Präferenz­nach­weis

Präferenzieller Warenursprung Lea Derendinger
Lesezeit 13 min Kommentare 10

Ein Präferenznachweis ist eine Ursprungserklärung im Sinne der bestehenden Freihandelsabkommen. Diese Nachweise kommen nur zur Anwendung, wenn die Präferenzeigenschaft des Produktes erfüllt ist und die Lieferung der Güter zwischen zwei Freihandelspartnern stattfindet. Die Lieferantenerklärung im Inland ist auch ein Präferenznachweis, welcher bei Inlandslieferungen innerhalb der Schweiz erstellt werden kann, sofern die Präferenzeigenschaft geprüft wurde.

Die Präferenznachweise werden auch gerne wie folgt genannt:

  • Ursprungsnachweise
  • Präferenzbelege
  • Ursprungserklärungen
  • Rechnungserklärungen
  • Lieferantenerklärungen

Das Wort «Präferenz» stammt ursprünglich vom lateinischen Wort praeferre ab, welches «vorziehen» bedeutet. Die Güter mit Präferenzeigenschaft werden also bevorzugt behandelt und geniessen in vielen Ländern dank der Freihandelsabkommen Zollfreiheiten oder Zollbegünstigungen.

1. Mein Kunde verlangt ein «Certifi­cate of Origin». Was ist damit gemeint?

Sehr oft wird von einem Kunden ein «Certificate of Origin» verlangt, das mit den Gütern mitgeschickt werden soll. Dieser Begriff wird im Englischen verwendet für:

  • das Ursprungszeugnis (nichtpräferenzieller Ursprung)
  • aber auch für Ursprungsnachweise (präferenziell)

Deshalb entstehen oft Missverständnisse und der Exporteur ist nicht sicher, welcher Nachweis genau vom Kunden verlangt wird.

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finesolutions-Tipp

Stellen Sie bei diesen Anfragen von Kunden sicher, dass beide Parteien vom gleichen «Certificate of Origin» sprechen.

Wird ein Präferenznachweis (preferential Certificate of Origin) verlangt oder ein Ursprungszeugnis im Sinne des nicht-präferenziellen Ursprungs (non-preferential Certificate of Origin)?

Nachdem diese Frage geklärt ist, wissen Sie, um welche Ursprungsart es sich handelt. Der nichtpräferenzielle Ursprung wird durch ein Ursprungszeugnis und der beglaubigten Lieferantenrechnung bestätigt. Zuständig für diese Beglaubigungen sind die schweizerischen Industrie- und Handelskammern. Die Rechtsgrundlagen sind den folgenden Verordnungen zu entnehmen:

Eine gute Ergänzung zu diesem Thema finden Sie in dieser Zusammenfassung der IHZ Luzern.

Sofern Ihr Kunde einen Präferenznachweis wünscht, lesen Sie bitte die Erklärungen im nächsten Abschnitt.

2. Welche Arten von Präferenz­nach­weisen gibt es?

Exporteure sind sich oft unsicher, welcher Präferenznachweis erstellt werden muss, um die Präferenzeigenschaft von Waren innerhalb der Freihandelsabkommen zu bestätigen. Zudem fragen sich die Einkäufer immer wieder, welcher Nachweis von ihren Lieferanten gültig ist, um beim Import der Güter Zollabgaben einzusparen.

Hier finden Sie die Übersicht der Präferenznachweise:

2.1 EUR.1 Warenver­kehrs­be­schei­ni­gung (WVB)

Die EUR.1 kommt in folgenden Freihandelsabkommen zur Anwendung:

