Wertgrenzen

Besitzt ihre Firma nicht den Status des «Ermächtigten Ausführers» (EA), so muss sie bei der Ausstellung von Präferenznachweisen besonders darauf achten, in welcher Währung die Rechnung ausgestellt wird und wie hoch der Rechnungswert dabei sein darf. Was viele Unternehmen nicht wissen: Damit eine «Ursprungserklärung auf der Rechnung» aufgedruckt werden darf, gilt es die von einzelnen Freihandelsabkommen festgelegte Wertgrenzen zu beachten. Mehr dazu erfahren Sie in dieser Fachbegriffserklärung.

Wertgrenze Präferenznachweis Ursprungserklärung EUR.1

Vielen Exportsachbearbeitern sind vor allem zwei Wertgrenzen bekannt: 10300 CHF und 6000 EUR. Hierbei handelt es sich um die zwei am häufigsten beachteten Wertgrenzen, da die meisten Exporteure ihre Rechnungen an EU-Kunden in Schweizer Franken oder in Euro ausstellen. 

Jedes Freihandelsabkommen sieht für «Ursprungserklärungen auf Rechnungen», die nicht von Firmen mit EA-Status ausgestellt werden, klar definierte Wertgrenzen vor. Übersteigt der Rechnungswert diese Wertgrenze, muss für die betreffende Sendung eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 oder gemäss einzelnen, wenigen Freihandelsabkommen ein spezieller Präferenznachweis erstellt werden. 

 

Präferenznachweise in Formularform wie die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 müssen immer zuerst vom Zoll abgestempelt und visiert werden.  

 

Rechnungen dürfen grundsätzlich in jeder gewünschten Währung erstellt werden. Die Wertgrenzen werden in der Währung derjenigen Länder bekanntgegeben, mit denen die Schweiz ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat. Die Eidgenössische Zollverwaltung aktualisiert diese Liste der Wertgrenzen in regelmässigen Abständen. 

 

  • Wenn es nicht in einem Freihandelsabkommen anders vermerkt ist, sind die Wertgrenzen je Währung «gesetzt» und dürfen nicht mit dem aktuellen Währungskurs umgerechnet werden. Wenn die Rechnung in EUR ausgestellt wird, gilt die Wertgrenze von 6000 EUR und wenn diese in CHF ausgestellt wird, gilt die Wertgrenze von 10300 CHF. 

 

Für folgende, derzeit im Mai 2018 bestehenden Freihandelsabkommen dürfen Firmen ohne EA-Status «Ursprungserklärungen auf der Rechnung» nach den Wertgrenzen gemäss Liste der Eidgenössischen Zollverwaltung erstellen: 

 

Freihandelsabkommen mit: 

  • Europäischen Union (EU) (bilateral)
  • Färöer-Inseln (bilateral)
  • Ägypten (EFTA)
  • Albanien (EFTA)
  • Georgien (EFTA)
  • Israel (EFTA)
  • Jordanien (EFTA)
  • Libanon (EFTA)
  • Marokko (EFTA)
  • Mazedonien (EFTA)
  • Serbien (EFTA)
  • Tunesien (EFTA)
  • Türkei (EFTA)
  • Montenegro (EFTA)
  • SACU-Staaten (Botswana, Lesotho, Namibia, Südafrika, Swaziland) (EFTA)

 

Ausnahmen bestehen für folgende Freihandelsabkommen mit: 

 

  • Japan (bilateral): Es muss eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 für sämtliche Warenwerte erstellt werden. Nur Ermächtigte Ausführer dürfen «Ursprungserklärungen auf der Rechnung» ausstellen. 
  • Hong Kong (EFTA): Es müssen immer und für alle Warenwerte «Ursprungserklärungen auf der Rechnung» erstellt werden. Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 werden nicht akzeptiert.
  • Philippinen (EFTA): Es müssen immer und für alle Warenwerte «Ursprungserklärungen auf der Rechnung» im speziellen, für dieses Freihandelsabkommen gültigen Wortlaut erstellt werden. Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 werden nicht akzeptiert. 
  • Kanada (EFTA): Es müssen immer und für alle Warenwerte «Ursprungserklärungen auf der Rechnung» erstellt werden. Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 werden nicht akzeptiert. 
  • Kolumbien (EFTA): Bei diesem Freihandelsabkommen sind für «Ursprungserklärungen auf der Rechnung» nur die Wertgrenzen in EUR (6000) und USD (8500) festgelegt. Werden Rechnungen in anderen Währungen ausgestellt, so muss nach dem Währungskurs am Tag des Exports umgerechnet werden. Die Wertgrenze von 6000 EUR als auch 8500 USD darf nicht überschritten werden. 
  • Peru (EFTA): Bei diesem Freihandelsabkommen sind für «Ursprungserklärungen auf der Rechnung» nur die Wertgrenzen in EUR (6000) und USD (8500) festgelegt. Werden Rechnungen in anderen Währungen ausgestellt, so muss nach dem Währungskurs am Tag des Exports umgerechnet werden. Die Wertgrenze von 6000 EUR als auch 8500 USD darf nicht überschritten werden. 
  • Südkorea (EFTA): Es müssen immer und für alle Warenwerte «Ursprungserklärungen auf der Rechnung» erstellt werden. Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 werden nicht akzeptiert. 
  • Singapur (EFTA): Es müssen immer und für alle Warenwerte «Ursprungserklärungen auf der Rechnung» erstellt werden. Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 werden nicht akzeptiert. 
  • China (bilateral): Firmen, die den EA-Status nicht besitzen, müssen die spezielle Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 CN mit englischsprachigem Vordruck verwenden. Firmen mit EA-Status dürfen die «Ursprungserklärung auf der Rechnung» verwenden, allerdings mit Angabe einer klar definierten Serialnummer. Die Rechnung muss zudem vor der geplanten Ausfuhr über eine Schnittstelle elektronisch dem Zoll übermittelt werden. 
  • GCC-Staaten (Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate) (EFTA): Eine Ursprungserklärung auf der Rechnung ist auch für Ermächtige Ausführer in keinem Fall erlaubt. Gültig ist einzig die viersprachige Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1, welche in englischer Sprache auszufüllen ist. 
  • CAS-Staaten (Costa Rica, Panama) (EFTA): Bei diesem Freihandelsabkommen sind für «Ursprungserklärungen auf der Rechnung» nur die Wertgrenze in EUR (6000) festgelegt. Werden Rechnungen in anderen Währungen ausgestellt, so muss nach dem Währungskurs am Tag des Exports umgerechnet werden. Die Wertgrenze von 6000 EUR darf nicht überschritten werden. 

 

Wie finesolutions Ihnen bei diesem Thema helfen kann?

Vielen Firmen ist der Aufwand zu gross, welcher das Ausstellen von Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 mit sich bringt. Wir unterstützen Unternehmen darin, den Status des «Ermächtigten Ausführers» zu erlangen. Damit eine Firma diesen Status erhält, muss sie Prozesse sauber aufsetzen und internes Wissen aufbauen, damit sie für ihre Produkte Präferenznachweise ausstellen darf. 

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