DaziT

Zollwesen 10.04.2022 von Markus Eberhard
Lesezeit 27 min Kommentare 2

Unter der Programmbezeichnung «DaziT» läuft seit Anfang 2018 das bisher wohl radikalste Unterfangen zur Modernisierung des Schweizer Zolls. Mit einem Gesamtkredit von 393 Millionen Franken und einer Laufzeit von insgesamt neun Jahren soll bis Ende 2026 aus der Schweizer Zollbehörde (ehemals Eidgenössische Zollverwaltung) das komplett transformierte und digitalisierte Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) werden.

Das Vorhaben ist äusserst ambitiös und für alle Wirtschafts- und Zollbeteiligten inklusive des Steuerzahlers mit einigen Risiken behaftet. Zu Beginn schätzten wir diese Risiken als moderat ein, aber mittlerweile (2022) beurteilen wir sie als hoch. In diesem stets aktuell gehaltenen Beitrag möchten wir Ihnen einen umfassenden Überblick zum Vorhaben geben. Das für unsere Kunden wichtigste Projekt «Redesign Fracht» (Projektname «Passar») werden wir zu einem späteren Zeitpunkt separat beschreiben.

1. Was heisst DaziT?

Im Kontext des Zolls ist DaziT die Programmbezeichnung für das bisher wohl radikalste Transformationsprogramm zur Modernisierung des Schweizer Zolls. Es ist eine zusammengesetzte Wortkonstruktion aus:

  • «Dazi» ➔ das rätoromanische Wort für Zoll und
  • «T» ➔ für Transformation, d.h. ein Prozess der Veränderung, vom aktuellen Zustand (IST) hin zu einem angestrebten Zielzustand (SOLL) in der Zukunft.

Diese Erklärung hat sich mittlerweile durchgesetzt. In früheren Dokumenten wurde das «iT» als Informationstechnologie erwähnt. Damit war die IT als zentrales, ermöglichendes Element erwähnt. Doch ist diese Variante mit dem Projektfortschritt verschwunden.

2. Was ist DaziT vom Zoll?

Die Botschaft für das Programm DaziT hat die digitale Transformation des Schweizer Zolls als Ziel. Diese beinhaltet:

  • die Überprüfung und Vereinfachung der internen und externen Geschäftsprozesse
  • die Anpassung der Organisationen
  • die Sicherstellung der passenden Informations- und Kommunikationstech­nik (IKT)-Unterstützung

Das Programm DaziT ist somit das Schlüsselelement zur strategischen Neuausrichtung und Gesamttransformation der Schweizer Zollbehörde. Die durchgängige Digitalisierung der Zollformalitäten bedingt eine komplette Erneuerung der IT-Landschaft sowie auch sämtlicher Geschäftsprozesse Behörde.

3. Was sind die Grundlagen von DaziT?

Die «Botschaft zum Programm DaziT» erläutert die Grundlagen, die sich auf zahlreiche Studien, insbesondere der Studie «GAR-EZV (Geschäftsprinzipien, IT-Architektur & Roadmap EZV) abstützen.

Aufgrund dieser Studien wurde klar, dass die IT-/ IKT-Systeme der Zollverwaltung ersetzt werden müssen. Für solche Bundesprojekte verlangen die Informatikprozesse der Bundesverwaltung einen Wirtschaftlichkeitsnachweis (Kosten, Nutzen und Wirtschaftlichkeit). Die EZV hatte die Kosten für die IKT-Transformation erhoben, den quantifizierbaren Nutzen und damit auch die Einträglichkeit jedoch nur summarisch berechnet.

Anstelle eines Wirtschaftlichkeitsnachweises wurde in der Botschaft der Nutzen qualitativ auf strategischer wie operativer Ebene aufgeführt. Der strategische Nutzen umfasst dabei hauptsächlich die vollständige Digitalisierung der Zollprozesse und damit verbunden die entsprechende Überarbeitung dieser Prozesse im Sinne von «Good Governance» (gutes Regierungs- und Verwaltungshandeln).

Daher lautete die Botschaft wie folgt: «Damit sich der Nutzen aus der Gesamterneuerung der IKT und der Vereinfachung der Zollprozesse umfassend realisieren lässt, wird die EZV organisatorisch neu aufgestellt». Sprich, damit die IT-Systeme mit einem Wirtschaftlichkeitsausweis ersetzt werden können, müssen die «operativen Abläufe des Zolls umfassend überarbeitet und deren Organisation neu ausgerichtet» werden.

4. Was sind die Ziele des Programms DaziT?

Die drei Hauptziele gemäss Botschaft zum Programm DaziT sind:

  1. Vollständige Digitalisierung des Geschäftsverkehrs:
    Dadurch lassen sich heute technologisch mögliche Vereinfachungen im internen und externen Geschäftsverkehr vollständig nutzen sowie auf allen Ebenen Einsparungen beim administrativen Aufwand erzielen.
  2. Kundennähe und Mobilität:
    Kunden können über Internet jederzeit und ortsunabhängig mit dem BAZG in Kontakt treten, mit ihr kommunizieren, auf ihre Dienste zugreifen und diese medienbruchfrei sowie mit einem Minimum an Aufwand nutzen.
    Dabei haben sie Zugang zu den sie betreffenden, beim BAZG bereits vorhandenen Daten.
  3. Agile, reaktionsfähige Organisation:
    Das BAZG soll technologisch und organisatorisch in der Lage sein, sich zeitnah und im Verbund mit Partnern im In- und Ausland auf neue Herausforderungen (etwa die koordinierte Überwachung des Grenzraums) auszurichten.

