Ermäch­tigter Ausführer

12.05.2021 | Präferenzieller Warenursprung | Olcay Erden | 2 Kommentare

Wenn Ihr Unternehmen Vormaterialien aus dem Ausland in die Schweiz importiert und Produkte ebenso zollfrei in die Länder der Kunden exportieren möchte, so funktioniert dies nur mit gültigen Präferenznachweisen oder wenn die Waren per se zollfrei sind. Das Ausstellen der Präferenznachweise ist jedoch mit internem Aufwand verbunden und kann sehr zeitraubend sein, sofern Ihr Unternehmen nicht eben den Status eines «Ermächtigten Ausführers» besitzt. Als Ermächtigter Ausführer hat eine Firma verschiedene Privilegien, die den Warenverkehr in Bezug auf die Anwendung der Freihandelsabkommen beschleunigen. Das Ausstellen von Präferenznachweisen entfällt auch in diesem Falle nicht, doch es wird vereinfacht.

Welche Vorteile der Status als Ermächtigter Ausführer mit sich bringt und welche Pflichten dabei erfüllt werden müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

1. Was ist ein Ermäch­tigter Ausführer?

Ein Ermächtigter Ausführer (EA) kann Rechnungen mit einer «vereinfachten» Ursprungserklärung ausstellen. Das heisst, Rechnungserklärungen können ausgestellt werden, ohne dass eine Wertgrenze beachtet werden muss. Zudem sind sie von der handschriftlichen Unterzeichnung der Rechnungserklärung befreit. Im Verkehr innerhalb der Freihandelsabkommen, welche einerseits Warenverkehrsbescheinigungen (WVB) EUR.1 / EUR-MED und andererseits Ursprungserklärungen vorsehen, entfällt daher für Ermächtigte Ausführer das Ausfüllen einer EUR.1 / EUR-MED (ausgenommen im Abkommen mit den GCC-Staaten, wo die Ursprungserklärung auf der Rechnung keine Gültigkeit hat).

Wer Ursprungsnachweise als ermächtigter Ausführer ausfertigen möchte, braucht dazu die Bewilligung der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV).

2. Welche Vorteile hat man als Ermäch­tigter Ausführer?

Für jede Sendung, ganz gleich wie hoch der Rechnungswert (Warenwert) ist, kann eine Ursprungserklärung auf der Rechnung als Präferenznachweis angedruckt werden. Es sind also keine Wertlimiten zu beachten.

Zudem ist keine Unterschrift unter der Rechnungserklärung mehr nötig, da die Bewilligungsnummer in der Ursprungserklärung dem ausländischen Zoll anzeigt, dass eine Firma den Status des Ermächtigen Ausführers besitzt.

Wie bereits erwähnt, entfällt das Ausfüllen einer WVB EUR.1 / EUR-MED. Dadurch sind Sie als Ermächtigter Ausführer auch nicht mehr an die Öffnungszeiten der Zollschalter angewiesen, da nur während diesen Zeiten Warenverkehrsbescheinigungen beglaubigt und somit die Warensendungen zum Export abgewickelt werden können.

3. Welche Pflichten und Voraus­set­zungen muss man als Ermäch­tigter Ausführer erfüllen?

Wenn eine Firma Privilegien vom Zoll für das vereinfachte Ausstellen von Präferenznachweisen erhält, muss sie im Gegenzug gewisse Pflichten einhalten.

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für den Erhalt der Bewilligung sind in Artikel 13 der «Verordnung über das Ausstellen von Ursprungsnachweisen» festgehalten. Danach muss eine Firma:

  • regelmässig präferenzberechtigte Waren ins Ausland exportieren. Was «regelmässig» bedeutet, bestimmt die Eidgenössische Zollverwaltung.
  • über ausreichend qualifiziertes Personal verfügen. Dieses muss wissen, wie sich eine Ware als präferenzberechtigt qualifiziert; das heisst, es muss wissen, was Listenregeln darstellen, wie sie zu interpretieren sind und wie eine Präferenzkalkulation durchgeführt wird. Regelmässige Schulungen in Form von Seminaren müssen besucht werden.
  • in der Lage sein, jederzeit und ohne grossen Aufwand auf Anfrage hin dem Zoll gegenüber Auskunft über die ausgestellten Präferenznachweise geben zu können. Dabei interessiert den Zoll insbesondere, ob die Ware, für die Präferenznachweise ausgestellt wurden, auch wirklich präferenzberechtigt war.

