Repara­tur­ver­kehr / Ausbesserungsverkehr

Importabwicklung Olcay Erden
Lesezeit 8 min Kommentare 14

Wir Fachberater werden immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie defekte Waren zolltechnisch genau abgewickelt werden. Beim Wort «Reparaturverkehr» denken viele Unternehmen an das spezielle Zollverfahren (im Zolljargon «Ausbesserungsverkehr»), bei dem Zollabgaben eingespart werden sollen. In dieser Fachbegriffserklärung bringen wir Licht ins Dunkel und zeigen auf, dass Sie in den meisten Fällen auf das spezielle Verfahren des «Ausbesserungsverkehrs» getrost verzichten können. Denn dessen Anwendung ist immer freiwillig.

Vielleicht haben Sie bereits Ähnliches erlebt: Im Wareneingang Ihrer Firma steht ein Gerät, das gemäss Lieferschein zur Reparatur bei Ihnen angeliefert wurde. Davon haben Sie nichts gewusst und ein paar Tage später erhalten Sie dazu noch die Veranlagungsverfügung mit den zu zahlenden Zollabgaben. Sie fragen sich zu Recht: Was hätte beim ganzem Prozess besser laufen können?

Reparatur erfolgt in der Schweiz («Aktiver Ausbesserungsverkehr»)

Was kann Ihr Kunde tun, damit eventuelle Zölle beim Import in die Schweiz eingespart werden? Wie können Sie Probleme von Anfang an vermeiden?

  • Klären Sie nachfolgend aufgeführte Punkte ab und koordinieren Sie Reparatursendungen dahin gehend, dass Ihr Kunde jede beabsichtigte Reparatursendung im Vornherein melden sollte und zunächst Ihre Instruktionen abwartet.
  • Präferenznachweis: Haben Sie das Gerät Ihrem Kunden ursprünglich mit einem Präferenznachweis geliefert? Hat Ihr Kunde das Gerät zwischendurch nicht noch an einem anderen Standort ausserhalb der Freihandelszone verwendet?
    In diesem Fall kann Ihr Kunde das defekte Gerät ebenso mit Präferenznachweis wieder in die Schweiz liefern. Dabei ist es nicht nötig, ein Spezialverfahren anzuwenden, denn mittels Präferenznachweis kann das Gerät sowieso zollfrei importiert werden.
  • Warenwert des defekten Geräts: Es ist klar, dass ein kaputtes Gerät nicht mehr den Neuwert hat. Das Gerät wird mittels einer «Shipping Invoice» auch nicht in Rechnung gestellt. Trotzdem muss ein realistischer Wert angegeben werden. Das Mehrwertsteuergesetz definiert mit Artikel 54 Buchstabe g) den sogenannten «Marktwert». Dabei können Sie als Hersteller des Geräts am besten abschätzen, für welchen realistischen Wert das defekte Gerät einem Drittunternehmen noch verkauft werden könnte. Diesen Wert teilen Sie Ihrem Kunden mit, damit er ihn auf seiner «Shipping Invoice» vermerkt und beim Import in die Schweiz vom Spediteur auch deklariert wird. Erstellen Sie nach der Reparatur für die Ausfuhr eine «Shipping Invoice», achten Sie darauf, dass Sie neben den Kosten für Arbeit und Neumaterial, die im Bestimmungsland besteuert werden, auch denjenigen Warenwert auf der Rechnung aufführen, welchen Sie ursprünglich Ihrem Kunden mitgeteilt haben. Unüblich tiefe Warenwerte, wie z.B. 1 EUR oder 10 CHF, sind immer zu vermeiden, da sie beim Import in die Schweiz nicht nur für Probleme sorgen, sondern nach der Reparatur auch beim Re-Export zurück ins Abgangsland. Dieser entspricht in den meisten Fällen auch nicht dem im Gesetz definierten Marktwert.
  • Korrekte Zolltarifnummer: Da Sie Hersteller des Geräts sind, wissen Sie besser, welche Zolltarifnummer das Gerät hat. Ist die korrekte Zolltarifnummer nach «Tares» zollfrei, kann Ihr Kunde selbst auf die Ausstellung des Präferenznachweises verzichten – falls die Zolltarifnummer im Abgangsland ebenso zollfrei ist und der Kunde für das reparierte Gerät selbst kein Präferenznachweis für seine eigenen Kunden haben muss.
  • Sinn des Zollverfahrens «Ausbesserungsverkehr»: Die Anwendung des speziellen Verfahrens ist immer freiwillig, aber auch immer mit Mehraufwand verbunden. Die involvierten Spediteure müssen vorgängig genau instruiert und die Fristen für die Wiederausfuhr müssen eingehalten werden. Natürlich verrechnen Spediteure für diese Dienstleistung auch höhere Verzollungsgebühren. Selbst wenn Ihr Kunde also kein Präferenznachweis ausstellen kann und die Zolltarifnummer gemäss «Tares» zollzahlend ist, lohnt es sich aufgrund des Mehraufwands oft nicht, das spezielle Verfahren anzuwenden, um Zollabgaben zu sparen. Die Zollabgaben in der Schweiz sind im Vergleich zur EU auch oft vernachlässigbar, da sich diese aufgrund des Bruttogewichts berechnen. Dies veranschaulicht ein Beispiel anhand eines Werkzeughalters von Drehmaschinen:
Tarifnummer Zollansatz je 100 kg brutto Effektives Bruttogewicht Effektive Zollabgaben
8466.1000 19.00 CHF 150 kg 28.50 CHF

