Zollgebühren sparen im Import – wissen Sie, wie das geht?

09.03.2018 | e-dec Import | Thomas Woodtli
Checkliste Zollgebühren sparen im Import

Beim Import an Zollgebühren eingespart: CHF 4’000’000

Das sind die Zollgebühren, die ein Schweizer Detailhändler beim Import auf der Stelle eingespart hat, nachdem ihm von finesolutions empfohlen wurde, dass bei gewissen Sendungen aus China einfach die Logistikkette umzustellen sei.

Ebenso eingespart: CHF 100’000

Ein anderer Kunde hat über 100’000 CHF an Zollabgaben bezahlt, weil sein Lieferant aufgrund einer ERP-Umstellung vor 5 Jahren nicht gemerkt hat, dass keine Ursprungserklärungen im Rahmen des Freihandelsabkommens mehr auf den Rechnungen aufgedruckt wurden.

Zur Zahlung fällig werden die Zölle, sobald ein sogenannter «Einfuhrsteuerbeleg» (offiziell «Veranlagungsverfügung») vom Schweizer Zoll ausgestellt wird. Häufig verschwinden diese Einfuhrsteuerbelege (auch «Zollquittungen» oder «eVV») unbemerkt in den Archiven der Buchhaltung.

Sparpotenzial: Mit diesen 4 Punkten klappt’s!

1. Einfuhrsteuerbeleg als «MWST-Check»

Wenn Sie jemanden aus der Buchhaltung fragen, weshalb die Einfuhrsteuerbelege für mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden müssen, bekommen Sie wohl folgende Antwort: «Wir benötigen diese gegenüber der (Eidgenössischen) Steuerverwaltung als Nachweis, um die beim Import erhobene MWST bei der periodischen Steuerabrechnung als Vorsteuer abziehen zu dürfen.» Der Einfuhrsteuerbeleg gilt also quasi als «Check».

2. «Präferenzhäkchen» auf Einfuhrsteuerbeleg: Zollabgaben sofort eingespart

Sofern Sie auf Ihren Einfuhrsteuerbelegen bisher immer nur ein «leeres Kästchen» bei Präferenz erblicken und die Waren von Ihrem EU-Lieferanten auch wirklich Ursprung in der EU haben, so hat Ihr Unternehmen eventuell über Monate vergeblich Zollabgaben bezahlt.

Stein des Anstosses ist Ihr Lieferant. Wenn Sie seine Rechnungen einmal genau unter die Lupe nehmen, so stellen Sie fest, dass dort keine «Ursprungserklärung» (als Präferenznachweis) im Rahmen des Freihandelsabkommens zwischen der Schweiz und der EU aufgedruckt ist.

Das kann bewusst geschehen sein, da der Lieferant korrekte Präferenzkalkulationen durchführt und die Vor-Ursprungsnachweise sauber aufbewahrt. Oder aber, der Aufdruck ging vergessen oder der Lieferant weiss nicht, was es mit der «Weitergabe des präferenziellen Ursprungs» auf sich hat.

3. Warum ist da kein «Präferenzhäkchen», wenn meine Ware ja eigentlich Ursprung China hat und ich vom Freihandelsabkommen profitieren könnte?

Beziehen Sie zum Beispiel Waren mit präferenziellen Ursprung China, so müssen diese – von Ausnahmen abgesehen – direkt von China in die Schweiz versandt werden. Dies weisen Sie bei reinen Luftfrachtsendungen mit Luftfrachtbriefen aus.

Oder bei anderen Transportwegen mittels entsprechendem Transportdokument, welche den möglichst direkten Versand ab China in die Schweiz (auch über die EU) nachweist. So stellen Sie sicher, dass der spezielle Präferenznachweis aus China in der Schweiz anerkannt wird und Sie mittels «Präferenzhäkchen» Zollabgaben einsparen.

Werden diese Waren zuerst in der EU verzollt (da die EU (noch) kein Freihandelsabkommen mit China hat) und danach in die Schweiz verschickt, können hier keine Zollabgaben mehr eingespart werden.

Das war beim Eingangsbeispiel mit dem Detailhändler, welcher 4 Millionen Franken an Zollabgaben vergeblich bezahlt hat, zu Beginn der Fall.

finesolutions-Tipp

Stellen Sie bei der Kontrolle Ihrer Einfuhrsteuerbelege / eVV zunächst fest, ob auf Ihren Waren Zollabgaben erhoben worden sind.

Ist dies der Fall und vermuten Sie zudem, dass die Ware von Ihrem Lieferanten eventuell präferenziellen Ursprung hat, so fragen Sie bei ihm einmal nach, ob er einen Präferenznachweis für Ihre Waren ausstellen kann.

