Zoll­ge­büh­ren

10.06.2019 | Zollwesen | Thomas Woodtli |

Die Begriffe Zollgebühren sowie Zollabgaben sorgen immer wieder für Verwirrung und Verwechslung beider Begriffe. Manche halten sie sogar für ein- und dasselbe, was falsch ist. Wir wollen deshalb Klarheit schaffen und beschreiben zuerst die Zollgebühren und im nächsten Begriff die Zollabgaben.

Was sind Zollgebühren?

«Zollgebühren», die oft auch «Verzollungsgebühren» oder «Verzollungspauschalen» genannt werden, erheben Firmen, die mit der Zollanmeldung beauftragt wurden, wie

  • Spediteure oder
  • Kuriere

Somit werden Zollgebühren nicht vom Zoll selbst in Rechnung gestellt, sondern von Firmen, die mit der Zollanmeldung beauftragt wurden. Für Dienstleistungen wie

  • die Verzollung oder
  • den Gang zum Zollschalter

verrechnen sie Gebühren an Importeure sowie Exporteure.

Wie berechnen sich die Zollgebühren im Postverkehr?

Im Postverkehr beispielsweise setzen sich derzeit die Verzollungsgebühren bei Importsendungen pauschal zusammen aus einem Grundpreis nach Herkunftsland und einem Warenwertzuschlag in Prozent.

Importieren Sie im Postverkehr aus Deutschland beispielsweise DVDs im Wert von 100 CHF, so berechnet die Post zunächst einen Grundpreis von 11.50 CHF und erhebt einen Warenwertzuschlag von 3 %. Die Zollgebühren belaufen sich demnach auf 14.50 CHF (11.50 CHF + 3% von 100 CHF = 14.50 CHF).

Wie berechnen Spediteure ihre Zollgebühren?

Bei grossen Warenvolumen transportieren Spediteure die Waren zum Ziel und verzollen diese im Auftrag des Kunden anlässlich der Ein- und Ausfuhr. Für diese Dienstleistung verrechnen die Spediteure ihre Zollgebühren, manchmal auch in Form von Verzollungspauschalen.

Beim «normalen» Einfuhrzollverfahren zunächst nach Anzahl übermittelten Zollanmeldungen.

  • Meistens sind dort bis zu drei Verzollungspositionen (drei Positionen mit drei unterschiedlichen Zolltarifnummern) im Preis inkludiert.
  • Die Höhe dieser Grundgebühr bewegt sich zwischen 50 bis 120 CHF.
  • Für jede weitere Verzollungsposition werden zwischen 5 bis 15 CHF in Rechnung gestellt.

Bei Einfuhrzollverfahren, die spezielleren Gegebenheiten unterlegen sind, fallen höhere Gebühren an.

  • Für bewilligungspflichtige Waren oder solche, bei denen naturgemäss zusätzliche Abgaben wie zum Beispiel die Spirituosensteuer mit im Spiel sind, verrechnen Spediteure höhere Grundgebühren.
  • Beim Verzollen mittels eines Spezialverfahrens, wie zum Beispiel dem Veredelungsverkehr, fallen teurere Gebühren an.
  • Erfordert ein Zollverfahren zudem ein spezielles Formular wie den Freipass oder ein Carnet ATA, so verrechnet ein Spediteur ebenso höhere Zollgebühren.
  • Alle Änderungen der bestehenden Verzollung, wie Korrekturen oder Umwandlung einer provisorischen Verzollung in eine definitive Zollanmeldung, ziehen ebenso zusätzliche Gebühren nach sich.

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