Pflichten

Die Pflichten des Ermächtigten Ausführers nach Artikel 17 lauten wie folgt:

  • Die Voraussetzungen nach Artikel 13 müssen erfüllt bleiben.
  • Verantwortliche Personen müssen über die notwendigen Kenntnisse verfügen und sich regelmässig fachlich weiterbilden.
  • Die Firma wirkt bei Kontrollen durch die EZV mit, indem sie:

    • Einsicht in die Herstellungsvorgänge gewährt
    • Abläufe offenlegt
    • Geschäftsdokumente und Unterlagen bereitstellt und herausgibt
    • Auskunft erteilt
    • Bei umfangreichen Überprüfungen die benötigten Daten in der von der EZV verlangten Form elektronisch zur Verfügung stellt.

  • Die Firma unterstützt die EZV bei der Erstellung einer Risikoanalyse, indem sie die notwendigen Angaben liefert.
  • Sie befolgt die von der EZV erteilten Weisungen und trifft die erforderlichen Massnahmen.
  • Die Firma teilt der EZV unverzüglich mit:

    • Änderungen der Voraussetzungen nach Artikel 13
    • Änderungen administrativer Daten (z.B. Adressänderung, neuer Sitz oder Firmenname, Wechsel der gemeldeten verantwortlichen Personen)
    • Änderungen der Firmenstrukturen durch Fusionen
    • Alle Veränderungen von gewisser Tragweite bei Daten, welche der Ermächtigte Ausführer im Auskunftsbogen bekannt gegeben hat (z.B. Aufgabe der Produktion oder der Exporttätigkeit, komplett neues Warenspektrum usw.).

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Wenn Sie der EZV Änderungen mitteilen, kann diese jederzeit das erneute Ausfüllen des EA-Auskunftsbogens verlangen, auch wenn Sie diesen schon einmal eingereicht haben.

4. Wie lautet die Ursprungs­er­klä­rung auf der Rechnung als Ermäch­tigter Ausführer?

Hiernach sehen Sie, wie der Wortlaut der Ursprungserklärung auf der Rechnung im Abkommen Schweiz-EU als nicht Ermächtigter Ausführer lauten muss:

Deutsche Fassung

Der Ausführer der Waren, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, erklärt, dass diese Waren, soweit nicht anders angegeben, präferenzbegünstigte … (1) Ursprungswaren sind.

…………………………………………………………………………………….. (2)
(Ort und Datum)

…………………………………………………………………………………….. (3)
(Unterschrift des Ausführers und Name des Unterzeichners in Druckschrift)

Englische Fassung 

The exporter of the products covered by this document declares that, except where otherwise clearly indicated, these products are of … (1) preferential origin.

…………………………………………………………………………………….. (2)
(Ort und Datum)

…………………………………………………………………………………….. (3)
(Unterschrift des Ausführers und Name des Unterzeichners in Druckschrift)

 

(1) EU, CH
(2) Diese Angaben können entfallen, wenn sie in dem Papier selbst enthalten sind
(3) Handschriftliche Unterzeichnung, Name des Unterzeichners

Hiernach sehen Sie, wie der Wortlaut der Ursprungserklärung auf der Rechnung im Abkommen Schweiz-EU als Ermächtigter Ausführer lauten muss:

Deutsche Fassung

Der Ausführer (Ermächtigter Ausführer; Bewilligungs-Nr. … (1)) der Waren, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, erklärt, dass diese Waren, soweit nicht anders angegeben, präferenzbegünstigte … (2) Ursprungswaren sind.

Englische Fassung 

The exporter of the products covered by this document (customs authorization No … (1)) declares that, except where otherwise clearly indicated, these products are of … (2) preferential origin.