Es geht bei diesem Programm also vor allem um eine gesamtheitliche Transformation der EZV zum BAZG, verbunden mit einer Anpassung der rechtlichen Grundlagen und einer Erneuerung der Infrastruktur. Und zwar nicht nur der IKT-Infrastruktur, sondern auch mit Neu- und Umbauten von Gebäuden / Anlagen.

So wurde im 2021 beispielsweise der Grundstein gelegt für die erste neue Anlage im Osten der Schweiz: Prototyp des ersten Zoll-Interventionszentrums in St. Margrethen vorgestellt.

5. Was ist der Nutzen von DaziT?

In der «Botschaft zum Programm DaziT» wurde 2017 herausgestrichen, dass der Nutzen weit über die Zollbehörde hinausgehe. Ebenfalls war die Rede davon, dass die Zollbehörde einen strategischen Nutzen von einem operativen unterscheidet:

  • Der strategische Nutzen liegt in der Digitalisierung, welche mit DaziT gesamthaft umgesetzt werden soll. Durch seine Gesamtheit wird DaziT die Kontrolle des zunehmenden grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehrs verbessern und damit die Sicherheit im Inland erhöhen.
  • Auf operativer Ebene verspricht das BAZG für die Wirtschaftsbeteiligten jährliche Einsparungen im grenzüberschreitenden Warenverkehr von 125 Millionen Franken. Überdies erwartet sie eine Produktivitätssteigerung von 20 %.

6. Woraus besteht DaziT?

Das Programm DaziT besteht aus sieben Unterprojekten, die auf strategische Ziele ausgerichtet sind und den Anknüpfungspunkt für die finanzielle Steuerung bilden:

# Projekt Dauer
1

Steuerung & Transformation
Umfasst die gesamte Steuerung des Programms DaziT. Zudem ist das Transformationsmanagement enthalten, das die Grundlage bildet. Damit werden die übergeordneten Interessen und Ziele des BAZG (ehemals EZV) beachtet und der Rahmen für die Umsetzung der organisationsrelevanten Inhalte in den fachlichen Projekten definiert.

2018 - 2026
2

IKT Grundlagen
Legt die technischen Grundpfeiler von DaziT und damit das Fundament für die neue Anwendungslandschaft.

2018 - 2022
3

Portal & Kunden
Beinhaltet den Aufbau des E-Portals. Damit wird es Kunden möglich sein, zeit- und ortsunabhängig auf sämtliche Dienstleistungen des BAZG digital, sicher und einfach zuzugreifen.

2018 - 2023
4 Redesign Fracht («Passar» - Ablösung von e-dec Export und -Import sowie NCTS)
Umfasst eine einheitliche Fachanwendung zur Verzollung von Waren (Fracht) und die vollständige Digitalisierung der Prozesse für die:
– Einfuhr
– Ausfuhr
– Durchfuhr von Waren.

Damit sollen nicht nur die Verfahren an der Grenze vereinfacht und beschleunigt werden. Zugleich bildet dieses Projekt auch eine wichtige Voraussetzung für eine bessere Überwachung der Warenflüsse.
Wir werden später im Detail über dieses Projekt «Passar» berichten, da es unsere Kunden und unsere Angebote (Zollsoftware, Zollberatung, Weiterbildung Zoll) betrifft. Insbesondere werden wir unsere e-dec Software Lösungen entsprechend ausbauen und anpassen an das neue Verfahren.
2018 - 2026
5

Redesign Abgaben
Beinhaltet die Erneuerungen und Modernisierungen in den Bereichen Strassenverkehrsabgaben und Verbrauchssteuern. Die Abgaben umfassen Tabak, Alkohol, Mineralölsteuer, Lenkungsabgaben (CO2 und VOC Abgaben) sowie die Biersteuer.

2020 - 2026
6

Shared Services
Umfasst die Vereinheitlichung und Digitalisierung von verwaltungsinternen, bereichsübergreifenden Prozessen (z. B. Bewilligungsverfahren oder Ressourcenmanagement). Solche Prozesse werden künftig innerhalb der EZV nach einheitlichen Kriterien und auf elektronischer Basis abgewickelt werden können.

2021 - 2026
7 Kontrolle & Befund
Führt zu einer funktionalen Verbesserung der Anwendungen zur Steuerung der Einsätze des Grenzpersonals sowie zur zentralen, gemeinsamen und einheitlichen Dokumentation der Kontrollaktivitäten und -ergebnisse des Grenzwachtkorps, der Zollfahndung und des zivilen Zolls.
2021 – 2026

7. Was sind die Kosten von DaziT?

Der Bundesrat legte dem Parlament am 15. Februar 2017 die «Botschaft zur Finanzierung der Modernisierung und Digitalisierung der Eidgenössischen Zollverwaltung (Programm DaziT)» zur Genehmigung vor. Für die Kosten des Programms wurde damit ein Gesamtkredit von 393 Millionen Franken in vier Freigabetranchen beantragt und freigegeben.