4. Richtige Zolltarifnummer deklariert: So bezahle ich eventuell weniger Zollabgaben

Wenn Sie einen Blick auf den Einfuhrsteuerbeleg / die eVV werfen, werden Sie zunächst erkennen: Es gibt deren zwei. Einmal die Veranlagungsverfügung Zoll und einmal diejenige der MWST. Auf beiden Dokumenten sind fast die gleichen Informationen enthalten. Werfen wir einen Blick auf die Positionsdaten einer eVV Zoll:

Position auf Verlagungsverfügung: So spart man Zollgebühren im Import

Die Zollabgaben in der Schweiz berechnen sich in der Regel aufgrund des vom Deklaranten eines Spediteurs angemeldeten Bruttogewichts. Jede Zolltarifnummer gibt einen bestimmten Zollansatz vor. Im Beispiel der Tarifnummer 2106.9030 mit dem statistischen Schlüssel 099 beträgt der Zollansatz gemäss Tares 93.50 CHF je 100 kg brutto.

Haben Sie sich einmal gefragt, ob die vom Spediteur deklarierte Zolltarifnummer überhaupt stimmt?

Bei Lebensmitteln, wie im obigen Beispiel vom Hefeextrakt-Pulver, ist der Fall klar: Die Zollansätze sind hoch. Die Ansätze können stark variieren: Von 4 CHF je 100 kg brutto für Ananas bis 1’581 CHF je 100 kg brutto für Pouletbrüste ist alles mit dabei.

Aber auch in der Maschinen- und Elektronikbranche, wo sich viele unsere Kunden «zuhause» fühlen, sind verschieden hohe Zollansätze vorgesehen: Die Ansätze bewegen sich zwischen 0 CHF je 100 kg brutto (also «natürlicherweise» zollfrei!) für verschiedene Messgeräte / Maschinen und 225 CHF je 100 kg brutto für Kugellager.

Es lohnt sich also, genauer auf die Zolltarifnummer in einem Einfuhrsteuerbeleg zu achten; denn vielleicht bezahlt Ihr Unternehmen ja zu viel Zoll, weil der Spediteur nicht die für Ihre Ware korrekte Zolltarifnummer angemeldet hat?

finesolutions-Tipp

Achten Sie sich einmal darauf, welche Zolltarifnummern auf den Lieferantenrechnungen vermerkt sind. Fragen Sie sich dann, ob diese wirklich stimmen?

Wir Fachberater wissen aus der Praxis: Auch ein Lieferant weiss  nicht unbedingt besser, welche Zolltarifnummer eine bestimmte Ware hat.

Am besten ist es, wenn Sie Ihrem Lieferanten die Zolltarifnummer mitteilen – sich jedoch im Vorfeld absichern, ob diese wirklich auch in Ihrem ERP-System stimmt.

Nun wissen Sie auch, dass Sie mit einer korrekten Zolltarifnummer eventuell auch Zollabgaben einsparen können.

Die Qualität der Angaben auf dem Einfuhrsteuerbeleg hängt direkt von der Qualität der Angaben in der Lieferantenrechnung ab. Fehlen dort die aussenhandelsrelevanten Daten wie Zolltarifnummer, Ursprungsland, Präferenzangabe oder Gewicht oder sind sie nicht korrekt, so deklariert der Spediteur so gut es dann eben geht.

Dies ist meist nicht im Sinn der importierenden Firma. Wir empfehlen unseren Kunden deshalb immer, die Rechnungen der Lieferanten zu prüfen und sie zu informieren, wenn entscheidende Angaben fehlen.

Bekommen wir als externe Zollberater einen Einfuhrsteuerbeleg mit zugehöriger Lieferantenrechnung zu Gesicht, so können wir innert Sekunden sagen:

  • ob Sie als Kunde Zollabgaben einsparen könnten
  • ob die vom Spediteur deklarierte Zolltarifnummer plausibel erscheint
  • ob die Ware eventuell Präferenz haben könnte
  • oder wo sonst noch «der Hund begraben» liegt
Sparpotenzial anhand der Importstatistik Ihres Unternehmens

In eigener Sache

Wir zeigen Ihnen auf, wie Sie Zollkosten im Import sparen können, in dem wir eine von der Zollverwaltung ausgestellte Excel-Tabelle mit allen relevanten Importdaten Ihrer Firma auswerten. Oder sofern Sie schon eine gescheite Softwarelösung haben, ziehen wir die Daten von dieser ab.

Wir finden für Ihre Ware mit unserer Tarifierungsunterstützung die richtige Zolltarifnummer oder zeigen Ihnen auch gerne auf, ob Sie für Ihre Ware eventuell Präferenznachweise ausstellen können.

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Kommentare

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2 Kommentare zu «Zollgebühren sparen im Import – wissen Sie, wie das geht?»

  • AfrobatC

    Thanks for the article post.Really thank you! Great.

    • Thomas Woodtli – finesolutions

      Thank you for your compliment. Whenever you need help – we speak English as well.

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