 

(1) Die Bewilligungsnummer des ermächtigten Ausführers ist an dieser Stelle einzutragen
(2) EU, CH
Ermächtigte Ausführer sind von der handschriftlichen Unterzeichnung befreit. Der Name des Unterzeichners entfällt ebenfalls.

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Möchten Sie wissen, wie der Wortlaut der Ursprungserklärung in den anderen Freihandelsabkommen lautet?
Wir haben für Sie in einem Dokument den korrekten Wortlaut der Ursprungserklärung je Abkommen in englischer und deutscher Fassung zusammengestellt (falls Deutsch und Englisch nicht vorgesehen ist, eine andere Sprache).

  • Sie können das PDF-Dokument in unserem Fachbegriff Präferenznachweis kostenlos beantragen.

5. Welche Länder akzeptieren die verein­fachte Rechnungserklärung?

Die Rechnungserklärung wird in fast allen Abkommen anerkannt, mit welchen die Schweiz oder die EFTA ein Freihandelsabkommen unterhält.

Die Ausnahmen sind:

  • Freihandelsabkommen EFTA-GCC
    Für das Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und den GCC-Staaten (Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate) muss auch ein Ermächtigter Ausführer für sämtliche Rechnungswerte eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 in englischer Sprache ausstellen.
  • Freihandelsabkommen Schweiz-Japan
    Es muss eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 für sämtliche Warenwerte erstellt werden. Nur Ermächtigte Ausführer dürfen die «Ursprungserklärungen auf der Rechnung» ausstellen.
  • Freihandelsabkommen Schweiz-China
    Firmen, die den EA-Status nicht besitzen, müssen die spezielle Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 CN mit englischsprachigem Vordruck verwenden. Firmen mit EA-Status dürfen die «Ursprungserklärung auf der Rechnung» verwenden, allerdings mit Angabe einer klar definierten Serialnummer. Die Rechnung muss zudem vor der geplanten Ausfuhr über eine Datenaustausch-Plattform elektronisch dem Zoll übermittelt werden.

Die einzusetzende Seriennummer muss 23-stellig sein und setzt sich wie folgt zusammen:

EA-Bewilligungsnummer 
(5 Stellen)
Datum der Ausstellung des 
Handelspapiers 
(8 Stellen, JJJJ/MM/TT) 
Nummer des Handelspapiers
(10 Stellen; Ziffern und/oder Buchstaben,
Gross-/Kleinschreibung ist zu beachten)

Nicht benötigte Stellen sind vor den Nummern mit der Ziffer 0 zu belegen. Beispiel:

EA-Nummer: 
123
Datum: 
1. Februar 2021 
Nummer des Handelspapiers: 
x4567 
00123 20210201 00000x4567

Serial-No.: 001232021020100000×4567

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Möchten Sie wissen, wie der Wortlaut der Ursprungserklärung im Abkommen Schweiz-China lauten muss?

Wir haben für Sie in einem Dokument den korrekten Wortlaut der Ursprungserklärung je Abkommen in englischer und deutscher Fassung zusammengestellt (falls Deutsch und Englisch nicht vorgesehen ist, eine andere Sprache).

  • Sie können das PDF-Dokument in unserem Fachbeitrag Präferenznachweis kostenlos beantragen.

6. Darf man als Ermäch­tigter Ausführer eine EUR.1 ausstellen?

Nein. Ein Ermächtigter Ausführer darf keine EUR.1 ausstellen, ausgenommen im Abkommen mit den GCC-Staaten.

Einige Länder, wie z. B. die Türkei, verlangen immer wieder eine EUR.1 und akzeptieren die Rechnungserklärung nicht als Präferenznachweis. Im Abkommen EFTA-Türkei ist aber klar festgehalten, dass Ermächtigte Ausführer die Ursprungserklärung auf der Rechnung andrucken dürfen und keine EUR.1 erstellen müssen. Auch nicht Ermächtigte Ausführer dürfen die Rechnungserklärung verwenden, sofern der Rechnungsbetrag unter CHF 10’300 liegt oder unter EUR 6’000.