7.1 DaziT-Verpflich­tungs­kre­dite

Für die einzelnen Projekte (s. oben «Woraus besteht DaziT») wurden folgende Kredite und Tranchen gesprochen (alle Beträge in Mio. CHF):

# Projekt 1. Tr. 2. Tr. 3. Tr. 4. Tr. TOTAL
1 Steuerung & Transformation 23,0 10,5 33,5
2 IKT-Grundlagen 42,7 26,2 68,9
3 Portal & Kunden 40,9 2,6 43,5
4 Redesign Fracht («Passar») 56,4 9,7 66,1
5 Redesign Abgaben 41,7 12,2 3,8 57,7
6 Shared Services 21,7 26,7 13,6 62,0
7 Kontrolle & Befund 17,7 11,9 29,6
8 Reserven 31,7 31,7
Gesamtkredit 194,7 89,6 59,2 49,5 393,0

7.2 DaziT-Tranchen

Die einzelnen DaziT-Tranchen sind wie folgt aufgeteilt und freigegeben worden:

Tranche Schwerpunkte Freigabe durch
1. Aufbau Grundlagen & Warenverkehr, Reserve Bundesbeschluss
2. Konsolidierung Daten & Optimierung Abgaben Vorsteher EFD
3. Konsolidierung Anwendungen & Optimierung Kontrolle und Rapportierung Bundesrat
4. Harmonisierung Architektur & Optimierung Risikoanalyse Bundesrat

Mit dieser Unterteilung in Tranchen erhielt der Bundesrat die Möglichkeit, laufend steuernd auf den Fortgang von DaziT einzuwirken und die Mittel in Etappen entsprechend dem Fortschrittsgrad des Programms freizugeben. Anscheinend war der Bundesrat so zufrieden, dass er per Mitte 2021 alle Finanzierungstranchen vollumfänglich freigegeben hatte.

Die Verantwortlichen bei der damaligen EZV betonten allerdings schon 2017, dass die Berechnungen der Kosten von DaziT aus 2016er-Perspektive eine «qualifizierte Schätzung» seien, die durch ein externes Gutachten validiert wurde. Angesichts der Dimension und Zeitdauer des Vorhabens und der nicht abschliessend vorhersehbaren technologischen Entwicklungen, sei diese Schätzung mit den «üblichen Unsicherheiten» behaftet.

Interessant finde ich, dass die jährlichen Kosten auf Seite der Verwaltung nach Projektabschluss noch immer 58 Millionen Franken betragen werden. Damit würden gegenüber den heutigen Aufwendungen keine Einsparungen erzielt werden.

8. Wieso ist DaziT notwendig bzw. wie wird es begründet?

Die Zollbehörde begründet DaziT wie folgt: «Politik, Wirtschaft und Bevölkerung fordern seit Langem eine Vereinfachung von Grenzformalitäten und eine bessere technische Unterstützung. Die bestehende Informatik-Landschaft der EZV vermag dies nicht zu leisten. Heute müssen Dokumente für den Import- und Exportverkehr grösstenteils in Papierform vorhanden sein, was unnötigen Aufwand und lästige Medienbrüche generiert.

Die Wartung der mehr als 400 Applikationen (davon 80 Fachanwendungen), die zum Teil länger als 20 Jahre in Betrieb stehen, wird immer kostspieliger. Dazu kommt die Herausforderung, Fachpersonal für diese alten Systeme zu finden. Unter diesen schlechten Voraussetzungen sind Änderungen und Weiterentwicklungen auch aufgrund der Komplexität und Abhängigkeit zwischen den Anwendungen kaum mehr umsetzbar.»

9. Was soll DaziT der Wirtschaft bringen (Vorteile)?

Die durchgängige Digitalisierung und die Nutzung der Möglichkeiten moderner Informatik sollen auch die Grenzprozesse vereinfachen und beschleunigen. Die Wirtschaft soll von folgenden Vorteilen profitieren:

  • Entlastung von administrativem Aufwand
  • Profitieren von niedrigeren Regulierungskosten

Konkret sollen damit Einsparungen von 125 Millionen Franken (jährlich) im Warenverkehr realisiert werden können.

Die Zollkunden aus der Wirtschaft sollen ihre Verpflichtungen mit einer internetbasierten Lösung digital, rund um die Uhr und von jedem Ort aus erfüllen können. Sie können damit laufend auf ihre Dossiers beim BAZG zugreifen und die Daten zu aktuellen und abgeschlossenen Geschäften nutzen. Dies hat auch den Vorteil, dass sich Kunden für ihre verschiedenen Kontakte mit dem BAZG (Zoll, Mehrwertsteuer, LSVA, Mineralölsteuer etc.) nur einmal anmelden müssen.

Beratung-Icon zwei sich schüttelnde Hände
Nutzen Sie Ihre Chancen!

Die digitale Transformation der Verwaltung wird sich auch massiv auf die angeschlossenen Teilnehmer aus der Privatwirtschaft auswirken. Für Schweizer Importeure und Exporteure ergeben sich dadurch neue Chancen bei der Digitalisierung eines bisher vernachlässigten Bereiches. Sprechen Sie mit uns, wo die Chancen liegen und wie Sie sich dafür vorbereiten können!

Mit DaziT soll die Wirtschaft zusätzlich entlastet werden, indem europakompatible Informatik-Lösungen realisiert werden (rund 60 % des Schweizer Warenaussenhandels wird mit der EU abgewickelt).

In verschiedenen Arbeitsgruppen (AG) hat die Zollbehörde Wirtschaftsvertreter zu einer Zusammenarbeit eingeladen.

Diese sind:

# Arbeitsgruppe Status
1 Activ aktiv
2 Periodic aktiv
3 DocBox / Chartera Output-Schnittstelle aktiv
4 Digitale Bierbesteuerung aktiv
5 Softwareentwicklung aktiv
6 KMU Pool aktiv
7 Mineralölsteuer pausiert
8 E-Begleitdokument abgeschlossen
9 DocBox GUI abgeschlossen
10 Digitale Warenverkehrsbescheinigung aufgelöst
offen Vorteile für Verfahrensbeteiligte angekündigt
offen ICS 2, Release 2 (Flugfrachtverkehr) in Prüfung

Wir selbst sind in der Arbeitsgruppe (5) Softwareentwicklung vertreten und darüber hinaus in der Begleitgruppe Wirtschaft.

