Präferenznachweis

Die Begriffe «Präferenz», «Präferenznachweis» oder «präferenzieller Warenursprung» sorgen immer wieder für Verwirrung. Der Duden beschreibt das Wort «Präferenz» unter anderem wie folgt: «bestimmten Ländern gewährte Vergünstigung». Hier geht es konkret um die Vergünstigung auf Zollabgaben, welche sich Länder gegenseitig im Rahmen eines gemeinsam abgeschlossenen Freihandelsabkommens gewähren. 

Voraussetzungen für die Gültigkeit der Präferenznachweise, Ursprungserklärungen, Ursprungsnachweise

Ein Präferenznachweis (ungenauer auch «Ursprungsnachweis» genannt) ist ein Nachweis, welcher dazu verwendet wird, um den präferenziellen Warenursprung (im Sinn eines Freihandelsabkommens) einer Ware gegenüber den Zollbehörden belegen zu können. Ein Präferenznachweis darf nur nach gewissen Kriterien erstellt werden und taucht in verschiedenen Varianten auf. 

 

Präferenznachweis im Import

Für den Import wird ein Präferenznachweis benötigt, damit eine Ware zollbegünstigt oder in den meisten Fällen sogar zollfrei in die Schweiz importiert werden kann. Voraussetzung dafür ist, dass die Schweiz mit dem Abgangsland ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat und dass die Ware vom Lieferanten gemäss Listenregeln jenes Freihandelsabkommens so genannt «genug bearbeitet» worden ist, damit diese Artikel präferenziellen Warenursprung des jeweiligen Abgangsland erhält. Beim Import in die Schweiz muss der Präferenznachweis dem Spediteur zum Zeitpunkt der Zollanmeldung vorliegen, damit dieser die Zollbefreiung überhaupt beantragen darf. Ob dem Spediteur beim Verzollen ein Präferenznachweis vorlag, sehen Sie als Importeur erst auf der Veranlagungsverfügung (auch Zollquittung genannt). Ist dort ein Präferenzhäkchen gesetzt, so war dies der Fall. Weitere Informationen über Ursprungsnachweise und wie weit eine Ware bearbeitet werden muss erfahren Sie auf der Webseite der ezv. Gerne stehen Ihnen aber auch die Zollexperten von finesolutions tatkräftig zur Seite.

 

Präferenznachweis im Export

Exportseitig kann ein Unternehmen einen Präferenznachweis ausstellen, damit ein Kunde im Bestimmungsland die Produkte zollbegünstigt oder gar zollfrei importieren darf. Auch hier muss einerseits ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und dem Bestimmungsland bestehen und andererseits muss die Produktionsware im Unternehmen soweit bearbeitet sein, dass sie die Listenregeln des jeweiligen Freihandelsabkommens erfüllt. 

Liefert das Unternehmen ein Artikel, welcher es von einem Lieferanten bezogen hat, unverändert mit einem Präferenznachweis an den Kunden weiter, so muss auch für dieses Geschäft ein Vor-Präferenznachweis vom Lieferanten vorliegen, damit das Unternehmen wiederum ein Präferenznachweis erstellen darf. 

 

Arten von Präferenznachweisen

Präferenznachweis Verkehrsrichtung Wertgrenze je Sendung Anwendbar für / bei:
Ursprungserklärung auf der Rechnung Nur grenzüberschreitend (Import/Export) 10300 CHF oder 6000 EUR Unternehmen, die nicht «Ermächtigte Ausführer» sind
Ursprungserklärung auf der Rechnung für EA Nur grenzüberschreitend (Import/Export) keine Nur für Ermächtigte Ausführer (siehe Fachbegriffserklärung)
Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 / EUR-MED Nur grenzüberschreitend (Import/Export) Keine Unternehmen, die nicht «Ermächtigte Ausführer» sind Ausnahme: Für das Freihandelsabkommen mit GCC müssen auch «Ermächtigte Ausführer» EUR.1 erstellen
APS-Ursprungsnachweis Form A Nur Import Keine Spezieller Ursprungsnachweis von Entwicklungsländern, für die die Schweiz einseitig Zollreduktionen gewährt
Veranlagungsverfügung Zoll mit Präferenzhäkchen (im XML-Format) Nur Import Keine Um die Ursprungseigenschaft von Waren eines ausländischen Lieferanten an einen Kunden weitergeben zu können, benötigen Sie zu dieser Warensendung die Veranlagungsverfügung Zoll im Import mit dem Präferenzhäkchen
Lieferantenerklärung auf der Rechnung Nur für Warenlieferungen in der Schweiz Keine Innerhalb der Schweiz als Präferenznachweis sendungsbezogen gültig
Generelle Lieferantenerklärung / Langzeitlieferantenerklärung Nur für Warenlieferungen in der Schweiz Keine Innerhalb der Schweiz als Präferenznachweis für einen Zeitraum von maximal 1 Jahr gültig, so lange die Artikel den präferenziellen Warenursprung beibehält

Die offiziell gültigen Wortlaute für Ursprungerklärungen können je nach Sendung und Land unterschiedlich sein. Auf der Seite der ezv finden Sie die genauen Wortlaute der Ursprungserklärungen je nach Freihandelsabkommen. Wir präsentieren Ihnen an dieser Stelle die «Basis»-Ursprungserklärung in deutscher Sprache für eine Warensendung in die EU mit Schweizer präferenziellem Warenursprung. Diejenigen Waren einzelner Rechnungspositionen, welche nicht präferenzberechtigt sind, müssen klar als solche gekennzeichnet werden.

Der Ausführer (Ermächtigter Ausführer; Bewilligungs-Nr. ………) der Waren, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, erklärt, dass diese Waren, soweit nicht anders angegeben, präferenzbegünstigte Schweizer Ursprungswaren sind. 

Falls ein Unternehmen nicht den Status eines Ermächtigten Ausführers besitzt, müssen Sie die Klammer (Ermächtigter Ausführer; Bewilligungs-Nr. ………) im Wortlaut weglassen, die Rechnung im Original unterschreiben und zusätzlich den Namen des Unterzeichners in Druckbuchstaben auf die Rechnung anbringen. Ausstellungsort und -datum müssen auf den Rechnungen immer ersichtlich sein. Liegt der Warenwert der Rechnung insgesamt bei über 6000 EUR oder 10300 CHF, so muss eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 ausgefüllt werden. Diese Formulare beziehen Sie im Formularshop der Bundesverwaltung mit dem Suchbegriff «EUR.1». 

finesolutions-Hinweis

Wer Präferenznachweise zu Unrecht ausstellt oder sie fälscht, macht sich strafbar. Einem «Ermächtigten Ausführer» kann zudem der Status von der Eidgenössischen Zollverwaltung entzogen werden. Neben der Strafbarkeit verärgert eine Firma ihre Kunden im Ausland, die nachträglich aufgrund von ungültigen Präferenznachweisen im Bestimmungsland Zollabgaben nachzahlen muss. 

Wie finesolutions Ihnen beim Thema Präferenznachweis helfen kann?

Bevor Sie mit dem Ausstellen von Präferenznachweisen beginnen, müssen Sie Ihr Unternehmen darauf vorbereiten. Holen Sie sich das dazu benötigte Wissen mittels unserer Ganztagesseminare zum Thema «präferenzieller Warenursprung» als auch die «Tarifierung» zu sich ins Haus. 

+41 44 245 85 85 info@finesolutions.ch
Öffnungszeiten

Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:00 - 17:30 Uhr

Support