Wie Sie nun selbst sehen, lohnt es sich zuerst abzuschätzen, ob sich die Anwendung des «Ausbesserungsverkehrs» wirklich lohnt.

  • «Draw-back-Verbot»: Hinter diesem Begriff versteckt sich die Vorgabe, dass beim Import in die Schweiz das kaputte Gerät nicht im «aktiven Ausbesserungsverkehr» verzollt werden darf, wenn Sie gleichzeitig beabsichtigen, für das reparierte Gerät einen Präferenznachweis für den Re-Export auszustellen – selbst wenn der Reparaturvorgang als «genügende Bearbeitung» im Sinne des betreffenden Freihandelsabkommen gälte. Damit soll verhindert werden, dass Zollvorteile doppelt gewährt werden.

Reparatur erfolgt im Ausland («Passiver Ausbesserungsverkehr»)

Was kann Ihr Reparaturdienstleister tun, damit eventuell Zölle nach der Reparatur beim Wiederimport in die Schweiz eingespart werden? Wie können Sie Probleme von Anfang an vermeiden?

  • Klären Sie nachfolgend aufgeführte Punkte ab und koordinieren Sie Reparatursendungen dahin gehend, dass Sie sich vor dem Versand und dem Erstellen der «Shipping Invoice» einen realistischen Warenwert vom Reparaturdienstleister geben lassen.
  • Präferenznachweis: Haben Sie das Gerät ursprünglich mit einem Präferenznachweis vom Hersteller im Ausland erhalten? Ersichtlich für Sie als Importeur ist dies auf der Veranlagungsverfügung (eVV), wo das «Präferenzhäkchen» gesetzt sein muss. Ist dies der Fall und haben Sie das kaputte Gerät nur bei sich im Haus betrieben, so können Sie für die Ausfuhr ebenso einen Präferenznachweis ausstellen. Die Anwendung des speziellen Verfahrens «passiver Ausbesserungsverkehr» wird damit hinfällig.
  • Warenwert des defekten Geräts: Fragen Sie den Hersteller, wie gross der Warenwert des Geräts noch ist, damit Sie den korrekten Wert auf der «Shipping Invoice» angeben. Dieser Wert hat eventuell Einfluss darauf, wie hoch die Zollabgaben bei der Einfuhr im Bestimmungsland ausfallen. Weisen Sie Ihren Reparaturdienstleister auch darauf hin, dass er nach erfolgter Reparatur nicht nur die Kosten für die Arbeit und das Neumaterial auf einer «Shipping Invoice» aufführt, sondern auch denjenigen Wert des Geräts aufführt, welcher Sie auf der «Shipping Invoice» bei der Ausfuhr angegeben haben. Es ist nicht empfehlenswert, unübliche Werte wie, z.B. 1 CHF oder 10 EUR, anzugeben. Da im Ausland Zölle anhand des Warenwerts berechnet werden, kann ein zu tief angesetzter Wert für Verzögerungen bei der Zollabwicklung im Ausland sorgen. Ausserdem lohnt es sich auch für Sie, einen plausiblen Wert anzugeben, da Sie die elektronische Veranlagungsverfügung Ausfuhr gegenüber der Steuerverwaltung als Nachweis für den Vorsteuerabzug verwenden können.