10. Wie lange dauert DaziT?

Die offizielle Projektlaufzeit soll neun Jahre (Anfang 2018 – Ende 2026) betragen. Wobei bereits im Jahr 2017 wichtige Aufbau- und Grundlagenarbeiten an die Hand genommen wurden.

Vor Beginn des Projekts hatte das oberste Finanzaufsichtsorgan, die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK), in einer Analyse angeregt, die Projektlaufzeit zu verkürzen. Doch wurde der Punkt von der damaligen EZV verworfen, da diese Dauer aufgrund der Erfahrungen mit anderen Grossvorhaben in der Bundesverwaltung als realistisch betrachtet wurde.

11. Wer ist für das Projekt DaziT verantwortlich?

Der Hauptverantwortliche und Auftraggeber für das Projekt war Bundesrat Ueli Maurer bis zum April 2020. Dann hat der Bundesrat in einem Grundsatzentscheid entschieden, dass die Informatik der Bundesverwaltung einheitlicher gestaltet und zentraler organisiert werden soll. Seither ist der Bundeskanzler (und nicht mehr ein Bundesrat!) als «Mr. Digitalisierung» auch oberster Chef des DaziT-Projekts, wie wir in diesem Beitrag auch berichtet haben: Bundesrat einigt sich auf zentrale IT-Strategie — neuer oberster Chef des Projekts DaziT der Zollverwaltung. Weiter ist der seit Dezember 2019 amtierende Direktor des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation (BIT), Dirk Lindemann, eine zentrale Person: Lindemann wird neuer BIT-Direktor und ist damit Schlüs­sel­person im Projekt DaziT.

Operativ wird das Projekt von folgenden Personen geleitet:

  • Christian Bock: Direktor des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG)
    Aufgrund der Grösse und Tragweite des Vorhabens ist der Direktor selbst bestimmt worden.
  • Isabelle Emmenegger: Programmleiterin
    Sie steuert die fachlichen Projekte und führt das Team von acht Personen des Programm-Managements.

12. Was sind die «Quick-Wins» (rasche Nutzen­punkte) von DaziT?

Aufgrund der Tatsache, dass die Projektlaufzeit auf neun Jahre veranschlagt wird, drängte die EFK im Vorfeld des Projekts darauf, dass die damalige EZV in Teilbereichen der Wirtschaft einen raschen Nutzen bieten kann. Die Programmleitung konnte diesem Wunsch aufgrund von technischen und zeitlichen Abhängigkeiten nicht entsprechen.

Doch stellte sie in Aussicht, dass Wirtschaft und Reisende bereits in kurzer Frist technische Erleichterungen im Vorfeld der Umsetzung von DaziT erfahren werden:

  • So wurde für einen Teil der Wirtschaft der Ersatz der heute im Einsatz befindlichen Warenbegleitdokumente in Papierform durch elektronische Begleitdokumente (eBD / eCom) im Jahr 2020 umgesetzt. Siehe dazu unseren Newsbeitrag E‑Begleitdokument und E‑Com gehen als nächste DaziT-Teilmo­dule live.
  • Für Reisende erleichtert zudem seit April 2018 die App «QuickZoll» die Verzollung und Abrechnung der Schweizer Mehrwertsteuer bei der Einfuhr und macht den Gang zum Schweizer Schalter oder die Verwendung des Papierformulars der Verzollungsbox überflüssig. Das ist aber leider nur die Schweizer Seite, denn um die Mehrwertsteuer bei der Ausreise aus einem EU-Land geltend zu machen, muss man nach wie vor einen Schalter aufsuchen.

Zudem sind weitere Applikationen oder Anwendungen im Pilot- oder schon im produktiven Betrieb:

13. Was ist der aktuelle Stand von DaziT?

Immer mehr werden wir gefragt, was denn der DaziT-Projektstand sei. Die Zollbehörde hatte dafür bis ca. Sommer 2021 eine Webseite «Aktueller Stand der Arbeiten» eingerichtet. Diese wurde abgeschaltet und stattdessen eine allgemeine Übersichtsseite Transformationsprogramm DaziT aufgeschaltet. Auf dieser berichtet sie unter anderem über «Erreichtes». War es schon mit der Aktuell-Seite nahezu unmöglich, eine realistische Beurteilung des Realisierungsfortschritts zu erhalten, ist nun wegen fehlender Informationen Blindflug angesagt. Und das geht nicht nur uns so, sondern sogar der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK), die als einzige Organisation das Projekt von Zeit zu Zeit überprüft.

Über die 1. Prüfung (2018) des IKT-Schlüsselprojektes «DaziT» haben wir im folgenden Newsbeitrag berichtet: Projekt DaziT: Erster Prüfbe­richt (2018) durch die Eidgenös­si­sche Finanz­kon­trolle (EFK)
Die damaligen Prüfer kamen zu folgender Beurteilung:

«Weil zusätzlich zum Gesamtauftraggeber für jedes Projekt weitere Auftraggeber definiert wurden, besteht das Risiko von unklaren Kompetenzabgrenzungen. Aufgrund der Wahl ein Teilprojekt als Projekt zu sehen, wird zudem pro Teilprojekt im «Cockpit IKT» auch nochmals eine Auftraggeberschaft zugewiesen. Die Projekte / Teilprojekte werden nicht direkt vom Programm geführt, sondern von zwischengeschalteten Auftraggebern. Dafür ist der Programm-Architekt nicht, wie gemäss Governance-Konzept vorgesehen, auf Programmstufe vertreten. Auch fehlt ein unabhängiges Risiko und Qualitätsmanagement».