  • EFTA Übereinkommen
  • Schweiz-EU
  • Schweiz-UK
  • Schweiz-Färöer Inseln
  • EFTA-Ägypten
  • EFTA-Albanien
  • EFTA-Israel
  • EFTA-Jordanien
  • EFTA-Marokko
  • EFTA-Mazedonien
  • EFTA-Serbien
  • EFTA-Tunesien
  • EFTA-Türkei
  • EFTA-Montenegro
  • EFTA-Bosnien und Herzegowina
  • EFTA-Ukraine
  • EFTA-PLO (PLO = Palästinensische Behörde)
  • Schweiz-Japan
  • EFTA-Chile
  • EFTA-Kolumbien
  • EFTA-Mexiko
  • EFTA-Peru
  • EFTA-SACU (SACU = South African Custom Union: Botswana, Lesotho, Namibia, Südafrika, Eswatini)
  • Schweiz-China (in diesem Abkommen ist das separate Formular EUR.1 CN zu verwenden)
  • EFTA-GCC (GCC = Kooperationsrat der arabischen Golfstaaten (Gulf Cooperation Council) Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate)
  • EFTA-CAS (CAS = Central American States (Costa Rica, Guatemala, Honduras, Panama) FHA nur mit Costa Rica und Panama anwendbar)
  • EFTA-Ecuador (für die Einfuhr in die Schweiz möglich. Das Abkommen sieht zwar zurzeit noch die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 vor, diese wurde aber nur auf spezifischen Wunsch von Ecuador aufgenommen und könnte bald aus dem Abkommen gelöscht werden).

In den Bestimmungen der jeweiligen Freihandelsabkommen ist definiert, welcher Präferenznachweis in welchem Abkommen gültig ist und wie die formellen Vorschriften für diese Nachweise aussehen. Zum Beispiel wird in einem EUR.1 nach Chile zusätzlich die Angabe der vierstelligen Zolltarifnummer (HS-Code) auf der Vorderseite in Rubrik 8 verlangt.

In fast allen Freihandelsabkommen sind Vereinfachungen für Ermächtigte Ausführer vorgesehen und oft müssen diese keine EUR.1 erstellen, sondern der Präferenznachweis kann in Form einer Ursprungserklärung auf der Rechnung erstellt werden (Ausnahme: Freihandelsabkommen EFTA-GCC).

Mehr und detailliertere Informationen zu dieser Warenverkehrsbescheinigung finden Sie im eigenen Fachbegriff EUR.1.

2.2 Ursprungs­er­klä­rung (UE)

Eine Ursprungserklärung, die auf einer Rechnung oder einem Handelspapier angedruckt wird, ist ein weiterer Präferenznachweis im Sinne der Freihandelsabkommen. Sie wird umgangssprachlich auch wie folgt genannt:

  • Präferenztext
  • Rechnungserklärung (RE)
  • Ursprungstext
  • Präferenzsatz
  • Ursprungssatz

Wie der Text einer Ursprungserklärung genau lauten soll, ist wiederum in den einzelnen Freihandelsabkommen festgehalten. Es ist zudem darauf zu achten, dass für Ermächtigte Ausführer keine Wertgrenzen gelten, jedoch ein nicht Ermächtigter Ausführer diese Wertgrenzen (klicken Sie für den Download des PDFs mit den Werten) genau beachten muss.

Falls Sie von Vereinfachungen im Bereich der Präferenznachweise profitieren möchten oder die Zollverwaltung bei Ihnen den Status des Ermächtigten Ausführers überprüft, unterstützen wir Sie gerne. Sie finden alle Informationen in unserem Angebot Ermächtigter Ausführer werden / bleiben.

Wortlaut Ursprungs­er­klä­rung auf Schweizer Rechnungen

Möchten Sie einfach wissen, wie der Wortlaut der Ursprungserklärung in den anderen Freihandelsabkommen lautet?

Wir haben für Sie in einem Dokument den korrekten Wortlaut der Ursprungserklärung je Abkommen wie folgt zusammengefasst:

  • Ursprungserklärung Englisch (englischer Text)
  • Ursprungserklärung Deutsch (oder falls nicht vorgesehen, in einer anderen Sprache)

Dabei haben wir alle Abkommen berücksichtigt und insbesondere auch die «Klassiker»:

  • Ursprungserklärung China
  • Ursprungserklärung Kanada
  • Ursprungserklärung Südkorea
  • Ursprungserklärung Grossbritannien

Unsere Übersicht der Ursprungserklärung

Alle wichtigen Texte in einem Dokument! Ersparen Sie sich das Zusammensuchen der Texte, wir haben sie praktisch zusammengefasst. Interessiert?
Vorschau Übersicht Wortlaut Ursprungserklärung
  • Stets aktuell
  • Mit deutschen und englischen Fassungen
  • Diverse EFTA- und Schweizer Abkommen
Icon Leinwand mit Grafik
Praxis-Beispiel