  • Korrekte Zolltarifnummer: Wenn Sie beim Hersteller bereits wegen des plausiblen Warenwerts für das defekte Gerät nachfragen, können Sie auch in Erfahrung bringen, welches die korrekte Zolltarifnummer ist. Damit können Sie auch abschätzen, ob es sich anlässlich des Exports des defekten Geräts lohnt, die Sendung im speziellen Verfahren «passiver Ausbesserungsverkehr» anzumelden. Ist nämlich die Zolltarifnummer (für die Wiedereinfuhr) gemäss «Tares» natürlicherweise zollfrei, lohnt sich der Aufwand und die zusätzlichen Verzollungsgebühren des Spediteurs schon bei der Ausfuhr nicht, der bei einem Spezialverfahren immer entsteht. Aber Vorsicht: Prüfen Sie in jedem Fall, ob die Zolltarifnummer plausibel erscheint, in dem Sie die ersten sechs Ziffern im «Tares» eingeben und nachschauen, ob zumindest der Wortlaut der Zolltarifnummer dem Gerät entspricht.
  • Sinn des Zollverfahrens «Ausbesserungsverkehr»: Bei der Einfuhr im Bestimmungsland können Zölle anfallen. Sie als Exporteur entscheiden nicht darüber, ob der Hersteller ein spezielles Zollverfahren wählt. Für Sie als späterer Importeur des reparierten Geräts lohnt sich das Verfahren des passiven Ausbesserungsverkehrs nur, wenn bei der Wiedereinfuhr in die Schweiz, aufgrund der Zolltarifnummer, hohe Zollabgaben anfallen würden. Haben Sie bei der Ausfuhr des defekten Geräts einen Präferenznachweis gemäss Punkt «Präferenznachweis» ausgestellt, kann Ihr Reparaturdienstleister ebenso einen Präferenznachweis ausstellen, sodass Sie bei der Wiedereinfuhr Zollabgaben einsparen.
Wie wir Ihnen bei diesem Thema helfen können

Sobald in der Zollabwicklung Spezialverfahren zum Thema werden, wird es komplex. Begriffe wie Zolltarifnummern und präferenzieller Warenursprung tauchen im Gespräch häufig nebeneinander auf. Mit unseren Weiterbildungen im Zoll in Form von öffentlichen Seminaren & Webinaren, oder firmenintern bei Ihnen vor Ort, füllen wir Ihren Wissensschatz. Wir runden das Angebot auch «verfahrenstechnisch» ab und bieten für beide Verkehrsrichtungen eine praxisorientierte Weiterbildung an: Seminar & Webinar Importabwicklung und Exportabwicklung. Falls Sie sichergehen wollen, dass die Import- als auch Exportrechnungen für Ihre Reparatursendungen stimmig sind, machen wir Sie gerne auf unser Angebot der Überprüfungen im Rahmen der Zollabwicklung aufmerksam.