 

7. Wie kann man es zum Ermäch­tigten Ausführer schaffen? 

Wenn Sie es zum Ermächtigte Ausführer schaffen möchten, müssen Sie ein Gesuch um Bewilligung des vereinfachten Verfahrens zur Ausstellung von Ursprungsnachweisen bei der zuständigen Regionalebene einreichen. Das schriftliche Gesuch muss rechtsgültig unterzeichnet sein. Für die Rechtsgültigkeit der Unterschrift/en stellt die Eidgenössische Zollverwaltung auf die Personen und die Zeichnungsart ab, wie sie im kantonalen Handelsregister (CH) oder im Öffentlichkeitsregister (FL) eingetragen sind.

Zuständige Regionalebene (Sitz des Unternehmensdomizils):

  • BS, BL, AG:
    Zoll Nord, Aufgabenvollzug, Elisabethenstrasse 31, Postfach 149, 4010 Basel
  • ZH, LU, SZ, OW, NW, GL, ZG, SH, TG:
    Zoll Nordost, Aufgabenvollzug, Bahnhofstrasse 62, Postfach 312, 8201 Schaffhausen
  • AR, AI, SG, GR, FL:
    Zoll Ost, Aufgabenvollzug, Triststrasse 5, 7000 Chur
  • UR, TI:
    Dogana Sud, Esecuzione di compiti, Via Proda 10, 6900 Lugano
  • VD, VS, GE:
    Douane Ouest, Exécution des tâches, Av. Louis-Casaï 84, 1216 Cointrin
  • JU, NE, BE, FR, SO:
    Zoll Mitte, Aufgabenvollzug, Bielerstrasse 57, 3250 Lyss

Des Weiteren muss mit dem Postversand des schriftlichen Gesuchs ein vollständig ausgefüllter Auskunftsbogen im Excel-Format zugestellt werden (per E-Mail oder auf Datenträger).

Das genaue Vorgehen sowie die Kontaktdaten der Regionalebenen finden Sie unter diesem Link.

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Die EZV kann jederzeit das Ausfüllen des Auskunftsbogens verlangen, auch wenn Ihre Firma schon Ermächtigter Ausführer ist. Sie tut dies in der Regel:

  • bei altrechtlichen EA, welche noch nie einen Auskunftsbogen eingereicht haben,
  • wenn Grund zur Annahme besteht, dass sich Änderungen ergeben haben oder
  • periodisch nach einer gewissen Zeit.

Erteilen der Bewilligung

Gemäss Artikel 14 der «Verordnung über das Ausstellen von Ursprungsnachweisen» wird die EA-Bewilligung wie folgt erteilt:

  • Die EZV prüft, ob die Voraussetzungen nach Artikel 13 erfüllt sind.
  • Sie kann bei Bedarf:

    • weitere Unterlagen und Informationen verlangen
    • Ursprungsnachweise überprüfen
    • vor Ort Einblick in die Organisation und in die Geschäftstätigkeit nehmen

  • Sie berücksichtigt, ob die Firma innerhalb der letzten drei Jahre vor der Einreichung des Gesuchs:

    • eine Widerhandlung gegen diese Verordnung begangen hat
    • eine schwere Widerhandlung oder wiederholt Widerhandlungen gegen Bundesrecht begangen hat, soweit dessen Vollzug der EZV obliegt

  • Erfüllt die Firma die Voraussetzungen nach Artikel 13, so erteilt die EZV ihm kostenlos die unbefristete Bewilligung und erteilt eine Bewilligungsnummer
  • Die EZV kann die Bewilligung mit Bedingungen und Auflagen versehen
  • Sie kann die Bewilligung:

    • für alle Niederlassungen des Ermächtigten Ausführers erteilen
    • auf einzelne Niederlassungen des Ermächtigten Ausführers beschränken

  • Die EZV entscheidet spätestens 60 Tage nach Erhalt der vollständigen Unterlagen über die Bewilligung

Art. 18 Entzug der Bewilligung

Gemäss Artikel 18 der Verordnung kann die Bewilligung aus folgenden Gründen entzogen werden:

  • Die EZV entzieht die Bewilligung, wenn:

    • die Voraussetzungen nach Artikel 13 nicht mehr erfüllt werden
    • gegen die vorgeschriebenen Pflichten (Art. 17) verstossen wird
    • die Bedingungen und Auflagen der EZV nicht eingehalten werden
    • wiederholt Widerhandlungen gegen das Bundesrecht begangen werden, soweit dessen Vollzug der EZV obliegt.

