Verzollungsinstruktion

Die Qualität der Angaben, die Sie auf der Veranlagungsverfügung (eVV) sowohl beim Import als auch beim Export vorfinden, steht und fällt mit der Qualität der Angaben, die der Spediteur der Lieferanten- oder Exportrechnung entnehmen kann. Sie als Importeur oder Versender können dabei den Spediteur entscheidend unterstützen, damit er alle Angaben hat, die Sie später auf der Veranlagungsverfügung benötigen. Wie das am besten geschieht, zeigen wir Ihnen in dieser Fachbegriffserklärung anhand eines Praxisbeispiels auf.

 

Ausgangslage:

Ihre Firma stellt in der Schweiz Verbrennungsmotoren her. Sie beziehen für diese Motoren Vormaterialien von Lieferanten aus dem Ausland. Den fertig gebauten Verbrennungsmotor verkauft Ihr Unternehmen vor allem an Autohersteller in der Europäischen Union. Sie wissen, dass diese für die Motoren 2.7% auf den Warenwert an Zollabgaben bezahlen müssen. Sie benötigen also korrekte Angaben auf der Veranlagungsverfügung (eVV) im Import, damit Sie den präferenziellen Ursprung für die Verbrennungsmotoren im Export weitergeben können.

Von einem Lieferanten kaufen Sie spezielle Thermometer für den Einbau in die Verbrennungsmotoren ein. Wenn Sie die Import-Veranlagungsverfügung überprüfen, die Sie für Sendungen dieses Lieferanten erhalten, stellen Sie immer wieder fest, dass diverse Angaben nicht stimmen.

Die Verzollungsinstruktion wird illustriert. Pfeile zeigen auf Fragen wie: Zolltarifnummer korrekt? Allfällige Import-/Exportbewilligung verzollt? Ihre ZAZ-Kontonummer bekannt?

Probleme:

  1. Die Zolltarifnummer auf der Veranlagungsverfügung (eVV) ist nicht korrekt. Der Spediteur deklariert immer 8409.9190 (für Teile zu Verbrennungsmotoren) anstelle von 9025.1900 (für Thermometer). Sie fragen sich, weshalb das so ist?
  2. Sie bezahlen regelmässig Vorlageprovisionen an den Spediteur für die Verzollung. Ausserdem tauchen diese Veranlagungsverfügungen (eVV) nicht auf dem täglichen eBordereau auf. Warum? Ihr Unternehmen besässe ja ein eigenes ZAZ-Konto.
  3. Sie wissen aus einem Telefongespräch von Ihrem Lieferanten, dass die Thermometer präferenziellen Ursprung in der EU hätten. Weshalb deklariert dies der Spediteur nicht?


Gründe für die Probleme:

  1. Die Zolltarifnummer ist auf der Lieferantenrechnung nicht vermerkt. Die Warenbezeichnung auf der Rechnung lässt nicht auf Thermometer schliessen. Der Spediteur geht davon aus, dass es sich um Teile von Verbrennungsmotoren handelt und deklariert diese mit der entsprechenden Zolltarifnummer.
  2. Ihr Spediteur weiss nicht, dass Ihr Unternehmen ein ZAZ-Konto besitzt. Es gibt keine öffentlich zugängliche Datenbank mit ZAZ-Kontoinhabern.
  3. Auf der Lieferantenrechnung ist keine Ursprungserklärung vermerkt. Nur mit dieser Ursprungserklärung im genauen Wortlaut darf der Spediteur in der Deklaration die «Präferenz» anmelden beziehungsweise das «Präferenzhäkchen» setzen.


Lösung der Probleme:

  1. Teilen Sie Ihrem Lieferanten mit, dass er die korrekte Zolltarifnummer 9025.1900 für Thermometer auf seinen Rechnungen vermerken soll. Am idealsten ist es, wenn bereits auf der Bestellung die Zolltarifnummer (je Bestellposition / je Artikelnummer) vermerkt ist und der Hinweis darauf, dass der Lieferant diese Zolltarifnummern angeben muss.
  2. Teilen Sie Ihrem Spediteur von sich aus mit, dass er für zukünftige Abfertigungen die ZAZ-Kontonummer Ihrer Firma verwenden muss. So spart Ihre Firma die Vorlageprovisionen ein und die Importe dieser Thermometer tauchen ausserdem auf Ihrem eBordereau auf.
  3. Teilen Sie Ihrem Lieferanten mit, dass er auf seinen Rechnungen die korrekte Ursprungserklärung aufdruckt oder ein EUR.1 erstellt, je nachdem ob der Warenwert über 6000 EUR oder 10’300 CHF beträgt.

Fazit

Mit solchen oder ähnlichen Problemen werden Unternehmen immer wieder konfrontiert. Grund dafür ist, dass Verzollungen von gewerblichen Waren normalerweise durch Spediteure durchgeführt werden und nicht von den Importeuren oder Versendern selbst. Wichtig ist demnach also, dass Firmen aktiv mit dem Spediteur und dem Lieferanten kommunizieren, um eine verbesserte Qualität der Angaben auf der Veranlagungsverfügung (eVV) zu erreichen. Oft bekommt der Spediteur die Waren nicht zu Gesicht und es fehlen Branchenkenntnisse, um korrekte Zolltarifnummern für die Abfertigung zu eruieren. Hier stützt sich ein Spediteur ganz auf die Angaben in den Export- oder Lieferantenrechnungen. Es ist deshalb wichtig, dass sowohl Lieferant als auch der Spediteur von Anfang an Instruktionen erhalten, damit Veranlagungsverfügungen (eVV) gar nicht erst im Nachhinein korrigiert werden müssen.

Wie wir Ihnen bei diesem Thema helfen können

Eine gute Verzollungs- und Lieferanteninstruktion enthält viele Elemente. Sie möchten wissen, ob Ihre verwendeten Zolltarifnummern überhaupt korrekt sind? Oder ob Ihr Lieferant überhaupt eine Ursprungserklärung auf der Rechnung aufdrucken darf? Welche Bedeutung haben die Incoterms? In unserem Angebot Fragen rund ums Thema Zoll beantworten wir diese gerne zugeschnitten auf Ihre Ausgangslage.

+41 44 245 85 85 info@finesolutions.ch
Öffnungszeiten

Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:00 - 17:30 Uhr

Support