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14 Kommentare zu «Reparaturverkehr / Ausbesserungsverkehr»

Esa Tervala24. Mai 2021

Hallo,
Meine Firma fabriziert als Haupttätigkeit Steelpans(Musikinstrumente). Jahrelang habe ich auch als einziger in der Welt alte AKG-Mikrofone D12 und D19 Varianten repariert mehrheitlich aus Ausland(USA, Canada, UK,...).Meine Kunden habe ich Anweisungen gegeben, das man als Zweck "Reparatur" deklarieren soll und "altes defektes Mikrofon" und "wert" noch bekanntgeben muss. Das hat bis heute immer abgabenfrei funktioniert. Jetzt sind Mikrofone zu mir angekommen und Die Post verlangt grosse Gebühren von mir. Ich habe schriftlich Eidgenössische Zollwerwaltung konkrete Anweisungen gebeten, keine Antworten zu meinen Fragen bekommen.Nur, dass "grundsätzlich sind die Waren zum Reparatur abgabenpflichtig" und "die Preise finden sie hier:www.zoll.ch blabla....." und da habe ich nichts passendes gefunden.Als ich das da oben gelesen habe, hat es mir Hoffnung gegeben, aber meine Fragen bleiben zum Teil noch offen. Ich brauche konkrete Anweisungen wie es richtig gemacht wird. Sonst muss ich mit dieser Tätigkeit aufhören.Diese mikrofone sind oft 60-50 jahre alt und eine Präferenznachweis für sie gibt es meistens nicht mehr. Für diese Infos bin ich euch sehr dankbar.

Olcay Erden

25. Mai 2021

Guten Tag Herr Tervala

Vielen Dank für Ihren Kommentar und für Ihre Anfrage via unsere Website. Wir können Sie gerne im Rahmen eines Beratungsgesprächs (kostenpflichtig) unterstützen. Sie erhalten von uns weitere Informationen direkt per E-mail.

Herzliche Grüsse

Olcay Erden

Patrick Pinter8. März 2021

Guten Tag Team Finesolutions

Wir haben vor kurzem Vorspannrollen zur Reparatur nach Deutschland gesendet. Mit realistischem Warenwert. Incoterms: DDP.
Mittlerweile ist die Ware auch schon wieder bei uns im Haus.
Jetzt hat der Reparateur eine Mwst.-Rechnung vom Transporteur erhalten. Meiner Meinung nach kann der Kunde das beim Staat zurück fordern.
Könnt Ihr mir weiter helfen?

Besten Dank im Voraus

Liebe Grüsse
Patrick Pinter

Lea Derendinger

8. März 2021

Guten Tag Herr Pinter

Vielen Dank für Ihre Anfrage via unsere Website. Wenn Sie DDP liefern, sollten eigentlich alle Kosten für die Einfuhr im Bestimmungsland an Sie (in der Schweiz) verrechnet werden. Wahrscheinlich hat der Transporteur nur die Kosten für die Verzollung und die Zölle an Sie verrechnet und die MWST an den Empfänger (Reparateur) in Deutschland. Dies zeigt erneut, dass DDP in der Praxis oftmals nicht möglich ist, da keine steuerrechtliche Registrierung vorhanden ist.

Da der Empfänger die Steuern nun bezahlen muss, weil nicht DDP abgefertigt wurde, ist zu klären, ob der Empfänger (Reparateur) in Deutschland vorsteuerabzugsberechtigt ist. Falls er dies ist, kann er die Steuern zurückfordern. Falls nicht, müssen die Steuern entsprechend bezahlt werden und es kann keine Rückforderung gemacht werden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen Ihre Frage beantworten konnte und wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Herzliche Grüsse

Lea Derendinger

Guido Gsell5. März 2021

Guten Tag Herr Erden
Ich habe ein Frage zu dem Reparturabhandlung. Ein Kunde in DE (A) sendet defekte Ware einem Wiederverkäufer in DE (B). Der Wiederverkäufer sendet die Ware in die Schweiz zum Hersteller (C) zu Reparatur mit einer Zollrechnung mit korretem Warenwert.
Kann oder darf der Hersteller (C) in der Schweiz nach der Reparatur die Ware direkt zum Endkungen (A) senden? Wenn ja, was muss auf der Zollrechnung aufgeführt sein?
Besten Dank
Freundliche Grüsse
Guido Gsell

Lea Derendinger

5. März 2021

Guten Tag Herr Gsell

Vielen Dank für Ihre Anfrage via unsere Website. Sofern die Waren in Normalveranlagung in die Schweiz importiert wurden und kein Spezialverfahren wie der Veredelungsverkehr/Ausbesserungsverkehr angewendet wird, ist es kein Problem, wenn der Hersteller (C) in der Schweiz die Waren nach der Reparatur direkt an Kunde (A) sendet. Auf der Zollrechnung oder Proforma-Rechnung sollten Sie nebst den relevanten Aussenhandelsdaten den ursprünglichen Einfuhrwert deklarieren, gemäss Veranlagungsverfügung Import und zusätzlich müssen die Reparaturkosten ausgewiesen werden. Der Vermerk: Rechnung nur für Zollzwecke – nach Reparatur zurück zum Kunden muss auf der Rechnung ersichtlich sein.