Sie sind nicht Ermächtigter Ausführer (EA) und möchten Ihre Güter mit Präferenzeigenschaft in die EU exportieren. Diese Rechnungserklärung wird am Ende der Rechnung angefügt und die Klammerbemerkung für die Bewilligung des EA’s wird weggelassen. Das Rechnungstotal darf den Betrag von EUR 6’000 oder CHF 10’300 (Wertgrenze im Abkommen CH-EU) nicht überschreiten. Es ist nicht erlaubt, mehrere Rechnungen zu erstellen, die in einer Sendung verschickt werden, um die Wertgrenze zu umgehen. Als nicht EA benötigen Sie bei einer Überschreitung der Wertgrenze in diesem Fall eine EUR.1 und die Rechnungserklärung ist nicht mehr gültig.

Die Ursprungserklärung muss durch den nicht EA im Original unterschrieben werden. Ort und Datum sowie der Name der unterschreibenden Person in Druckschrift sind erforderlich.

In diesem Dokument der EZV finden Sie alle Ursprungserklärungen für die entsprechenden Freihandelsabkommen, die Erläuterungen zu den Fussnoten und die weiteren formellen Bestimmungen. Ebenfalls finden Sie darin die Texte der Ursprungserklärung in verschiedenen Sprachen wie Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch.

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finesolutions-Tipp

Exportseitig können die verschiedenen Textbausteine automatisiert angedruckt werden und es ist wichtig, dass bei der Auswahl des entsprechenden Textes immer auf das Lieferland geachtet wird. Wenn die Rechnung beispielsweise an eine Firma in Singapur erstellt wird und die Lieferadresse ist in China, sollte der Ursprungstext für das Abkommen Schweiz-China angedruckt werden und nicht derjenige des Abkommens EFTA-Singapur.

Importseitig ist es wichtig, dass die Präferenznachweise von Lieferanten überprüft werden. Wir sehen regelmässig falsche Texte (Wortlaut abweichend) auf den Lieferantenrechnungen oder auch Überschreitungen der Wertgrenzen.

In diesen Freihandelsabkommen ist die Präferenzeigenschaft immer mit der Ursprungserklärung in der Rechnung anzugeben, egal ob Sie EA sind oder diesen Status nicht besitzen.

Die EUR.1 ist nicht gültig und es bestehen keine Wertgrenzen:

  • EFTA-Hong Kong
  • EFTA-Kanada
  • EFTA-Rep. Korea
  • EFTA-Singapur
  • EFTA-Philippinen
  • EFTA-Ecuador (für die Ausfuhr aus der Schweiz)

2.3 EUR-MED Warenver­kehrs­be­schei­ni­gung (WVB EUR-MED)

Die EUR-MED als Präferenznachweis wird nur im Zusammenhang mit Lieferungen innerhalb der PAN-EURO-MED Freihandelszone verwendet. Welche Länder gehören zu dieser Zone?

  • EURO-MED Länder (Mittelmeerländer und Westbalkanländer):
    Ägypten, Albanien, Algerien, Bosnien und Herzegowina, Färöer Inseln, Georgien, Israel, Jordanien, Kosovo, Libanon, Marokko, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, Syrien, Tunesien, Ukraine, Westjordanland und Gazastreifen
  • PAN-Zone (Paneuropäische Freihandelszone):
    EU, EFTA (Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein), Türkei
EURO-Med Matrix

Zusammen bilden die EURO-MED Länder und die PAN-Zone die PAN-EURO-MED Freihandelszone. Die Präferenzeigenschaft der Güter kann jedoch nicht in jedem Land uneingeschränkt weiterverwendet werden (Kumulierung oder Kumulation), und somit ist bei Lieferungen in diese Zone die EURO-MED Matrix zu beachten.