8. Lohnt sich der Status als Ermäch­tigter Ausführer für unsere Firma? 

Bevor Sie den Status als Ermächtigter Ausführer beantragen, sollten Sie zuerst prüfen, ob sich die Präferenzabwicklung für Sie überhaupt lohnt. Dazu empfehlen wir, zuerst eine «Analyse Nutzen Freihandelsabkommen» bei Ihnen im Unternehmen durchzuführen. Anhand dieser Analyse erfahren Sie, welche Freihandelsabkommen Sie überhaupt nutzen könnten und wie hoch das Einsparpotential aufgrund der anfallenden Zollabgaben im Bestimmungsland ist. Somit können Sie den Aufwand im Zusammenhang mit der Präferenzabwicklung (Präferenzermittlung, Präferenzkalkulation, Verpflichtungen als EA etc.) dem effektiven Nutzen des EA-Status gegenüberstellen und entscheiden, ob sich das Ganze für Sie lohnt oder nicht.

Wie finesolutions Ihnen beim Thema Ermächtigter Ausführer helfen kann?

Sie denken darüber nach, den Status als Ermächtigter Ausführer zu beantragen? Die Bewilligung für den Erhalt dieses Status wird nicht ohne Weiteres erteilt und es müssen gewisse Vorbereitungen innerhalb der Firma getroffen werden. Gerne prüfen wir firmenindividuell, ob sich der Aufwand für Sie lohnt und falls ja, unterstützen wir Sie gerne bei der Beantragung.

9. Was wird im EA-Auskunfts­bogen gefragt?

Herzstück sowohl für den Erhalt des Status Ermächtigter Ausführer als auch Grundlage für Strichprobenkontrollen danach seitens des Zolls stellt der Auskunftsbogen dar. Anhand dieses Fragebogens beurteilt die Zollverwaltung, ob eine Firma in der Lage ist, die Korrektheit von Präferenznachweisen zu jedem Zeitpunkt zu garantieren und ob das dazu benötigte Wissen bereits vorhanden ist.

In diesem Fragenkatalog der EZV müssen – um ein paar Beispiele zu nennen – folgende Angaben gemacht werden:

  • Welcher Mitarbeiter ist für die korrekte Ausstellung von Präferenznachweisen innerhalb der Firma hauptverantwortlich? Welcher Mitarbeiter stellt hauptsächlich Präferenznachweise aus und welcher Mitarbeiter ist für die Koordination unter den verschiedenen Teilverantwortlichen, die mit Aufgaben im Rahmen des präferenziellen Ursprungs betraut sind, zuständig?
  • Das Exportvolumen des Vorjahrs muss je Bestimmungsland angegeben werden (Tabellenaufstellung). Welcher Anteil davon ist präferenzberechtigt?
  • Auch Einkaufszahlen werden verlangt wie Gesamtvolumen, welchen Anteil davon aus dem Ausland in die Schweiz importiert wird und wiederum welcher Anteil davon präferenzberechtigt ist.
  • Eine verantwortliche Person im Bereich des Einkaufs ist zu nennen.
  • Die häufigsten im Export verwendeten Zolltarifnummern müssen anteilmässig angegeben werden.
  • Auf welche Art und Weise wird die präferenzielle Ursprungseigenschaft sowohl im Einkauf als auch im Verkauf ermittelt?
  • Wie werden sowohl der Gesamtverantwortliche als auch die Sachbearbeiter, welche Präferenznachweise ausstellen, zum Thema «präferenzieller Warenursprung» geschult?
  • Wie informiert sich die Firma über Neuerungen im Bereich des «präferenziellen Warenursprungs»?
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finesolutions Praxiserfahrung

In der Praxis sehen wir oft, dass insbesondere folgende Fragen nicht korrekt beantwortet werden können:

Wie hoch ist das gesamte Exportvolumen?
In der Regel können exportierende Unternehmen das korrekte Exportvolumen nicht ermitteln, da das Exportvolumen, welches aus dem ERP-System gezogen wird, nicht mit dem grenzüberschreitenden Warenverkehr (gefragtes Exportvolumen) übereinstimmt. Das kommt daher, weil in diesen Daten z.B. oft noch Dienstleistungen etc. enthalten sind.