 

Im Rahmen der 2. Prüfung (2019) kamen die Prüfer zu folgender Beurteilung betreffend des Projektstandes:

«Damit der Bundesrat den Fortschritt und die Mittelverwendung verlässlich prüfen kann, muss das Programm DaziT Grundlagen schaffen, die zum Prüfungszeitpunkt noch fehlen. Die EFK empfiehlt der EZV, schnellstmöglich die notwendigen Grundlagen für eine tragfähige und aussagekräftige Messung des Nutzens und des Leistungsfortschritts zu schaffen.»

 

Die 3. Prüfung (2021) haben wir in diesem Newsbeitrag beschrieben: Projekt DaziT: Dritter regulärer Prüfbe­richt (2021) durch EFK. Die Prüfer schreiben damit ganz unmissverständlich und klar für jeden, der es lesen möchte:

«Nach rund einem Drittel der Laufzeit waren die Arbeiten seitens EZV zur Messung des Programmfortschritts und des Nutzens noch nicht abgeschlossen. Eine objektive Beurteilung des gemachten Fortschritts und des erreichten Nutzens ist deshalb noch nicht möglich.

«Wegen Unklarheiten beim BAZG-Vollzugsaufgabengesetz (BAZG-VG) verzögert sich die nachfolgende Erarbeitung der Verordnungen und das Risiko für Verzögerungen im Zeitplan von DaziT steigt erheblich.»

Allerdings möchten wir nicht vorenthalten, dass es auch positive Stimmen gibt, die sogar Lob für das Projekt aussprechen, wie wir dies hier beschrieben haben: Kritik von Anita Fetz zu IT-Projekten des Bundes aber Lob für DaziT.

Es ist also zu hoffen, dass die DaziT-Verantwortlichen im Detail mehr Durchblick haben als Aussenstehende, was wir allerdings zusehends nicht mehr glauben!

Newsletter-Icon
Bleiben Sie informiert!

Wir berichten laufend über den DaziT-Projektfortschritt und machen Sie frühzeitig auf wichtige Entscheidungen aufmerksam.

Mit einem kostenlosen Abonnement unseres Newsletters halten wir Sie stets auf dem aktuellen Stand.

* Pflichtfeld

14. Was ist unter dem einheit­li­chen DaziT Berufs­bild zu verstehen?

Die geplanten Änderungen im Hinblick auf DaziT erfordern auch neue Strukturen bei der Ausbildung der zukünftigen Zöllner, die seit 1934 in Liestal durchgeführt wird. Dort werden seit fast 80 Jahren alle Grenzwächter und Zöllner der Schweiz ausgebildet in separaten Ausbildungslehrgängen, fokussiert auf ihr künftiges Aufgabengebiet: Zöllner lernten den Handelswarenverkehr und Grenzwächter die Privatwaren- und Personenkontrolle. Seit Mitte 2021 verläuft die Ausbildung aber anders, weil der Bundesrat im 2019 entschieden hat, dass im Zuge von DaziT Zollfachleute und Grenzwächter den gleichen Job haben werden.

Die Konsequenz aus diesem Entscheid ist, dass die Ausbildung der Zöllner und Grenzbeamten nicht mehr wie bisher getrennt stattfindet, sondern neu vereint. Dazu gibt es auch eine neue Berufsbezeichnung: Fachspezialist Zoll- und Grenzsicherheit. Während heutzutage die Aufteilung zwischen Personen- und Warenkontrolle sehr strikt ist, sollen die beiden Berufsbilder im Hinblick auf DaziT näher zusammenwachsen. Und dann werden die Absolventen auch die gleiche Uniform tragen und an der Grenze allesamt bewaffnet sein.

Insbesondere der Punkt der Bewaffnung stösst bei vielen der etwa 2500 bisher unbewaffneten Mitarbeitenden der Zollbehörde sauer auf. Denn auch wenn die Verantwortlichen immer wieder betonen, dass es keinen Zwang zu einer Schusswaffenausbildung gäbe, so stellen sich viele die Frage, wo es denn in Zukunft die Arbeitsplätze geben werde ohne Waffe. Auf diese Frage weichen die Verantwortlichen momentan aus und vermerken, dass zivile Zollangestellte, die wie bisher keine Waffe tragen wollen, damit rechnen müssen, an einen anderen Arbeitsort versetzt zu werden.

Doch die Verantwortlichen erhoffen sich durch das neue Berufsbild, auf Lageveränderungen schneller und flexibler zu reagieren und damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit der Schweiz zu leisten. Der neue Studiengang sieht eine gemeinsame Basisausbildung für umfassende Kontrollen von Waren, Personen und Transportmitteln sowie einer Spezialisierung in mindestens einem dieser Bereiche vor. Zudem erhoffen sich die Verantwortlichen eine Verbesserung bei der internen Durchlässigkeit sowie bei den Karriereperspektiven im In- und Ausland.