2.4 EUR.1 CN (EUR.1 China für Ausführer ohne EA-Bewilligung)

Als nicht Ermächtigter Ausführer benötigen Sie, um die Präferenzeigenschaft beim Export nach China weiterzugeben, eine EUR.1 CN. Die formellen Anforderungen und wie dieses EUR.1 CN ausgefüllt werden muss, sind im Freihandelsabkommen Schweiz-China festgehalten. Mehr Informationen zum Ausfüllen der EUR.1 CN finden Sie in unserem Fachbegriff EUR.1

Sie haben nun die wichtigsten Präferenznachweise für den Export kennengelernt. Falls Sie sich für die Ursprungsnachweise im Import interessieren, lesen Sie bitte gleich den nächsten Abschnitt.

3. Gibt es unterschied­liche Präferenz­nach­weise im Import und im Export?

Die Ursprungsnachweise können je nach Freihandelsabkommen unterschiedlich sein im Import und im Export. Im vorhergehenden Abschnitt haben Sie erfahren, welche Nachweise exportseitig angewendet werden. Hier finden Sie die Ursprungsnachweise, welche Sie beim Import von Vormaterialien oder Produkten von Lieferanten anfragen können:

Ursprungszeugnis Japan-Schweiz

Import aus Japan
(Certificate used in preferential trade between Japan and the Swiss Confederation)

Ursprungszeugnis GCC-EFTA

Import aus den GCC-Staaten
(Preferential Certificate of Origin of Gulf Cooperation Council Countries)

Ursprungszeugnis China-Schweiz-ab-2018-08-19

Import aus China
(Certificate of Origin used in FTA between China and Switzerland)
Zuständige Beglaubigungsstelle in China: General Administration of Customs of the People’s Republic of China (GACC)
→ gültig ab 20.08.2018

Ursprungszeugnis - Specimen Import aus China

Oder Import aus China
(Certificate of Origin used in FTA between China and Switzerland)
Zuständige Beglaubigungsstelle in China: China Council for the Promotion of International Trade (CCPIT)
→ gültig ab 06.01.2020

Ursprungszeugnis China-Schweiz

Import aus China
(Certificate of Origin used in FTA between China and Switzerland)
Zuständige Beglaubigungsstelle in China: China Council for the Promotion of International Trade (CCPIT)
→ gültig bis 05.01.2020

Dies sind die Präferenznachweise gemäss Freihandelsabkommen, welche bei der Anwendung im Import Zölle einsparen können.

Auf die Präferenznachweise aus APS/GSP Staaten «Präferenzsystem für Entwicklungsländer» werden wir in einem separaten Fachbegriff zu einem späteren Zeitpunkt eingehen.

Falls Sie Präferenznachweise ausstellen und DDP-Lieferungen in die EU organisieren: Lesen Sie unseren Fachbegriff Incoterms® 2020 und erfahren Sie in unserem Blog-Beitrag mehr über Deutsche Zollprüfungen im Zusammenhang mit Präferenznachweisen: Deutsche Zollprüfung – wann trifft es Schweizer Unternehmen? Sofern Sie schon eine Androhung für eine Prüfung im Haus haben, unterstützen wir Sie gerne mit unseren Beratungsleistungen Zollprüfung.

Sind noch Fragen offen?

Diese beantworten wir gerne auch an der nächsten Veranstaltung

28.09.2021 | Präferenzieller Warenursprung Lea Derendinger | Zürich
Jetzt zur Weiterbildung Präferenzieller Warenursprung

4. Muss die Ursprungs­er­klä­rung auf der Rechnung unterschrieben sein?

Es wird in den einzelnen Freihandelsabkommen geregelt, wie der Wortlaut der Rechnungserklärung lautet und ob ein Ursprungstext auf der Rechnung unterschrieben werden muss. In allen Freihandelsabkommen, bei denen die Ursprungserklärung auf der Rechnung gültig ist, ist der Ermächtigte Ausführer befreit von der Unterschriftspflicht. Ein nicht Ermächtigter Ausführer hingegen muss die Ursprungserklärung handschriftlich unterzeichnen und den Namen der Person in Druckschrift anbringen. Ort und Datum müssen ergänzt werden und die Wertgrenzen je Freihandelsabkommen sind zu berücksichtigen.

