiefer ein.

6. Was versteht der Zoll unter Parallelbetrieb?

Mittels Parallelbetrieb können während einer bestimmten Zeit beide Systeme (e-dec Export & Passar) benutzt werden. Der Zoll bezeichnet diese auch als «Transitionsphase». Ursprünglich war vorgesehen, dass diese nur vom 1.6.23 – 1.11.23 dauert, was wir für viel zu kurz hielten und diese Meinung auch in den Arbeitsgruppen einbrachten. Der Parallelbetrieb wurde mittlerweile um 7 Monate verlängert, sodass er nun vom 1.6.23 bis zum 30.6.2024 dauert.

Um allfälligen Missverständnissen aber vorzubeugen, möchten wir klarstellen, dass es nicht möglich sein wird, Sendungen produktiv sowohl am e-dec System als auch im Passar anzumelden. Es braucht vonseiten des Exporteurs einen Schnitt, d.h. bis zum Zeitpunkt X werden die Sendungen im e-dec Export abgewickelt und danach im neuen Passar-Verfahren (kein «Mischbetrieb»).

Icon Tipp Glühbirne
finesolutions Tipp

Wickeln Sie Ihre Sendungen weiterhin mit e-dec Export produktiv ab und testen Sie ab dem 2. Halbjahr 2023 die Passar-Anmeldung im dafür vorgesehenen Test-System. Dies bedingt natürlich eine Zollsoftware, die das Passar-Zollverfahren auch schon abdeckt. Wenn Sie damit gute Erfahrungen machen, können Sie einen Umstieg ins Auge fassen.

7. Was ist mit Onboar­ding gemeint?

Im Rahmen der Digitalisierung der Behörden wird das neue ePortal (noch nicht produktiv) des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) eine zentrale Rolle spielen. Jede Firma muss sich dort früher oder später neu registrieren, damit sie geschäftsfähig bleibt und mit den Behörden kommunizieren kann.

Einmalig muss sich jede Firma in diesem Portal als «Geschäftspartner» registrieren, um die digitalen Dienste (inklusive Passar) nutzen zu können. Für Zollkunden ersetzt das Portal inskünftig die Zollkundenverwaltung (ZKV). Von dieser können Sie keine Daten übernehmen, sondern müssen nochmals alles von Grund auf erfassen, wobei Sie keine Deklaranten mehr aufnehmen müssen.

Sie können den Prozess starten, sobald Sie einen Einladungsbrief vom BAZG (bestehend aus einem Anschreiben mit Erstinformationen) erhalten haben. Wir werden den Onboarding-Prozess näher beschreiben, sobald die Produktiv-Umgebung verfügbar und definitiv ist (wir mussten uns am Testsystem zweimal «onboarden», weil so viel geändert hat). Auf jeden Fall werden Sie im Verlauf dieses Prozesses einen zweiten Brief mit dem Onboarding-Code erhalten, den Sie für die nächsten Schritte benötigen.

8. Wie können sich Firmen auf Passar vorbereiten?

Aus heutiger Sicht (wird ebenfalls ergänzt im Laufe der Zeit) möchten wir Ihnen folgende Empfehlungen abgeben:

  • Bereiten Sie sich auf die Änderung der Zolltarifstruktur und den damit zusammenhängenden Anpassungen der Zolltarifnummern per 1.1.24 vor.
    Wir haben dazu einen Blogbeitrag verfasst, in dem wir auch beschrieben haben, wie wir Sie dabei unterstützen können: Änderung der Tarifstruktur wegen Abschaffung der Industriezölle.
    Wichtig: Diese Anpassungen müssen Sie vornehmen, egal mit welchem Zollsystem (e-dec Export oder Passar Export) Sie am 2.1.24 arbeiten.
  • Warten Sie den Einladungsbrief des BAZG ab und starten dann nach Absprache mit Ihrer Finanzabteilung den Onboarding-Prozess für das ePortal.
  • Bereiten Sie sich vor, im 1. Halbjahr 2023 ein Angebot Ihres Softwarelieferanten für das Passar-Update einzuholen oder sehen Sie sich gleich nach einer neuen Lösung um.
    Unsere Lösungen ExpoWin und pZoll werden im Laufe des 3. Quartals 2023 in einer Passar-Version zur Verfügung stehen.
  • Schreiben Sie sich für unseren Newsletter ein, damit wir Sie zeitnah über weitere Änderungen und Erweiterungen informieren können. Sie erhalten dann auch die Termine für unser neues Passar-Seminar (ab Herbst 2023) im Rahmen unserer beliebten Weiterbildungen im Zoll.
  • Überlegen Sie sich, ob Sie an der Arbeitsgruppe Wirtschaft (organisiert durch die Zollbehörde) teilnehmen wollen, falls Sie aus erster Hand zollfachliche Informationen erhalten möchten.
    (Eine kleine Warnung dazu: In dieser Arbeitsgruppe wird sowohl die NCTS- als auch e-dec Ablösung besprochen, was verwirrend sein kann).
  • Sobald eine Version Ihrer Passar-Software im Verlaufe des 2. Halbjahrs 2023 verfügbar ist: Erwerben Sie das Upgrade oder aktivieren den Dienst und starten Sie mit den ersten Testanmeldungen gegen das Passar-Testsystem (währenddem Sie weiter produktiv mit e-dec Export arbeiten)
  • Wenn Sie zufrieden sind mit den Ergebnissen Ihrer Parallel-Tests und Ihr Softwarelieferant aufgrund seiner Erfahrungen mit anderen Kunden einen Umstieg empfehlen kann: Erwägen Sie einen definitiven Wechsel weg von e-dec Export zu Passar Export 1.0 auf ein Stichdatum hin. Dieses sollte sicherheitshalber einige Wochen vor dem geplanten Abschalten von e-dec Export am 30.6.2024 liegen. Bitte beachten Sie, dass ein Wechsel definitiv ist und es nicht vorgesehen ist, dass Sie bei Problemen mit Passar wieder mit e-dec arbeiten können!

  • Weitere Empfehlungen werden folgen!

Geschäftsführer Herr Markus Eberhard
Bleiben Sie informiert zu unseren Passar Leistungen

Wir arbeiten gerade an folgenden Angeboten zu Passar:

  • Passar Software ExpoWin und pZoll
    (Demos voraussichtlich verfügbar im 2. Quartal 23, Produktiv im 3. Quartal 23)
  • Passar Seminar / Webinar (Start voraussichtlich im 3. Quartal 23)

Wenn Sie daran Interesse haben, tragen Sie sich gerne in die Interessentenliste ein.

* Pflichtfeld

Kommen­tare / Fragen?

Haben Sie Kommentare oder Fragen zu diesem Fachbeitrag?
Falls diese den geschäftlichen Warenverkehr betreffen, nehmen wir Ihre Anregungen gerne auf und beantworten Fragen nach Möglichkeit!

Wir prüfen Ihre Eingabe zuerst, bevor wir sie freischalten. Eine Freischaltung erfolgt nur, sofern Ihr Kommentar oder Ihre Frage einen geschäftlichen Hintergrund hat und von allgemeinem Interesse ist. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Zurzeit bestehen keine Kommentare