Der erste Grundausbildungs-Studiengang ist am 2. August 2021 gestartet. Mittels einer neuen Inseratekampagne hat die Verwaltung im Vorfeld versucht, interessierte Bewerber für dieses neue Berufsbild zu gewinnen:

15. Welche Auswir­kungen hat DaziT auf die Sicherheit?

Kontrollen bei Privatpersonen und Transportmitteln sollen wirkungsvoller werden, weil die gesteigerte, ortsunabhängige Datenverfügbarkeit mobile Kontrollen noch flexibler macht. Ausserdem können Daten schneller mit in- und ausländischen Stellen ausgetauscht werden. Die heutige Informatik und die fehlende Digitalisierung verursachen administrative Routinearbeiten, die personelle Ressourcen binden.

Diese können mit DaziT künftig für Kontrollen im zunehmenden Waren- und Personenverkehr eingesetzt werden. Dank besserer Datenlage lässt sich zudem die Risikoanalyse optimieren, was wiederum ermöglicht, noch gezielter zu kontrollieren.

16. Welche Auswir­kungen hat DaziT auf die Verwaltung?

Innerhalb der Verwaltung soll DaziT zu schlankeren und effizienteren Prozessen führen. Diese will man auch durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) erreichen: Künstliche Intelli­genz KI im Projekt «Data Analytics» im Rahmen von DaziT. Allerdings wird es für den Bund eine Riesenherausforderung, sodass er auf externe Hilfe aus der Privatwirtschaft angewiesen ist: Bund holt sich Hilfe für Prozess­optimierung — viel davon für Projekt DaziT der EZV.

In der anfänglichen Programmphase sind Investitionen und eine temporäre Verstärkung der Personalressourcen nötig. Ab 2026 sollen dank der erzielten Produktivitätssteigerung von rund 20 Prozent die Verwaltungskosten der Zollbehörde in den von DaziT betroffenen Bereichen gesenkt werden. Dabei spricht man von rund 300 eingesparten Vollzeitstellen, die dann für Zoll-Kernaufgaben vorgesehen sind.

Ein Grossteil dieser angepeilten Einsparungen soll für die Steigerung der Sicherheit an der Grenze eingesetzt werden. Der restliche Teil soll nach der vollständigen Umsetzung von DaziT dank Produktivitätssteigerung abgebaut werden. Der Personalabbau soll grundsätzlich über natürliche Fluktuationen erfolgen.

Das heisst unter dem Strich, dass nur ganz wenige Stellen eingespart werden. Es soll aber vor allem eine Verlagerung von Personal stattfinden: Raus aus der Verwaltung, ran an die Grenze.

17. Was soll DaziT den Reisenden bringen?

Reisende, die im Ausland Waren einkaufen und diese in die Schweiz einführen möchten, sollen diese rund um die Uhr, von jedem Ort aus über Internet beim Zoll anmelden können. Dadurch werden neu virtuelle Öffnungszeiten rund um die Uhr, sieben Tage die Woche angeboten. Dies erleichtert nicht nur die Kommunikation mit dem BAZG, sondern ermöglicht den mobilen Zugriff auf die eigenen Daten. Waren können schon vor der Einreise beim Zoll angemeldet werden, was den Grenzübertritt beschleunigt. So sollen Wartezeiten am Flughafen oder im Stau in Zukunft beispielsweise für die Zollanmeldung von Waren genutzt werden können.

Dafür hat die Zollbehörde als eine der ersten Apps im April 2018 die QuickZoll-App herausgebracht: Erste Ergebnisse von den Quick-Wins aus dem Projekt DaziT.

18. Was sind die Risiken des Projekts DaziT?

Nebst den für ein solches Grossprojekt üblichen Risiken, und dann noch in der Bundesverwaltung, die einen nicht gerade erfolgreichen «Track-Record» hat, sehen wir folgende Risiken:

  • Abhängigkeiten von und mit anderen Grossprojekten des Bundes
    Dazu zählt insbesondere das Programm «SUPERB23», das auf Ebene Bund läuft und die Strategie der gemeinsamen Stammdatenverwaltung mit DaziT verfolgt.
    Einige der Themenbereiche, welche das BAZG im Rahmen von DaziT bearbeiten will, sind auch für andere Departemente und Verwaltungseinheiten grosse Brocken. Es besteht das Risiko, dass DaziT sich verzögert, falls eine departementsübergreifende Konsolidierung und Vernehmlassung gefordert ist.
  • Abhängigkeit vom Bundesamt für Informatik (BIT)
    Diese ist ganz erheblich und darauf hat die EFK schon von Beginn weg hingewiesen und die Programmleiterin aufgefordert, die notwendigen Verpflichtungen verbindlich zu verlangen. Insbesondere ermahnte die EFK im Sinne eines konsequenten Lieferantenmanagements dabei auch zu definieren, wie Leistungen Dritter gesteuert werden. Dies bezieht sich auf Personalkapazität und Methodenkompetenz sowie auf die zu wählende Technologie.
  • Person von Direktor Christian Bock
    Natürlich ruft so ein gigantisches Transformationsprojekt viele Kritiker aufs Tapet und damit hat der Direktor sicher keinen einfachen Stand und muss mit viel Widerstand kämpfen. Es stellt sich die Frage, wie man mit dieser Kritik umgeht und das Vertrauen der gesamten Belegschaft behält. In dieser Sache scheint es einige Zweifel und Ungereimtheiten zu geben, wie eine im 2021 bekannt gewordene Artikelserie in der lokalen Presse bezeugt. Eine gute Zusammenfassung dazu bietet unser Newsbeitrag Massive Kritik an der Person von Christian Bock, Direktor der Eidgenös­si­schen Zollverwaltung.
    Diese Artikel haben unter anderem bewirkt, dass sich die Politik für die Personalführung von Christian Bock interessiert: Nach negativen Berichten über Christian Bock, Direktor der Eidg. Zollverwaltung, erhöht die Politik den Druck auf Bundesrat Ueli Maurer. Nachdem es gewissen Parlamentariern zu langsam geht, soll auch eine PUK in Betracht gezogen werden: Personal­füh­rung von Christian Bock, Direktor der Eidg. Zollver­wal­tung, soll ein Fall für die Geschäfts­prü­fungs­kom­mis­sion (GPK) werden.
    Das muss nun keineswegs das Ende seiner Karriere sein, aber sicher ist es alles andere als optimal, wenn der Direktor in so einer heissen Phase nun auch noch vor der GPK antreten muss. Sogar das Schweizer Fernsehen hat sich dieser Sache angenommen, wie wir im folgenden Beitrag berichtet haben: SRF-Rundschaureportage über Christian Bock, Direktor der Eidgenössischen Zollverwaltung.
    Bisher scheint sein Vorgesetzter, Ueli Maurer, noch hinter ihm zu stehen, wie wir das hier berichtet haben: Bundesrat Maurer stellt sich hinter Christian Bock, den umstrittenen Direktor der Eidgenössischen Zollverwaltung. Allerdings hat auch er im Bundesratsgremium in dieser Sache nicht volle Rückendeckung: Ueli Maurer erhält keine Schützenhilfe im Bundesrat für Christian Bock, Direktor der Eidgenössischen Zollverwaltung.
  • Zollgesetzrevision
    Damit all diese Vorhaben (DaziT, Umbenennung, Neuorganisation, etc.) überhaupt rechtsgültig umgesetzt werden können, braucht es eine Totalüberarbeitung des Zollgesetzes. Nur mit der Anpassung der Rechtsgrundlagen können die Prozesse und Systeme konsequent vereinheitlicht, vereinfacht und digitalisiert werden und das neue Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) erhält die erforderliche organisatorische und verfahrenstechnische Flexibilität.
    Doch diese Totalüberarbeitung hat es in sich und stiess schon verwaltungsintern auf heftige Kritik und Gegenwehr. So konnte bereits die geplante Eröffnung der Vernehmlassung im Dezember 2019 nicht zeitgerecht durchgeführt werden.
    Ende 2020 endete dann die Vernehmlassungsfrist zur Zollgesetzrevision, wo Dutzende von kritischen Fragen und Voten eingingen. Die Kritischsten kamen ausgerechnet von einem ehemaligen Kommandanten der Basler Kantonspolizei und Dozent für Sicherheits- und Polizeirecht an den Universitäten Basel und St. Gallen: Markus Mohler kritisiert den Entwurf harsch und bezeichnet ihn schlicht als nicht verfassungskonform.
    Wie es unter diesen Umständen weitergehen kann, ist mir als Nicht-Jurist ein Rätsel und deshalb stufen wir diesen Punkt als grosses Risiko ein. Auch wenn das BAZG davon ausgeht, dass das neue Zollgesetz voraussichtlich per 1.1.2024 in Kraft gesetzt werden kann.

19. Welche Reviews / Prüfungen von DaziT wurden schon durchgeführt?

Unseres Erachtens erfolgte noch nie ein Review durch eine «unabhängige» externe Stelle (was auch immer ein solcher heutzutage noch wert sein mag in Anbetracht der Verflechtungen).

Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) ist das oberste Finanzaufsichtsorgan des Bundes. Sie unterstützt die Bundesversammlung und den Bundesrat. Ihre Unabhängigkeit soll durch das Finanzkontrollgesetz (FKG) garantiert sein. Sie hat bisher folgende Prüfungen durchgeführt bzw. plant, sie durchzuführen:

19.1 Abgeschlos­sene Prüfungen:

Prüf # Detail Datum Beschreibung Schwerpunkte / Bemerkungen Prüfer
16568 EFK-16568 | inkl. generelle Stellungnahme 06.06.17 Analyse Sonderbotschaft DaziT - Eidgenössische Zollverwaltung Prüfung fand während der Botschaftsausarbeitung zur Finanzierung von DaziT statt
18320 EFK-18320 | inkl. Stellungnahmen | FinDel D6/2018 11.10.18 1. Prüfung des IKT-Schlüsselprojekts DaziT Keine umfangreiche Gesamtprüfung, sondern die Überprüfung ausgewählter Anregungen aus der «Analyse Sonderbotschaft»
Alberto Parisi (Revisionsleitung)
Louis Bodenman
19399 EFK-19399 | inkl. Stellungnahmen | FinDel D6/2019 29.11.19 2. Prüfung des IKT-Schlüsselprojektes DaziT Konzentration auf Stammdaten- und Unternehmens-Architekturprozess sowie das Programm-Management
Louis Bodenmann (Revisionsleitung)
Patrick Treichler
David Ingen Housz
Thomas Hungerbühler
 20287 EFK-20287 | inkl. Stellungnahmen | FinDel D4/2021 26.05.21 3. Prüfung des IKT-Schlüsselprojektes DaziT  Prüfung des Programms und dessen Risiken hinsichtlich der Zielerreichung. Patrick Treichler (Revisionsleitung)
Michelle Desmond Metzger 

Roger Brodmann 

Oliver Sifrig

19.2 Offene Prüfungen:

Prüf # Detail Datum Beschreibung Schwerpunkte / Bemerkungen Prüfer
-

20. Welche Abkürzungen werden im Projekt DaziT verwendet?

Die folgende Auflistung gibt Ihnen einen Überblick über die im Projekt DaziT verwendeten Abkürzungen:

Abkürzung Bedeutung
Activ Smartphone App zur automatischen Aktivierung von Transitmeldungen beim Grenzübertritt (vorläufig nur für den Transit im Strassenverkehr)
AG Arbeitsgruppe
B2B Business to Business
BAZG Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (Name der Schweizer Zollbehörde seit 3.1.2022)
BAZG-VG Vollzugsaufgabengesetz (des BAZG's)
BIT Bundesamt für Informatik und Telekommunikation
BUR Betriebs- und Unternehmensregister
Chartera Output  Neues Dokumenten-Managementsystem des BAZG (in einem 1. Schritt für den Bezug von elektronischen Veranlagungsverfügungen als Ersatz für das Web-GUI)
CO Custom Data Objects
EAV Eidgenössische Alkoholverwaltung
eBD Elektronische Begleitdokumente
eCOM Elektronische Kommunikation
E2E End to End
e-dec Frachtanwendung zur elektronischen Abfertigung von Ein- und Ausfuhrprozessen
EETS Europaweit kompatibler Mautdienst der EU (European Electronic Toll Service)
EFD Eidgenössisches Finanzdepartement
EFK Eidgenössische Finanzkontrolle
ESTV Eidgenössische Steuerverwaltung
EZV Eidgenössische Zollverwaltung (Name der Zollbehörde bis 31.12.2021 - neu BAZG)
FISCAL-IT Programm der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) zur Ablösung ihrer bestehenden Fachanwendungen, welche ihr Lebensende erreicht haben.
GAR-EZV Geschäftsprinzipien, IT-Architektur & Roadmap EZV
GP Geschäftspartner
GS-EFD Generalsekretariat des Eidgenössischen Finanzdepartements
GUI Graphical User Interface
GWK Grenzwachtkorps
HERMES Von der Schweizerischen Bundesverwaltung entwickelte Projektmanagement-Methode
ICS2 Import Control System 2 (europaweites Projekt zur Verbesserung der Risikoanalyse)
IKS Internes Kontrollsystem
IKT Informations- und Kommunikationstechnologie (Kommunikationstechnik)
ISB Informatiksteuerungsorgan des Bundes
KPI Key Performance Indikatoren
LSVA Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe
LWA Leistungswertanalyse
MDM Master Data Management
MinöSt Mineralsteuer
MVP Minimum Viable Product
NCTS Neues Computerisiertes Transit System
Computergestütztes Zollsystem zur Abwicklung von internationalen Transitsendungen
Periodic Smartphone App zur digitalen Erfassung der Fahrten im Rahmen der periodischen Sammelanmeldung (PSA)
PMO Programm- /Projektmanagement Office
PO Product Owner
PoC Proof-of-Concept
QSRM Qualitäts- und Risikomanager
SAP MDG SAP Masterdata Governance
Strategie ERP 2023 Neugestaltung der Supportprozesse und deren Informatikunterstützung im Rahmen der Stammdatenverwaltung
SUPERB23 Programm zur Modernisierung der Supportprozesse der Bundesverwaltung
TaBi Tabak- und Bierbesteuerung
VK Verpflichtungskredit
VSP Verbrauchssteuerplattform
WS Workshop
WVB Warenverkehrsbescheinigung
WVS Warenverkehrssystem
Beratung-Icon zwei sich schüttelnde Hände
Nutzen Sie Ihre Chancen!

Die digitale Transformation der Verwaltung wird sich auch massiv auf die angeschlossenen Teilnehmer aus der Privatwirtschaft auswirken. Für Schweizer Importeure und Exporteure ergeben sich dadurch neue Chancen bei der Digitalisierung eines bisher vernachlässigten Bereiches. Sprechen Sie mit uns, wo die Chancen liegen und wie Sie sich dafür vorbereiten können!

Ähnliche Fachbe­griffe

Aus Kapazitätsgründen ist die Kommentarfunktion aktuell ausgeschaltet.
Wir werden sie so bald wie möglich wieder aktivieren.
2 Kommentare zu «DaziT»

Mathias Schaller4. November 2021

Guten Tag. Sehr interessanter Artikel. Mir ist jedoch noch immer nicht klar, wie sich dies konkret auf Exporteure und Importeure in der Schweiz auswirkt, resp. welche vorbereitenden Aktivitäten Sie empfehlen. Können Sie dazu noch etwas sagen, resp. den Artikel ggf. ergänzen? Oder habe ich im Artikel etwas übersehen?

Vielen Dank.

Markus Eberhard

4. November 2021

Sehr geehrter Herr Schaller

Vielen Dank für Ihre positive Rückmeldung zum Beitrag! In der Tat sollte der nächste Beitrag von uns zum neuen Passar-Verfahren Ihre Fragen, zumindest im Ansatz, beantworten. DaziT ist das Oberprojekt, aber für Importeure und Exporteure ist, nebst dem generellen Verständnis der Stossrichtung des Schweizer Zolls, Passar das wichtigste Projekt. Der Zufall will es, dass wir genau in dieser Woche die Spezifikationen dafür in der Version 0.4 erhalten haben. Wir hoffen, dass diese nun konkreter sind wie die Vorgängerversionen und auch uns als Entwicklungshaus zeigen, mit welchen Änderungen Sie als Zollkunde und wir zu rechnen haben. Sofern sich unsere Hoffnungen erfüllen, werden wir im nächsten Newsletter darüber berichten, den wir im Februar verschicken möchten.

Freundliche Grüsse

Markus Eberhard