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Praxis-Beispiel

Oftmals fragen sich Exporteure, wieso sie die Aufforderung vom Kunden erhalten, die Rechnungserklärung zu unterschreiben, wenn Sie doch Ermächtigter Ausführer sind. Die Anforderung Ihres Kunden kommt aber vielleicht daher, dass die Importvorschriften des Bestimmungslandes eine unterschriebene Rechnung vorschreiben. Dann wird von Ihrem Kunden die Unterschrift am Ende der Rechnung verlangt, was nicht zu verwechseln ist mit der Unterschrift unter der Rechnungserklärung. Falls die Importvorschriften eine unterschriebene Rechnung vorsehen, kommt auch der Ermächtigte Ausführer nicht daran vorbei, die Rechnung handschriftlich zu unterzeichnen.

5. Mein Spediteur oder Kunde verlangt eine EUR.1 anstatt eine Ursprungs­er­klä­rung auf der Rechnung. Muss ich deshalb eine EUR.1 erstellen?

Für Sie ist in erster Linie wichtig zu wissen, dass die Präferenzdeklaration freiwillig ist. Sie müssen also weder eine EUR.1 erstellen, noch eine Rechnungserklärung andrucken. Sie dürfen einen Präferenznachweis erstellen, sofern Sie geprüft haben, ob die Güter auch wirklich präferenzbegünstigt sind.

Einige Länder, wie z. B. die Türkei, verlangen immer wieder eine EUR.1 und akzeptieren die Rechnungserklärung nicht als Präferenznachweis. Im Abkommen EFTA-Türkei ist aber klar festgehalten, dass Ermächtigte Ausführer die Ursprungserklärung auf der Rechnung andrucken dürfen und keine EUR.1 erstellen müssen. Auch nicht Ermächtigte Ausführer dürfen die Rechnungserklärung verwenden, sofern der Rechnungsbetrag unter CHF 10’300 liegt oder unter EUR 6’000. (Wertgrenze im Abkommen EFTA-TR).

Icon Tipp Glühbirne
finesolutions-Tipp

Falls Sie solche Anfragen haben, kopieren Sie den Rechtstext aus dem Abkommen und senden Sie diesen an Ihren Spediteur oder Kunden mit der Erklärung, dass ein Ursprungstext auf der Rechnung gemäss Abkommen verwendet werden darf. Oftmals wird behauptet, dass der türkische Zoll dies verlangt, was aber meistens nicht korrekt ist. Es sind immer wieder die Verzollungsagenten der Kunden, welche die Inhalte der Abkommen nicht genau kennen und deshalb denken, dass eine EUR.1 nötig ist.

6. Welche Wertgrenzen sind für die Ursprungs­er­klä­rung auf der Rechnung zu beachten?

Für eine Übersicht zu den aktuellen Werten lesen Sie bitte unseren Fachbegriff  Wertgrenzen.

Wie finesolutions Ihnen beim Thema Präferenznachweis helfen kann?

Bevor Sie mit dem Ausstellen von Präferenznachweisen beginnen, müssen Sie Ihr Unternehmen darauf vorbereiten. Holen Sie sich das dazu benötigte Wissen mittels des Seminars & Webinars Präferenzieller Warenursprung ins Haus oder besuchen Sie eine unserer öffentlichen Veranstaltungen.

28.09.2021 | Präferenzieller Warenursprung Lea Derendinger | Zürich
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10 Kommentare zu «Präferenznachweis»

Lorena Hagenbuch27. April 2021

Guten Tag Frau Derendinger,

Ich habe gleich mehrere Fragen.

Wir stellen nicht selbst her, sondern kaufen ein und verkaufen alles dann als komplettes System. Jetzt ist es ja bei einem Schweizer Lieferanten so, dass die Rechnung nur beglaubigt werden muss, wenn das Material ausländischen Ursprung hat.
Jedoch gibt es hier wohl noch eine Wertgrenze, wie ich gehört habe, von CHF 1'000.
Gilt sie pro Paket, Stück oder Bestellung / Lieferung?