Wie viele Waren importieren Sie direkt mit präferenziellem Ursprungsnachweis im Rahmen des Freihandelsabkommens CH-EU?

Auch diese Frage können importierende Unternehmen meist nicht beantworten. Im ERP-System sind lediglich die kompletten Einkaufszahlen ersichtlich. Jedoch haben sie keine Angaben dazu, ob die Ware mit oder ohne Präferenz in die Schweiz verzollt wurde.

Wie wird der präferenzielle Ursprung im Verkauf festgelegt?
Diese Frage wird in den meisten Fällen falsch beantwortet. Die Zollverwaltung möchte die Vorgehensweise erfahren, wie der präferenzielle Ursprung ermittelt wird. Oft verwechseln die Unternehmen diese Fragen mit der Erfassung des autonomen Ursprungslandes.

Unsere Erfahrung zeigt, dass Unternehmen oft die Präferenzeigenschaft (Präferenzstatus) je Artikel im Einkauf gar nicht festhalten. Dadurch kann der Verkauf den präferenziellen Ursprung niemals korrekt ermitteln. Dafür benötigt es zuerst einen detaillierten Prozessablauf zur Belegkontrolle im Einkauf, damit die Präferenzkontrolle gegeben ist.

Zollberater Olcay Erden
Wie finesolutions Sie unterstützen kann?

Wir holen für Sie die Import- und Exportstatistik direkt bei der Eidgenössischen Zollverwaltung ab. Somit erhalten Sie Ihre korrekten Zahlen, welche auch der EZV vorliegen. Gerne unterstützen wir auch firmenindividuell bei der Implementierung einer ordentlichen Präferenzkontrolle / Präferenzermittlung.

10. Gibt es eine Checkliste zum Ermäch­tigten Ausführer?

Ja, die gibt es!

Beantragen Sie unsere kostenlose Checkliste «Sind Sie bereit für den EA-Status?».
Prüfen Sie, ob Sie die Voraussetzungen eines EA’s erfüllen können.

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Unsere Checkliste zum Ermächtigten Ausführer

Sind Sie interessiert an unserer Checkliste «Sind Sie bereit für den EA-Status?»
Gerne stellen wir Ihnen diese zur Verfügung.

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11. Sie sind schon Ermäch­tigter Ausführer
und möchten eine Neubewertung?

Wenn Sie beispielsweise eine Adressänderung, Änderung des Firmennamens oder ein Wechsel der verantwortlich gemeldeten Personen haben, müssen Sie dies der EZV entsprechend mitteilen (Sie sind in einer Meldepflicht gegenüber der Zollverwaltung). Es kann dann sein, dass der Zoll bei Ihnen prüft, ob Sie die Voraussetzungen als EA noch erfüllen. Oder die EZV verlangt nochmals einen ausgefüllten Auskunftsbogen von Ihnen.

Es kann zudem nie schaden, nach einer gewissen Zeit zu prüfen, ob man den Auskunftsbogen ausfüllen könnte, da die EZV dies jederzeit verlangen kann.

Wie finesolutions Ihnen beim Thema Neubewertung helfen kann?

Bevor Sie Änderungen dem Zoll mitteilen, empfehlen wir Ihnen zu prüfen, ob Sie in der Lage wären, den Auskunftsbogen korrekt und vollständig auszufüllen. Gerne prüfen wir Ihren vorausgefüllten Auskunftsbogen und lassen Ihnen dazu unsere schriftliche Einschätzung zukommen.

