Zollge­bühren

Zollwesen 17.04.2019 von Lea Derendinger
Lesezeit 3 min Kommentare 0

Die Begriffe Zollgebühren und Zollabgaben sorgen immer wieder für Verwirrung und Verwechslung. Manche halten sie sogar für ein- und dasselbe, was falsch ist. Wir wollen deshalb Klarheit schaffen und beschreiben zuerst die Zollgebühren und in einem separaten Fachbegriff die Zollabgaben.

1. Was sind Zollgebühren?

Zollgebühren werden von Firmen erhoben, welche für Sie die Einfuhr- oder Ausfuhrzollanmeldung durchführen. Dafür werden verschiedene Begriffe verwendet und auch unterschiedliche Details ausgewiesen, wie:

  • Abfertigungskosten des Zolldienstleisters
  • Verzollungsgebühren
  • Verzollungspauschalen
  • Verzollungskosten
  • E-dec Gebühren
  • eVV Gebühren
  • eVV Kosten

Sofern der Spediteur / Kurierdienstleister oder das Verzollungsbüro eine Zollanmeldung (Import oder Export) in Ihrem Namen durchführt, werden Ihnen diese Gebühren entsprechend in Rechnung gestellt. Das Resultat dieser Dienstleistung ist die Veranlagungsverfügung, welche für Sie als Importeur oder Exporteur essenziell ist. Die Zollgebühren sind im Gegensatz zu den Zollabgaben keine gesetzlichen Gebühren, sondern solche von privaten Zolldienstleistern. Deshalb können auch die Preise stark variieren.  Wenn Sie die Möglichkeit für Preisverhandlungen haben, sollte Sie diese nutzen, da zum Teil extreme Unterschiede zwischen den Anbietern bestehen.

Gebühren werden zum Beispiel berechnet für:

2. Wie berechnet die Schweizer Post die Zollgebühren?

Im Postverkehr setzen sich derzeit die Verzollungsgebühren bei Importsendungen in die Schweiz pauschal zusammen aus einem Grundpreis nach Herkunftsland und einem Warenwertzuschlag in Prozent.

Importieren Sie im Postverkehr aus Deutschland beispielsweise DVDs im Wert von 100 CHF, so berechnet die Post zunächst einen Grundpreis von 11.50 CHF und erhebt einen Warenwertzuschlag von 3 %. Die Gebühren belaufen sich demnach auf 14.50 Franken (11.50 CHF + 3% von 100 = 14.50 CHF).

3. Wie berechnen Spediteure ihre Zollgebühren?

Bei grossen Warenvolumen transportieren Spediteure die Waren zum Ziel und verzollen diese im Auftrag des Kunden anlässlich der Ein- und Ausfuhr. Für diese Dienstleistung verrechnen die Spediteure ihre Zollgebühren, manchmal auch in Form von Verzollungspauschalen.

Beim «normalen» Einfuhrzollverfahren zunächst nach Anzahl übermittelter Zollanmeldungen.

Meistens sind dort bis zu drei Verzollungspositionen (drei Positionen mit drei unterschiedlichen Zolltarifnummern) im Preis inkludiert.
Die Höhe dieser Grundgebühr bewegt sich zwischen 50 und 120 Franken.
Für jede weitere Verzollungsposition werden zudem zwischen 5 und 15 CHF in Rechnung gestellt.

Zollberaterin Frau Lea Derendinger von FineSolutions
Sie arbeiten mit vielen Spediteuren und Kurierdiensten zusammen?

Da verliert man schnell den Überblick über seine Zollkosten. Bei Importen tritt es häufiger auf, dass Ware falsch deklariert wird und entsprechend falsche Zollabgaben berechnet werden. Das führt zu unnötigen Kosten – oder zu teuren Nachzahlungen. Hier unterstützen wir Sie durch eine Analyse Ihrer Zollkosten.

Bei Einfuhrzollverfahren, die spezielleren Gegebenheiten unterliegen, oder bei zusätzlichen Schritten, fallen höhere Gebühren an. Dazu zählen folgende Beispiele:

  • Für bewilligungspflichtige Waren oder solche, bei denen naturgemäss zusätzliche Abgaben wie etwa die Spirituosensteuer mit im Spiel sind.
  • Beim Verzollen mittels eines Spezialverfahrens, wie etwa dem Veredelungsverkehr.
  • Wenn ein Zollverfahren zudem ein spezielles Formular wie den Freipass oder ein Carnet ATA benötigt.
  • Änderungen an einem Verzollungsvorgang, wie Korrekturen oder Umwandlung einer provisorischen Verzollung in eine definitive Zollanmeldung.

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