Die zweite Frage betrifft den präferenziellen Ursprung auf der Rechnung.
Auch hier frage ich mich, weshalb es zwei Varianten von Texten gibt?
Bei der einen Variante wird das Herkunfts- und Empfangsland erwähnt ("Ursprungserzeugnisse der Schweiz sind und den Ursprungsregeln im Präferenzverkehr mit XXX entsprechen). In der anderen Variante wird nur erwähnt "soweit nicht anders angegeben, präferenzbegünstige (schweizer) Ursprungswaren sind."

Welches ist korrekt?

Besten Dank für Ihre Unterstützung und Feedback.

Lea Derendinger

27. April 2021

Guten Tag Frau Hagenbuch

Vielen Dank für Ihre Anfrage via unsere Kommentarfunktion.

Bei Ihrer ersten Frage müssten wir zusammen telefonieren, da ich die Fragestellung nicht ganz nachvollziehen kann und der Sachverhalt für mich nicht klar ist. Sie dürfen mich diesbezüglich gerne anrufen.

Bezüglich Ihrer Frage zum unterschiedlichen Wortlaut kann ich Ihnen gerne eine Antwort geben:

Eine Lieferantenerklärung im Inland muss in einem anderen Wortlaut verfasst werden, wie die Präferenznachweise, welche grenzüberschreitend erstellt werden. Bei einer Inlandlieferung müssen Sie wissen, welches Ursprungsland die Güter besitzen und im Präferenzverkehr mit welchen Staaten, dass diese Lieferantenerklärung gilt. Bei einer Import-/Exportlieferung ist schon klar, welches Abkommen betroffen ist und deshalb wird nur bestätigt, dass es zum Beispiel «präferenzbegünstigte schweizerische Ursprungswaren» sind.

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte und stehe für weitere Fragen gerne zur Verfügung.

Freundliche Grüsse

Lea Derendinger

Simone Neff4. März 2021

Wenn wir eine Maschine an einen Kunden innerhalb Deutschland verkaufen und dieser die Ware dann innerhalb der EU versenden will...... Was für ein Präferenznachweis kann er von mir verlangen?

Lea Derendinger

4. März 2021

Sehr geehrte Frau Neff

Vielen Dank für Ihre Anfrage via unsere Website.

Als Präferenznachweis innerhalb der EU ist die Lieferantenerklärung massgebend. Auf unserer Website beschreiben wir die Lieferantenerklärung hinsichtlich der schweizerischen Rechtsgrundlagen und nicht, wie diese innerhalb der EU ausgestellt werden muss. Auf der Site des Deutschen Zolls finden Sie die formellen Vorschriften und weitere Informationen zur Lieferantenerklärung innerhalb der EU.

Freundliche Grüsse

Lea Derendinger

Bettina Piquerez26. Januar 2021

Ich habe eine kurze Frage und zwar produzieren wir unsere Braut- & Abendmode bei einem Produzenten in Portugal, der unsere Ware auf seinen Handelsrechnungen als EU Ursprungsware deklariert. Reicht dies als Nachweis, um den Ursprung gegenüber EU Endkunden erneut so zu deklarieren, wenn wir Kunden mit Wohnsitz in der EU beliefern? Resp. Dürfen wir diese Deklaration so 1:1 übernehmen ohne weiter zu prüfen? Besten Dank für Ihre Hilfe und freundliche Grüsse, Bettina Piquerez

Lea Derendinger

26. Januar 2021

Sehr geehrte Frau Piquerez

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Im Sinne des präferenziellen Warenursprungs ist die Angabe EU erlaubt, jedoch nicht bei einem Ursprungszeugnis der Handelskammer, welches für den nichtpräferenziellen Ursprung gültig wäre. Da Sie aber nur Endkunden in der EU beliefern, gehe ich davon aus, dass Sie kein Ursprungszeugnis der Handelskammer benötigen.

Sie importieren die Waren von Portugal in die Schweiz und als Präferenznachweis ist die elektronische Veranlagungsverfügung (eVV) Import massgebend. Zudem benötigen Sie den korrekten Präferenznachweis in der Lieferantenrechnung oder allenfalls muss Ihr Lieferant eine EUR.1 erstellen.