12. Kann man die EA-Bewilli­gungs­nummer prüfen?

Nein. Die Bewilligungsnummer eines Ermächtigten Ausführers ist in keinem öffentlich zugänglichen Register aufgeführt. Wenn Sie dazu eine Auskunft benötigen, können Sie sich an die zuständige Regionalebene wenden.

13. Was ist der Unterschied zwischen Ermäch­tigter Ausführer und AEO?

Die Rechnungserklärung wird ausgestellt, wenn Sie ein Freihandelsabkommen nutzen möchten, um so von Zollvorteilen profitieren zu können. Als Ermächtigter Ausführer dürfen Sie dabei Ursprungsnachweise unter Angabe der Bewilligungsnummer «vereinfacht» ausfertigen (ohne Berücksichtigung des Warenwerts und ohne Unterschrift).
Der AEO (Authorised Economic Operator) beziehungsweise ZWB (Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter) ist ein Status, der Personen erteilt werden kann, die bezüglich einer sicheren internationalen Lieferkette als zuverlässig gelten. AEO hat also nichts mit der Nutzung von Freihandelsabkommen und somit von der Nutzung von Zollvorteilen im Bereich der Abkommen zu tun.

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2 Kommentare zu «Ermächtigter Ausführer»

Peter K.20. Mai 2021

Sehr gute ausführliche Informationen, vielen Dank!
Meine Frage: Eine Rechnung kann verschiedene Positionen beinhalten. Wenn für die Position 1 (Zusammenbau von Materialien) Die Listenregeln im FHA EU/CH erfüllt sind und der Ursprung auf der Rechnung mit CH angegeben wird und die Position 2 als "statistischen Warenursprung" auch als CH angegeben wird, da der letzte wesentliche Bearbeitungsschritt auch in CH passierte (die Listenregeln aber nicht erfüllt sind) muss im Ursprungstext (Der Ausführer...) angegeben werden, für welche Rechnungspositionen der Ursprungstext gilt? Wenn man dies nicht macht, könnte man davon ausgehen, dass beide Positionen die Listenregeln erfüllen, dies wäre irreführend?

Lea Derendinger

20. Mai 2021

Sehr geehrter Herr Peter K.

Vielen Dank für Ihre positive Rückmeldung zu unserem Fachbeitrag Ermächtigter Ausführer.

Sie haben dies richtig genau richtig erkannt. Diese Angabe kann entweder bei der Artikelposition erfasst werden wie z.B:

Position 1 / Artikel XY / Ursprungsland CH / Präferenzwaren (EN: preferential origin)

Position 2 / Artikel YZ / Ursprungsland CH / keine Präferenzwaren (EN: non preferential origin)

Oder Sie definieren dies direkt unter dem Ursprungstext als Legende, wie z.B:

Präferenzbegünstigung gilt nur für Position 1 / Position 2 ist keine Präferenzware

Da im Ursprungstext steht «sofern nicht anders angegeben», müssen Sie es entsprechend vermerken, wenn die Präferenz nicht über alle Positionen in der Rechnung gewährt werden kann.

Wir hoffen, dass wir Ihre Frage beantworten konnten und bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Freundliche Grüsse

Lea Derendinger
Ermäch­tig­ter Aus­füh­rerErmäch­tig­ter Aus­füh­rer

Die Zollbehörden erteilen diesen Status (Bewilligung) an exportierende Unternehmen in der Schweiz. Ein Ermächtigter Ausführer hat im Rahmen der Präferenzabwicklung besondere Privilegien. Beispielsweise darf er eine vereinfachte Ursprungserklärung auf der Rechnung ausstellen.

Zollberater Olcay Erden

Über den Autor Olcay Erden

In meiner Vergangenheit habe ich als Zolldeklarant bei internationalen Speditionen gearbeitet und danach als Zollspezialist in der Exportindustrie. Meine Praxiserfahrungen aus diesen zwölf Jahren bringe ich ein, damit ich Ihnen verständliche Empfehlungen und Praxistipps für Ihre tägliche Arbeit geben kann.
Dieser Beitrag wurde von Lea Derendinger überprüft

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