ZAZ-Konto

Viele Unternehmen erhalten Waren aus aller Welt. Die beim Import anfallenden Abgaben werden von verschiedensten Spediteuren in Rechnung gestellt. Dabei den Überblick über die verrechneten Abgabenbeträge zu behalten, ist schwierig. Für Firmen, welche regelmässig Sendungen importieren – sei dies über Kurierfirmen oder Grossspediteure – wird die Eröffnung eines eigenen «Zollkontos» empfohlen.

Ein ZAZ-Konto (ZAZ für «zentralisiertes Abrechnungsverfahren der Zollverwaltung») dient dem Inhaber dazu, sämtliche von der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) erhobenen Abgaben wie Zoll, Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, VOC, Monopolgebühren usw. bequem über ein eigenes Konto (anstelle in bar oder gegen Vorlageprovision mit dem Spediteur) abzuwickeln. Voraussetzung dafür ist eine Sicherheit, welche in Form einer Generalbürgschaft, einer Hinterlegung von Wertpapieren wie auch eines zinslosen Depots gegenüber der Zollverwaltung zu leisten ist.

Die drei Vorteile vom ZAZ-Konto werden auf einem Notizzettel Illustriert: Bezahlung von Vorlageprovisionen bei Verzollung entfällt, besserer Überblick über die bezahlten Zoll- und MWST-Abgaben & erweitere Zahlungsfrist von Zollabgaben von 30 auf 60 Tagen.

Die Vorteile zur Einrichtung eines ZAZ-Kontos liegen auf der Hand:

  • Firmen mit ZAZ-Konto müssen den verzollenden Spediteuren keine Vorlageprovisionen mehr bezahlen. Die Spediteure stellen den Importeuren ohne ZAZ-Konto nämlich bei jeder Verzollung bis zu 2% auf den Abgabenbetrag in Rechnung. Dies deshalb, weil die Spediteure diese Abgaben gegenüber der Zollverwaltung ihren Kunden vorschiessen. Beträgt der Abgabenbetrag (Zoll und Mehrwertsteuer) bei einer Importsendung beispielsweise 500 CHF, so fallen zusätzlich 10 CHF an. Bei mehreren Sendungen täglich kann sich dies rasch summieren.
  • Importeure, welche über ein ZAZ-Konto verfügen, erhalten täglich eine Auflistung mit den Importvorgängen des Vortags (Tagesabschluss) in Form eines Borderaus. Übermittelt ein beliebiger Spediteur eine Zollanmeldung mit der ZAZ-Nummer des Importeurs, so taucht diese danach einzeln auf dem Bordereau auf. Damit behält das importierende Unternehmen den Überblick über die Importe – ganz egal von welchem Spediteur diese verzollt werden. Das Bordereau dient zudem der Kontrolle, ob alle Veranlagungsverfügungen abgeholt wurden. Zudem erkennt der Importeur, wenn eine Verzollung fälschlicherweise auf sein ZAZ-Konto gebucht wurde.
  • Gegenüber dem Spediteur gelten die üblichen Zahlungsfristen für die Begleichung der Mehrwertsteuer von 30 Tagen. Als Inhaber eines Zollkontos profitieren Firmen von einer erweiterten Zahlungsfrist von 60 Tagen.

Als Nachteil eines ZAZ-Kontos ist zu erwähnen, dass die Kontonummer ohne weiteres auch für Verzollungen für andere Importeure verwendet werden kann. Es besteht kein Schutz mittels Zertifikate oder dergleichen. Vertippt sich beispielsweise ein Spediteur bei Eingabe der Kontonummer während der Erstellung einer Zollanmeldung, werden die Abgaben auf ein falsches Konto verrechnet. Das früher oftmals vorgetragene Argument, dass der hinterlegte Betrag für die Sicherheit «totes Kapital» wäre für eine Firma, hat im heutigen Zinsumfeld (Null- oder sogar Negativzinsen) keine Bedeutung mehr.

finesolutions-Hinweis

Um Falschverbuchungen zu verhindern, ist eine tägliche Prüfung der elektronisch zugestellten Veranlagungsverfügungen Import (eVV) sinnvoll. Damit können Sie nicht nur für eine fristgerechte Berichtigung (30 Tage ab Übermittlung Zollanmeldung) von falsch verbuchten eVVs sorgen, sondern behalten auch andere Indikatoren wie korrekt abgerechnete Zollabgaben (abhängig von der angemeldeten Zolltarifnummer) im Auge. Für mehr Details zu den Fristen lesen Sie unseren Blogbeitrag Frist für Korrektur einer Verfügung.

Wie eröffnet eine Firma ein ZAZ-Konto?

Sie füllt das Formular «Beitrittserklärung» aus. Darin muss insbesondere folgende Schätzung gegenüber der Zollverwaltung abgegeben werden, um eine genügend hohe Sicherheit (mindestens 1’000 CHF) zu gewährleisten:

  • Mindestens 50% der durchschnittlichen Zollabgaben über zwei Wochen müssen gedeckt sein.
  • Ist die Firma gegenüber der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) mehrwertsteuerpflichtig (Jahresumsatz von über 100’000 CHF), so sind mindestens 20% an innerhalb 60 Tagen anfallenden MWST-Abgaben zu decken.
  • Bei einigen speziellen Zollverfahren wie dasjenige der «vorübergehenden Verwendung» entstehen bedingte Zollforderungen, die ebenso gedeckt sein müssen. Ein Teil der Sicherheitsleistung ist zu reservieren.

Wie eine Sicherheitsleistung im Detail aussieht und was Sie dafür tun müssen, lesen Sie auf der Webseite der Zollverwaltung zum Thema «ZAZ-Konto».

Sobald die Beitrittserklärung sowie die Sicherheitsleistung bei der Oberzolldirektion, Abteilung Finanzen eingetroffen sind, wird das Konto eröffnet. Die Firma erhält im Anschluss eine Kontonummer (meist im Format «xxxx-x»), welche sie gegenüber dem mit dem Import betrauten Spediteur immer bekanntgeben muss, damit dieser die Zollanmeldungen auf das korrekte Zollkonto verbucht.

Wie wir Ihnen bei diesem Thema helfen können

Sie können nicht abschätzen, wieviel an Abgaben Sie innerhalb von zwei Monaten gegenüber dem Spediteur / der Zollverwaltung in etwa bezahlen? Wir greifen Ihnen unter die Arme mit der Analyse Zollkosten sparen im Import. Mit dieser erhalten wir die Zahlen für Ihre Abgabenschätzung und können Ihnen dabei  sogar noch das Einsparpotenzial aufzeigen.

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