Sofern Sie diese Vorursprungsbelege geprüft haben (eVV Import und Präferenznachweis in der Rechnung mit dem korrekten Wortlaut oder EUR.1) können Sie beim Re-Export dieser Güter in die EU die Präferenzeigenschaft weitergeben. Es ist wichtig, dass Sie den korrekten Wortlaut der Ursprungserklärung verwenden im Abkommen CH-EU oder wiederum eine EUR.1 erstellen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten und bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Vielen Dank und freundliche Grüsse

Lea Derendinger

Armin Erni20. August 2019

Liebe Frau Derendinger
Ich bin sehr froh, dass ich von Ihnen noch viel mehr Informationen bekommen durfte als in meiner ersten Fragestellung und ich so toll Beraten wurde. Und dies erst noch als kostenlose Erstberatung. Sollten erneut Fragen auftauchen weiss ich nun bestimmt an wen ich mich wenden werde! Dann ist mir jede Beratungsgebühr recht, denn ich weiss nun was ich dafür bekomme. In das Jahresbudget muss nun unbedingt noch eine Weiterbildung für unsere Mitarbeiter geplant werden.
Freundliche Grüsse
Armin Erni

Lea Derendinger

22. August 2019

Lieber Herr Erni
Herzlichen Dank für Ihre tolle Rückmeldung zu unseren Beratungsdienstleistungen. Es freut mich sehr, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte und bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung. Falls Sie eine Offerte für die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter wünschen, melden Sie sich einfach. Gerne führen wir unsere Seminare auch bei Ihnen als inhouse-Seminare durch und können somit auf Ihre spezifischen Fälle im Lebensmittelbereich eingehen.
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und verbleibe
mit freundlichen Grüssen
Lea Derendinger

Armin Erni19. August 2019

Grüezi
Normalerweise habe ich wenig Kontakt mit der Abwicklung von Importprozessen, jedoch aktuell Ferien bedingt schon. Und mir ist das mit dem EUR1 nicht klar. Wir importieren Waren von unseren Handelspartnern aus Deutschland (A) und solche die über Deutschland drehen, jedoch aus Holland stammen (B). Im Fall A brauche ich kein EUR1 und im Fall B schon. Warum das so ist, verstehe ich allerdings nicht und es kann mir auch niemand intern erklären. Ich würde mich sehr freuen von Ihnen wenn Sie mir etwas weiterhelfen könnten.
Beste Grüsse, Armin Erni - Key Account Schweiz - DÜBÖR AG

Lea Derendinger

19. August 2019

Guten Tag Herr Erni

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar auf unserer Webseite. Gerne versuche ich etwas Klarheit in die Komplexität der Präferenznachweise zu bringen.
Grundsätzlich befinden sich die beiden Länder Holland und Deutschland in einer Zollunion - der EU. Dies bedeutet, dass für Sie der Importprozess derselbe ist, ob Sie Güter mit holländischem Ursprung via Deutschland importieren oder deutsche Ursprungswaren direkt aus Deutschland einkaufen. Wieso Sie für die Güter aus Deutschland keine EUR.1 benötigen, kann verschiedene Gründe haben:

  • Sie sind nicht auf die Präferenzeigenschaft angewiesen und die Güter sind wegen der entsprechenden Zolltarifnummer "von Natur aus" zollfrei

  • Der Lieferant stellt diese Waren zwar in Deutschland her, erfüllt jedoch die Kriterien für den präferenziellen Ursprung nicht

  • Die Güter, welche Sie aus Deutschland einkaufen sind eventuell wertmässig geringer und der Sendungswert liegt unter EUR 6'000, deshalb wird keine EUR.1 benötigt, jedoch druckt der Lieferant die Rechnungserklärung hinsichtlich Präferenzeigenschaft auf der Lieferantenrechnung an



Wenn Sie möchten, können Sie uns die Importbelege (Veranlagungsverfügung und Lieferantenrechnungen) von beiden Varianten per Mail zusenden und wir erkennen innert wenigen Minuten, wieso die eine Lieferung ohne EUR.1 importiert wird. Es würde uns freuen, wenn wir Sie beim Importieren von Gütern aus der EU unterstützen dürften.

Freundliche Grüsse
Lea Derendinger