Wenn aber auf deutscher Seite der Wiederverkäufer (B) bei der Lieferung in die Schweiz ein Spezialverfahren beim DE-Zoll eröffnet hat, muss die Sendung wieder zurück nach DE nach der Reparatur, damit das Spezialverfahren in Deutschland wieder korrekt abgeschlossen werden kann.

Wir hoffen, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten und stehen für weitere Fragen gerne zur Verfügung.

Freundliche Grüsse

Lea Derendinger

Guido Gsell3. Februar 2021

Guten Tag Herr Erden
Ich habe Sie beim sehr interessanten "Seminar Reparaturen, Retouren und Veredelung" kennengelernt. Haben Sie ein Beispiel einer Shippinginvoice in welcher Teile nach der Reparatur von der Schweiz nach Deutschland gesendet werden, bei welcher die Reparaturkosten anschliessen verrechnet werden?
Die Shippinginvoice sollte doch den Wert des zu reparierenden Teils und der Reparatur aufweisen. Dem Kunden sende ich anschliessend nur eine Rechnung über die Reparaturkosten? Korrekt?

Olcay Erden

3. Februar 2021

Guten Tag Herr Gsell

Besten Dank für Ihre Anfrage via unsere Kommentarfunktion.

Es freut mich sehr, dass Sie auf mich zukommen und Ihnen das Seminar Reparaturen, Retouren & Veredelungen gefallen hat.

Ich gehe davon aus, dass es sich bei Ihrer Anfrage um eine Reparatursendung handelt, welche im Normalverfahren in die Schweiz eingeführt wurde.
Nach erfolgter Reparatur in der Schweiz benötigen Sie für den Export eine Versandrechnung / Shipping Invoice mit zwei Positionen.
Nämlich eine Position mit dem ursprünglichen Einfuhrwert und separat eine Position für die Reparaturkosten.
Somit sind Ihre Ausführungen absolut korrekt.
Der ursprüngliche Einfuhrwert entnehmen Sie bitte aus der elektronischen Veranlagungsverfügung Import.

Wenn Sie weitere Unterstützung benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüsse
Olcay Erden

S. Santangelo6. Mai 2020

Guten Tag Finesolutions Team,

bezüglich Draw-back Verbot, haben wir in unserer Firma folgendes Szenario:

Wir Firma A beziehen Material aus IN zollfrei (Exporteur ist REX) von Firma B und senden dieses Material nach Deutschland zu Firma C die eins spezielles Schweissverfahren bei dem Material tätigt es sozusagen "zusammenschweisst".
Wenn wir nun das Material per PLV im EDEC Export anmelden, können wir den Einfuhrzoll sparen. Ist es so dass das Material wenn aber als PLV wieder zollfrei importiert und im Endprodukt verbaut wird, diese Komponenten dann Einfluss hat auf die GESAMTE Präferenzkalkulation des Endproduktes?
Was ist hier die beste Lösung um Einfuhrzoll evtl. zu sparen und das Endprodukt die Listenkriteren erfüllt und Präferenzstatus positiv beibehält.

Olcay Erden

7. Mai 2020

Hallo Salvatore

Wir hatten uns anlässlich des Seminars «Reparaturen, Retouren & Veredelungen» kennengelernt. Besten Dank für Deinen Kommentar und Deine Anfrage.

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass nicht alle Freihandelsabkommen das Draw-back-Verbot kennen. Wie Du richtig erkannt hast, muss im Freihandelsabkommen CH-EU das Draw-Back-Verbot beachtet werden.

In Deinem Fall ist es wie folgt: Wenn das Material im Verfahren der passiven Veredelung aus- und wiedereingeführt und in ein Endprodukt eingebaut wird, muss bei der Präferenzkalkulation das Draw-back-Verbot beachtet werden. Für das Endprodukt darf kein Präferenznachweis in die EU erstellt werden, da Vormaterialien im Veredelungsverkehr eingeführt werden (Draw-back-Verbot).

Unser Tipp: "Firma A" liefert das Material (mit Ursprung IN) im Normalverfahren nach DE zu "Firma C".  "Firma C" klärt ab, ob das Material durch die Bearbeitung «zusammenschweissen» sich als präferenzielle Ursprungswaren im Sinne des Freihandelsabkommen CH-EU qualifiziert. Falls die Voraussetzungen (Bestimmungen Minimalbehandlung und Erfüllung des Listenkriteriums) erfüllt sind, kann "Firma C" bei der Ausfuhr (Re-Export) in die CH einen Präferenznachweis erstellen. Wenn "Firma C" nun bei der Ausfuhr einen Präferenznachweis erstellt, kann die Einfuhr in die Schweiz zollfrei erfolgen und fällt nicht unter das Draw-back-Verbot. Dies wirkt sich zusätzlich positiv auf die Präferenzkalkulation für das Freihandelsabkommen CH-EU aus, da Vormaterialien aus der EU, welche mit Präferenznachweis in die Schweiz eingeführt werden, positiv gewertet werden können.

Falls diese Option nicht möglich ist, gibt es weitere Möglichkeiten, damit Zollabgaben gespart und der Präferenzstatus beibehalten werden können.

Gerne stehe ich Dir für weitere Abklärungen auch telefonisch zur Verfügung.

Herzliche Grüsse

Olcay Erden

Sabine Teufer21. April 2020

Guten Tag.

Im Artikel von Herr Woodtli zum Thema Repa­ra­tur­ver­kehr /​ Aus­bes­se­rungs­ver­kehr ist die Rede von einer «Shipping Invoice». Wie kann ich eine solche «Shipping Invoice» erstellen? Wir arbeiten mit ihrer Zollsoftware Expowin.

Ich freu mich auf ihren Bescheid. Danke.

Freundliche Grüsse,
Sabine Teufer

Thomas Woodtli - finesolutions

21. April 2020

Liebe Frau Teufer

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ein Kollege aus dem Support wird mit Ihnen gerne in Kontakt treten.

Herzliche Grüsse
Thomas Woodtli

Jörg Schwartz3. Januar 2020

Vielen Dank für Ihre Abhandlung im Internet.
Wir lassen für unsere Kunden kleine Maschinenteile bis 15kg, welche in schweizer Maschinen verbaut wurden, in der Schweiz reparieren. Dies bedeutet, wir senden die Waren in die Schweiz, diese werden dort repariert und dann an uns zurückgesendet. Der deutsche Kunde erhält eine Rechnung von uns.
Wie sollte man hier richtig vorgehen auch um Kosten/Zölle zu sparen.

Thomas Woodtli - finesolutions

6. Januar 2020

Sehr geehrter Herr Schwartz
Besten Dank für Ihren Kommentar und Ihre Anfrage. Wenn Sie Waren zur Reparatur in die Schweiz senden, stellt sich grundsätzlich die Frage, ob bei der Einfuhr in die Schweiz und Wiederausfuhr aus der Schweiz ein Spezialverfahren (hier aktiver Ausbesserungsverkehr) angewendet werden sollte oder dies im Normalverfahren erfolgen kann. Die Anwendung des Spezialverfahrens ist wie in unserem Seminar & Webinar Reparaturen, Retouren und Veredelungen thematisiert, freiwillig und erübrigt sich unter bestimmten Voraussetzungen und sollte zwingend mit dem Schweizer Reparaturdienstleister koordiniert werden. Gerne unterstützen wir Sie beim vorliegenden Fall auf Wunsch individuell.
Herzliche Grüsse, Thomas Woodtli